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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-05-04 · Heft 18 (4.5.1869) · p. Seite 350

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 18 (4.5.1869)
Date
1869-05-04
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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üch wünschen, daß die Edition deS arabischen Originals kein „frommer Wunsch" bleibe, wie Hr. C. dies für lange Zeit noch in Aussicht stellt. Das kleine Häuflein Arabisten wird seine Ansprüche auf dieß LitLb nicht fahren lasten, aber immerhin die Arbeit deS Hrn. C. als eine tüchtige und verdienstvolle anerkennen. — Neben Moscato, dem gelehrten Verfaffer des inhaltreichen Commentars Kol Jehuda, Buxtorf dem jüng. dem Uebersetzer ins Lateinische, dem neuen Bearbeiter G. Brecher hat Hr. C. zur Würdigung eines unserer namhaftesten Literaturerzeugniffe ein gutes Stück beigetragen. Ch. Lengnau, < Aargau) de» 22. April. „Auch Bücher haben ihr eigenes Geschick!" R. Elia Kapsali, Rabbiner von Candia, verfaßte im Jahre 1523 in einem sehr anmuthigem hebräischen Style eine Geschichte der türkischen Dynastie, und bearbeitete zugleich verschiedene Epochen der jüdischen Geschichte, namentlich die Vertreibung der Juden aus Spanien und Portugal. Dieses Geschichtswerk irrt« no oder rrbN •m befindet sich handschriftlich im britisch Museum (defekt) und in der Talmud-Thora zu Venedig. Ans letzterer veröffentlichte vor c. 17 Jahren Philoxene Luzzatto eine Probe; eine intereffante größere Piece theilte S. D. Luzzatto in Wieners deutscher Uebersetzung das Emek Ha-bacha mit, einige andere Stellen übersetzten jüngst M. Soave und David Biterbi ins Italienische. Herr M. Laltes, Sohn des Herrn Abraham Lattes, Rabbiner in Venedig, deffen Verdienst es ist, die Aufmerksamkeit auf dieses Mscr. zuerst wieder gelenkt zu haben, hat nun vor einigen Wochen einen größeren Theil dieses sehr schätzbaren Werkes unter dem Titel: "at 'oa □■’uipb •Y'-imn zia«n ro«ba ran Dsns ab irabrr l"2i b"r 'bNiBsp m^b« De Vita et Scriptis Eliae Kapsalii »ec non de quibusdam aliis ejusdem gentis viris inlustrioribus accedunt exeerpta ad Judaeorum Historiam etc. (Patavii 1869, 115 SS.) veröffentlicht und sich dadurch den Dank aller Freunde jüdischer Geschichte erworben. Der junge talentvolle Herausgeber, ein Schüler Luzatto's und Dell» Torre's, schickt den historischen Auszügen eine fleißig gearbeitete Biographie der hervorragendsten Glieder der Familie Kapsali — MoseS, Elieser, Elkana und Elia voraus,— und hat in den am Ende hinzugefügten Noten die neueren historischen Arbeiten, welche seine Vorlage berühren, nicht unbenutzt gelasten. — Papier und Druck sind vortrefflich. _Kayserling. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 22. April. (Privatmitth.) Nachdem der Director der hiesigen jüdischen Mädchenschule, vr. Engelmann, vor vierzehn Tagen seinem langwierigen Leiden erlegen, ist seine Stelle bereits ersetzt, und zwar durch Di-. Steinschneider. Abgesehen davon, daß derselbe schon mehrjährige Erfahrungen als Lehrer besitzt, ist es erfreulich, daß ein so bedeutender Gelehrter, der durch Aufhebung des Judeneides seine bisherige Einnahmequelle verloren hat, nunmehr wieder mit einer gesicherten Stellung versehen ist. — Sie erinnern sich, mit welchen Feierlichkeiten die Synagoge der 8cbocbre-datod vor mehreren Monaten eingeweiht wurde. Jetzt hat sich nun herausgestellt, daß es an Geld zum Weiterbau absolut fehlt, und es müssen deshalb die bereits stehenden Mauern an Speculanten verkauft werden, welche, wie wir hören, dieselben zu Kornspeichern umzugestalten beabsichtigen- Man sollte doch, ehe man den Bau einer Synagoge anfängt, erst zusehen, ob man die nöthigen Mittel zu ihrer Vollendung hat, schon um das Chiüul-haschem zu vermeiden. — Die Broschüre des Dr. Cassel gegen Birchow findet hier auch in christlichen Kreisen großen Anklang. — Die Sammlungen für die russischen Juden nehmen crfreulichey Fortgang, doch ist es zu beklagen, daß die Betheiligung der christlichen Welt an denselben eine äußerst schwache ist, während doch in umgekehrtem Falle die Betheiligung der Juden stets eine glänzende zu sein pflegt. Als rühmenswerthe Ausnahme ist es zu bezeichnen, daß vorgestern die Berliner Sängerschaft in den Räumen des Handwerkervereins ein gut besuchtes Concert zum Besten der nothleidenden Juden in Rußland gab. Nächsten Sonntag wird — vielleicht der erste Fall dieser Art — in der Synagoge eine Aufführung geistlicher Musik für dieselbe Sache stattfinden; Niemann, Beetz, Frau Jachmann-Wagner und andere bedeutende Sänger haben ihre Mitwirkung zugesagt. Die Billets gehen stark ab, doch will man auch hier bemerkt haben, daß nicht ein Zwanzigtheil derselben von Christen genommen worden ist; Ueberzeichnungen über den Preis der Billets sind verhältnißmäßig wenig vorgekommen. Es ist immerhin auf eine Einnahme von 4500 bis 5000

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