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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-04-27 · Heft 17 (27.4.1869) · p. Seite 330

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 17 (27.4.1869)
Date
1869-04-27
Page
Seite 330 (sequence 6)
Language
German
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330 den Folgerungen, die aus ihm fließen, in den Pflichten, die es uns auferlegt. In wirkungsvoll gruppirten Bildern führt uns der Redner die Geschichte dieses Schma in und an Israel und die Geschichte Israels mit diesem 8obma vorüber. Das Schriftchen ist demnach eine Gabe, die wir in die Hand jedes Israeliten wünschen. Die Ausstattung ist vorzüglich, für eine homiletische Arbeit, wie es uns scheint, zu elegant. — nmi» crrrpb iN'b« 'an '072 De vita et scriptis Eliae Kapsalii nec non de quibusdam aliis eiusdem gentis viris inlustrioribus, accedunt excerpta ad judaeorum historiam pertinentia ex manuscripta Kapsalii historia cura et Studio M. Lattesii, cand. rabb. (Patavii 1869). Eine werthvolle Erstlingsarbeit, zu welcher wir dem jungen Autor herzlich Glück wünschen. In einer ausführlichen Einleitung stellt der Vers. Alles, was sich Biographisches über Elias Kapsali und einige Glieder seiner Familie vorfindet, zusammen, und giebt dann einige interessante Excerpte aus dem geschichtlichen Werke, das als '■'Vn tib bekannt, aber nicht gedruckt war. Bisher hatte man bekannlich nur einige Gutachten des Kapsali, die in den Sammlungen von Katzenelnbogen u. A. ausgenommen waren. — „Standpunkt und Leistung des R. David Kimchi als Grammatiker mit Berücksichtigung seiner Vorgänger und Nachfolger. Von Dr. Jacob Tauber (Wien, Herzfeld & Bauer 1869)." Kimchi ist in seinen Leistungen für die hebräische Grammatik über- und unterschätzt worden. Nachdem die wissenschaftliche Bearbeitung der Grammatik von dem früheren rein empirischen Gange, von dem Schematismus nach einer hergebrachten Schablone für alle Sprachen sich losgelost hatte, begann man mit Mißachtung auf einen Meister zu blicken, der für die Erfastung und Gruppirung der Sprachformen so Großes gethan. Die vorliegende Schrift sucht den rechten Standpunkt und die wahrhafte Würdigung aufzusinden, und es gelingt ihr, weil der Autor, mit Sachkenntniß ausgerüstet, auch die Klippen zu vermeiden weiß, an welchen gewöhnlich die zu sehr philosophirende Grammatik scheitert. Man weiß, daß gerade jetzt die hebräische Grammatik sehr ins Ungewisse gerathen ist, die bisherige Erklärung der grammatikalischen Erscheinungen genügt durchaus nicht mehr, und es bedarf einer ganz neuen Auffaffung. Der Typus der altclasfischen Sprachen hat hier mehr Unheil angerichtet als die Krücke Nutzen schaffte, welche er darbot. Es ist dies jedoch zu sehr erkannt worden, als daß wir eine Bessergestaltung bezweifeln sollten. Unleugbar sind hierfür historische Arbeiten wie die vorliegende sehr zweckdienlich. — „Hebräisches Taschen- Wörterbuch über das Alte Testament. In ganz neuer vollständiger Ausarbeitung und mit einem analytischen Anhang versehen von Dr. Julius Fürst, Professor. (Leipzig, 1869, Priber.)" Daß für Schüler der höheren Gymnafialklasien, angehende Theologen und die jüdischen Religionsschulen ein möglichst vollständiges, aber kurz gefaßtes Wörterbuch ein Bedürfniß sei, ist einsichtlich. Der durch seine größeren lexikalischen Arbeiten rühmlichst bekannte Verfasser hatte bereits 1842 ein solches Schulwörterbuch herausgegeben. Es genügte aber ihm selbst jetzt nicht mehr, und so hat er diese neue Arbeit unternommen auf dem Standpunkte, welchen die hebräische Lexikographie jetzt einnimmt und nach dem vom Vers, seitdem verarbeiteten Stoffe. Es ist dies sicherlich eine Vielen angenehme und nützliche Gabe. In einem analytischen Anhänge sind die schwierigen Formen alphabetisch zusammengestellt mit Angabe ihres Stammwortes. Für die Religionsschulen ist dies ein Hiilfömittel mehr, um einen methodischen und gründlichen Unterricht zu ermöglichen. — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 12. April. (Privatmitth.) Bekanntlich hat mau in der letzten Zeit öfters Gelegenheit gehabt, Hrn. Prof. Birchow trotz seiner Demokratie auf einer lebhaften Abneigung gegen Juden und Judenthum zu ertappen. So hat er auch jüngst eine Abhandlung „Ueber Hospitäler und Lazarethe" benutzt, um den Juden vorzuwerfen, daß sie in ihrem Staate solche Humanitätsanstalten nie besessen; besonders aber hätten sie für Fremde gar nicht gesorgt, da sich der jüdische Staat, als ein hierarchischer, auf Intoleranz und absoluter Ausschließlichkeit aufgebaut habe. Durch diese Aussprüche, die eben so sehr aus Unkenntniß wie aus Vorurtheil hervorgegangen, fand sich Dr. D. Cassel bewogen, einen „Offenen Brief eines Juden an Hrn. Prof. Dr. Birchow" (Berlin, L. Gerschcl) zu veröffentlichen, in welchem der Herr Professor gründlich ad absurdum geführt und sowohl die Existenz von Spitälern bei den alten Hebräern nachgewiesen als

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