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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-03-16 · Heft 11 (16.3.1869) · p. Seite 209

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 11 (16.3.1869)
Date
1869-03-16
Page
Seite 209 (sequence 9)
Language
German
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209 Zwecke gewidmet ist. — „Zeugnisse und Hoffnungen. Predigt von vr. Mielziner, Rabbiner. New-Uork, 1868." — „Schleiermacher als Religions-Virtuos. Vortrag zu Schleiermacher's hundertjährigem Geburtstage von vr. I. I. Rülf. Memel, Goldschmidt." Mit der Anführung ^dieses geistvollen Vortrages über Schleiermacher verbinden wir die Hinweisung auf einen Artikel des Prof. vr. Fürst in der Gartenlaube über denselben großen christlichen Theologen. Beide Arbeiten geben Zeugniß, wie die jüdischen Denker unsrer Zeit sich dankbar auch in die christliche Theologie und Philosophie versenken und hier eine Unparteilichkeit üben, welche für die Wissenschaft von großem Werthe, und welche von christlicher Seite anerkannt werden müßte, wenn man sich daselbst entschließen könnte, jüdische Arbeiten mit Ernst zu würdigen. — Herr Ignatz Friedlieber in Pest will einige Predigten Jellinek's in's Ungarische übersetzen, und schickt dieser Uebertragung sonderbarer Weise eine deutsche „Betrachtung über die Grundpfeiler des Weltalls oder die Prämissen unsrer Existenz" als „Vorläufer" voran. Wir können dem Verf. bei aller Verdienstlichkeit, die seine Uebersetzung haben wird, nicht vvrenthalten, daß er für die eigene Autorschaft noch mehr Klärung der Ansichten und Bildung des Geschmackes erstreben und abwarten müsse. — Zum Schluffe dieser heutigen Notizen wollen wir noch zweier größeren Werke von hohem Werthe Erwähnung thun. «np^os Pesikta, die älteste Hagada, redigirt in Palästina von Rab Kahana. Herausgegeben nach einer in Zefath Vorgefundenen und in Aegypten copirten Handschrift durch den Verein Mekize Nirdamim. Mit kritischen Bemerkungen, Verbesserungen und Vergleichungen der Lesearten drei anderer Handschriften in Oxford, Parma und Fez, nebst einer ausführlichen Einleitung von Salomon Buber in Lemberg. Lyck .1868. Es wäre überflüssig, von dem Werthe dieses, unsere Midrasch-Literatur bereichernden Werkes noch ein Wort zu sprechen. Nur auf die ausführliche, gründliche und umsichtige Einleitung des Herrn Buber wollen wir ganz besonders die Aufmerksamkeit wenden und unsre volle Anerkennung für dieselbe aussprechen. — Herr vr. Bernhard Fischer in Leipzig hat eine neue und durch Anmerkungen bereicherte Ausgabe des Vexioon clialdaicum, talmudicum et rabbinicum von Buxtorf (Leipzig, Schäfer 1869) unternommen, und der erste Band des schön ausgestatteten Werkes liegt vor uns. Daß eine neue Ausgabe des Buxtorf'schen Lexicons, aber j auch eine neuere, wenn nicht Bearbeitung, doch Erweiterung längst zum Bedürfniß geworden, ist Jedermann bekannt, und wir wissen es daher dem vr. Fischer Dank, an dieses schwierige Unternehmen gegangen zu sein. Wenn wir auch der Hypothese des Herausgebers über die polemischen Tendenzen der biblischen Schriften, wie er sie in seiner Vorrede darlegt, nicht beistimmen, sondern sie für eine sehr einseitige Auffassung der heil. Schrift erachten, so sind doch, und das ist die Hauptsache, die lexikalischen Anmerkungen und Zusätze des Herausgebers von nicht geringem Werthe und wünschen wir daher dem Werke einen günstigen und raschen Fortgang. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Neuwied, l. März. (Privatmitth.) Unmittelbar nach Bekanntwerden des Herrenhaus-Beschlusses über den Antrag des vr. Kosch in Betreff des sogenannten Judeneides hat die hiesige Synagogen-Gemeinde ihrem Lehrer, Herrn Rosenfeld, welcher bisher mit der Eidesabnahme betraut war, und die deßfallsigen Gebühren bezogen hatte, eine Gehaltszulage von einhundert Thaler pro Jahr angewiesen*). Aus dem Badischen, den 2. März. (Privatulith.) Die Religionslehrer im hiesigen Lande sind noch immer nicht so gestellt, daß sie mit ihrer Stellung irgendwie zufrieden sein könnten. So kam es jüngst vor, daß eine israelitische Gemeinde ihrem Lehrer, dem durch Verfügung des großherzogl. Oberraths die Religionslehrerstelle übertragen worden, eigenmächtig das Schulzimmer verschlossen hielt und ihm auch die Versehung des Vorsängerdienstes nicht gestattete! Angesichts solcher Gewaltthätigkeiten raffen sich die Religionslehrer Baden's auf, um zur Verbesserung ihrer Lage energische Schritte zu thun, wie folgender Aufruf aus der „Bad. L. Ztg." das Nähere besagt: „Es rührt sich endlich auch der israel. Religionslehrerstand, allein sein Rechtsverhältniß ist noch ein unklares und mit dem Oberrathe der Israeliten kann er nicht zufrieden seyn. Darum, Ihr Amtsbrüder, *) Zur Nachahmung dringend empfohlen! Die Redaction. 11

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