Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-03-30 · Heft 13 (30.3.1869) · p. Seite 248

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 13 (30.3.1869)
Date
1869-03-30
Page
Seite 248 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226690-3226704--27033-3262595
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m tten Gemeinden zu sehr auzustrengen. DieS «m so mehr, alS ohnehin achtbar« Männer auS den verschiedenen Gemeinden vergnügungshalber nach Deutschland reisen, welche neben dem geistigen Leiter der betreffenden Gemeinde mir der Ehr« des Deputatbetraut werden konnten." Auch der ,,'Educatore Israelita“ bringt in feinem Märzhefte eine italiänifche Ueberfetzung unsreganzen Einladungsschreibens und empfiehlt den Besuch der Synode. Mögen alle diese Kundthuungrn da- Bewußtsein de- Bedürfnisses einer Synodalversammlung immer mehr wecken und die Schickung zu einer möglichst allgemeinen Wachen! Literarischer Wochenbericht. Bonn, '2$. Febr. Die Times enthalten -eine ausführliche Besprechung vvn la WoArapbis d« Talmud xar A dölphe Neubauer, über welche auch wir bereitein Referat gegeben. Bei aller Anerkennung dieser tüchtigen Arbeit hebt doch auch der Kritiker der Timehervor, wie sehr die Erwartung, daß der Talmud sür die Geographie, wenn auch nur Palästinas, wichtige und umfangreiche Notizen enthalte, getäuscht worden. Dasselbe Ergebniß mußte auch in geschichtlicher Beziehung von der sonst so lobenswerthen Arbeit des H- I. Derenbourg, biswirs de tu Patestwre 3’apres les Talmuds et les autres sourees rabbmiques anerkannt werden. Was man auch gegen Josephus und seinen Parteistandpunkt vorbringe, wir verdanken ihm allein die Kenntniß einer der wichtigsten Perioden der Geschichte deS JudenthumS, und müssen immer wieder unsere Zuflucht zu ihm nehmen. Auch ist eS immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, daß wir nicht, selbst von einem gegnerischen Stanvpmckte ausgehend, dem JostphuS in allzu fckarfer Kritik zu nahe treten. Man gestatte unS hierbei die folgende Bemerkung. Man hat jüngst die Leiter des Instituts zur Förderung d. israel. Lit. öffentlich befragt, warum sie die ihnen angetragene Ueberfetzung deS gedachten Buches von Derenbourg abgelehnt haben? Die Antwort ist einfach. Das Werk hat Bedeutung und Berständniß nur für einen kleinen ÄreiS von Gelehrten, und diese verstehen wahrlich so viel Französisch, um einer deutschen Ueberfetzung «mbehren zu können. Eine deutsche Ueberfetzung des Werkes, dessen erster Theil schon 31 Druckbogen gr. 8. befaßt, für das größere Publicum deS Instituts wäre daher völlig nutzlos, um so mehr, da, wie gesagt, die positiven Ergebnisse «u<r gering sind, und gedachtes Werk sich schr oft auf geistreiche und scharfsinnige, aber noch unbegründete Hypothesen eineanderen Autors stützt. Solche Arbeiten sind für die Wissenschaft von großer Förderung, aber für daS größere Publicum eines doch bestimmten Kreises ohne Interesse und Wirksamkeit. Wir glauben nicht einmal, daß die Anfrage anders als auS dem Motive gestellt ist, dem Institute scheinbar Borwürfe machen zu können. Wir können dasselbe bezugs anderer Fragen über die Annahme dieses oder jenes Werkes bemerken. Allerdings stehen wir nicht auf dem Standpunkte gewisser Leute, welchen das Judenthum nicht« als eine bibliographische Anstalt ist, von welcher sie interessivt, wie viele Bücher geschrieben und gedruckt worden sind. UnS ist das Judenthum eine lebensvolle Erscheinung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und Wes, waS an ihm Leben bekundet, schafft und wirkt, erscheint «nS von Bedeutung und Wichtigkeit.*) ZeitungsnaHrichLeu. Deutschland. Königsberg, im Jan. (Privatmitth.) Am 4. November v. I. ist hier die Gründung eines Vereines vollzogen Worden, der von unfern Glaubensgenossen in der Provinz mit Jubel begrüßt worden ist. Es ist dies der „Israelitisch -Studien-GeförderungS-Berein für Ost- -und Westpreußender die doppelte Aufgabe sich gestellt: Mittellosen jüdischen Studirenden die Mit- *) Ebendaselbst wurden wir auch gefragt, warum wir Jellinek'-s „Studien unv Skizzen" nicht herausgegeben hätten? Herr 0r. Jellinek, mit dem wir in freundschaftlicher Berbindung stehen, hat unS feine Schrift gar nicht angetragen, und wir erhielten nicht eher Kunde davon, als bis wir sie gedruckt im Händen hatten. Wir führen dies nur an, um zu zeigen, welche Künste man anzuwenden sucht, um daS Publicum gegen das Institut einzunehmen. Allein diese Dinge sind doch zu durchsichtig. Wir fügen hinzu, daß von den Leitern des Instituts nur solche Schriften herausgegeben werden, über deren Annahme sie alle drei einverstanden sind.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.