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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-05-04 · Heft 18 (4.5.1869) · p. Seite 351

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 18 (4.5.1869)
Date
1869-05-04
Page
Seite 351 (sequence 7)
Language
German
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m Dhalern zu rechnen. Eine große Frage war es, ob man den Hut auf dem Kopfe behalten oder abnehmen sollte; für das erstere schien der Ort, für das zweite die Art der Feierlichkeit zu sprechen. Obwohl nun bestimmte Vorschriften hierüber nicht gegeben werden, ist man doch im Publicum übeingekommen, den Hut abzunehmen, da ja von einem Gottesdienste nicht die Rede ist und es lächerlich und unanständig wäre, ein Concert mit dem Hut auf dem Kopfe anzuhören. Jedenfalls ist dieses ganze Ereigniß als Präzedenzfall höchst merkwürdig. Mannheim, 17. April. Die hiesige Gemeinde hat in Folge des plötzlichen Todes des allgemein beliebten Oberraths S. Aberle einen empfindlichen Verlust erlitten. Alle Classen der Gesellschaft nahmen heute Mittag 2‘/2 Uhr an dem Leichenbegängniß Theil. Hannover- 20. April. (Privatmitth. In einer jüngst stattgehabten Sitzung unseres provinzialständischen Verwaltungs-Ausschusses erstattete das Landesdirectorium Bericht über die zum jüdischen Schul- und Synagogenwesen zu gewährende Beihilfe von 5000 Rthlr., bei welcher Gelegenheit aus dem Ueberschusse vom vorigen Jahre 400 Rthlr. als Beitrag zu dem Fonds der Unterstützungscasse für jüdische Lehrer-Wittwen und Waisen und für emeritirte Lehrer und 100 Rthlr. als einmalige Remuneration für den Landrabbiner Landsberg zu Hildesheim bewilligt wurden. Außerdem würden für das laufende Jahr dem jüdischen Seminare Hierselbst 1800 Rthlr. überwiesen, 200 Rthlr. zu allgemeinen unvorhergesehenen jüdischen Zwecken ausgesetzt und alsdann noch einzelnen jüdischen Schulgemeinden Und Synagogen in Summa 3000 Rthlr. bewilligt. An dem hiesigen jüdischen Lehrer-Seminar ist seit Beginn dieses Quartals ein zweiter Hauptlehrer christlicher Confession angestellt und, um den Seminaristen Gelegenheit zu geben, sich für ihren künftigen Beruf auch practisch auszubilden, mit dem Seminare eine Elementarclasse verbunden worden, welche mit 12 Schülern eröffnet wurde. In Bürgd orf hat sich der dortige Pastor Grütter vor Kurzem eine Intoleranz dadurch zu Schulden kommen lassen, daß er, als man ihm als Vorsitzenden im Armencoüegium, an welches jetzt größere Anforderungen als früher gestellt werden und deshalb freiwillige Gaben zu sammln beschloß, eine Jüdin als eine Frau bezeichnete, die immer viele« WohlthätigkeitssiNtt bewiesen hätte, sich an dieselbe zu wenden Mit den Worten ablehnte: „er hielte derartigen Verkehr mit jüdischen Bewohnern für unverträglich mit seiner Stellung." In Gifhorn starb am 8. April ein Mann, der in weiteren Kreisen bekannt ist und dem besonders die große Anzahl hannoverscher Beamten, die im Laufe langer Jahre bei dem Amte Gifhorn gestanden haben und sich jetzt zum Theil in hohen Stellungen befinden, ein freundliches Andenken gern bewahren werden. Der Commerziencommissär JonasMenke, de« das größte Interesse für seine Vaterstadt beseelte und dessen ganzes Thun und Denken von diesem Interesse geleitet wurde, verschied nämlich in seinem 72. Lebensjahre. Seit vielen Jahren war er durch das Vertrauen seiner Mitbürger immer wieder zum Bürgervorsteher gewählt und begleitete seit geraumer Zeit stets das Amt des Wortführers im Bürgervorstehercollegium. Die Stadt Gifhorn verliert in ihm einen im uneigennützigsten Sinne für ihr Wohl strebenden Bürger. In Lüneburg hat vor einiger Zeit der Verein zur Gründung einer Herberge zur Heimath seine Statuten festgestellt. Das von ultramontaner Seite her gestellte Verlangen, die Benutzung der Herberge von dem religiösen Bekenntnisse abhängig zu machen, scheiterte an dem gesunden Sinne der Mehrzahl der Vereinsmitglieder, Nachdem unter Anderem auch dagegen hervorgehoben worden war, daß von Seiten der Israeliten der Herberge bereits namhafte Gaben zugeflossen seien, und noch ferner in Aussicht ständen. Dresden, im März. (Privatmitth.) Der Jahresbericht des Vorstandes der hiesigen Gemeinde über das Jahr 1868 ist erschienen. Die Einnahmen betrugen insgesammt 14951 Thlr., worunter 5574 Thlr. an Fonds und baar gehören. Betrachten wir die laufenden Einnahmen, so müssen wir ein sehr reges religiöses, oder wenigstens cultuelles Leben in Dresden voraussetzen. Denn z. B. die Mizwoth brachten 428 Thlr., der Miethzins für Betplätze 594 Thlr., die Schlachtsteuer 1200 Thlr. ein. Ob nach dem Freizügigkeitsgesetze des norddeutschen Bundes noch ferner eine „Eintrittssteuer von 430 Thlr. (im Jahre 1868) erhoben werden könne, ist fraglich. Bei den vielen der Gemeinde zugehörigen Stiftungen, brauchten dann

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