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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-05-04 · Heft 18 (4.5.1869) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 18 (4.5.1869)
Date
1869-05-04
Page
Seite 348 (sequence 4)
Language
German
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348 ohne alles utrirte Kunstvirtuvsenthum, sondern im edelsten Style, mit seelenvoller Reinheit nnd echter Begeisterung aus. Es war ein Auditorium zusammen, das nach tausenden zählte, und Alle lauschten in andächtigster Sülle, von Kunstweihe erfüllt, und nicht enden wollender Beifall lohnte den würdigen Künstlern. Nun, beide waren Juden. Sie langweilten und hetzten ihre Zuhörer freilich nicht mit Zukunftsmusik, mit den symphonischen Concerten des Herrn Liszt und den tragicomifchen Harmonien des Herrn Richard Wagner. Wagner wird sie deshalb verachten, daß diese Männer sich noch immer mit den veralteten Productionen eines Bach, Haydn, Mozart und Beethoven begnügen. Aber wenn man diesem Auditorium gesagt hätte: die Juden können weder singen noch musiciren, sie sind kalt und herzlos, vermögen nicht zu begeistern und hinzureißen: was hätte es antworten müsien? So antwortet die Wirklichkeit auf alle derartige gehässige Insinuationen, und zuletzt bleiben nur diejenigen lächerlich und verächtlich, welche solche Beschuldigungen aus Motiven des Neides und Haffes in die Welt schleudern. Wie wir vorausgesetzt, thut Hans Wachenhusen jetzt in der „Neuen freien Presse" sehr entrüstet, daß man seine Expektorationen über Wagner's Pamphlet als „baare Münze" genommen, und nennt alle die, welche seine Ironie nicht verstanden, „die Dummen in Israel." Nun, dann haben diese viele Genossen unter den Christen gehabt. Herr Wachenhusen muß sich nur nicht einbilden, daß man ihm etwas übelnehme; es war Einem nur um die „Neue freie Preffe" zu thun. Die Manieren, die Sprache, das ganze Gebühren des Herrn W. sind nicht danach, um empfindlich gegen ihn sein zu können. Das beweist wiederum seine Enschuldignng, die er in der „N. ft. Pr." vom 16. April bringt. Ist es doch immer sehr bequem sich so zu halten, daß es ebenso leicht für Ernst wie für Ironie genommen werden kann — nach den Umständen kann man es dann für das Eine oder für das Andere ansgeben und seinen Nutzen daraus ziehen. Uebrigens brauchte W. nicht allzu entrüstet zu sein, dazu gilt selbst seine „baare Münze" zu wenig. Vom Institute;ur Förderung israelitischer Literatur. Das Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums. In dem Bestreben, die Leistungen des Instituts immer inhaltreicher, umfaffender und interessanter zu machen, hegen die Leiter desselben die Absicht, das „Jahrbuch für die Geschichte der Juden und des Judenthums," von welchem bis jetzt in Zwischenräumen vier Jahrgänge erschienen, von nun an regelmäßig, erweiterter und von mannigfaltigerem Inhalte erscheinen zu lassen. Es würde demnach das Jahrbuch 1) sobald genügendes Material vorhanden ist, woran wir nicht zweifeln, jedes Jahr herausgegeben; 2) sein Inhalt in zwei Abtheilungen zerfallen: die erste für Abhandlungen größeren Umfangs, die zweite für kleinere Aufsätze, Mittheilungen und Notizen; 3) würde jedem Jahrgang eine zwiefache Uebersicht beigegeben werden, die erste über die politischen Ereignisse, von denen Judenthum und Juden berührt worden, die andere über die unser Gebiet betreffenden literarischen Erzeugniffe des Jahres. Es liegt auf der Hand, daß es nicht immer die umfangreichen Arbeiten sind, welche allein einen größere» Werth und ein üeferes Jntereffe besitzen; oft kann eine Mittheilung von geringerer Ausdehnung mit demselben Rechte daraus Anspruch machen, und vermag Material herbeizubringen, das von großer Bedeutung ist. Der Zweck eines solchen Jahrbuches als eines Sammelwerkes muß vorzugsweise sein, den geschichtlichen Blick und den historischen Stoff immer mehr auszudehnen, und die Theilnahme für die Geschichte im Publicum zu beleben und zu erhalten. Aus diesem Punkte wird die beabsichtigte Erweiterung des Jahrbuches, wie wir glauben, beifällig ausgenommen und den Tendenzen des Instituts nützlich werden. Wir brauchen nicht hervorzuheben, daß es in der Natur eines solchen Jahrbuches liegt, weder systematisch in der Anordnung seines Inhalts, noch in Betreff der einzelnen Zweige der Geschichte, irgendwie beschränkt zu sein. Es kann sich vielmehr inhaltlich auf alle Epochen und alle Gebiete der Geschichte des Judenthums und der Juden ausdehnen, die allgemeinsten Betrachtungen wie die speciellsten Gegenstände in sein Bereich ziehen. Hierin gerade besteht der Nutzen und der Vorzug eines solchen Jahr-

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