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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-03-02 · Heft 9 (2.3.1869) · p. Seite 167

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 9 (2.3.1869)
Date
1869-03-02
Page
Seite 167 (sequence 5)
Language
German
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167 zählen als in Städten wie Hamburg, Altona, Prag, Pest u. s. w. Die höchste Ziffer nimmt Berlin in Anspruch, und doch ist auch hier das Verhältniß zur Bevölkerung ein geringes. Unsere Erfahrung hat uns hinlänglich gezeigt, daß es lediglich davon abhängt, ob an den einzelnen Orten sich Männer von Einfluß finden, welche sich der Sache mit Eifer annehmen, und die nicht etwa vorübergehenden, sondern dauernden Erfolge, welche einzelne Männer derartig erzielten, beweisen hinlänglich die Thatsache, daß, wenn nur die Mehrzahl der hierzu berufenen und im Grunde verpflichteten Männer sich dies angelegen sein ließe, die Zahl der Abonnenten sich leicht verfünffachen ließe. Wer die Verhältnisse kennt, wird dies als ganz richtig ansehen. Dem großen Publikum fehlt es nicht an Theilnahme, wenn es darauf aufmerksam gemacht und ihm die Anschaffung erleichtert, wenn ihm die Bücher ins Haus geschafft werden. So erwirke» einzelne Männer bedeutende Resultate, während die Gleichgültigkeit oder gar das Widerstreben Anderer die Weiterverbreitung behindert. So sehen wir in den letzten Jahren das Institut nicht wachsen, vielmehr hat sich der im Sturmjahre 1866 erfolgte Ausfall von einigen hundert Abonnenten noch nicht wieder ersetzt. Da wir in allen Dingen Klarheit und Kenntniß der Sachlage lieben, so wollten wir diese Bemerkungen nicht unterdrücken. Das Institut ist Jahr für Jahr allen seinen Verpflichtungen auf's Pünktlichste nachgekommen, und es ist keine einzige Anforderung vorhanden, die nicht erfüllt und abgethan worden. Ueber den Werth jeder einzelnen seiner Leistungen kann selbstverständlich das Urtheil verschieden ausfallen. Die Tendenz und die Bestrebung im Ganzen kann nur von parteiischem Standpunkte aus getadelt werden. Deshalb hegen wir auch die zuversichtliche Hoffnung, daß das Institut einen dauernden Bestand noch lange Zeit behalten und seine Wirksamkeit eine segensreiche sein werde. Mögen diese Zeilen Manchem, der es vermöchte, eine thatkrästige Mitwirkung erwecken. Auch für den nächsten, den 15. Jahrgang, liegen bereits anziehende Werke vor, und heben wir aus ihnen heute nur heraus, daß wir den 11. Band der Geschichte von Grätz und in der Fortsetzung der Bibliothek die Uebersetzung der höchst intereffanten und wichtigen Schriften Philo's: über die Schöpfung der Welt, die drei Bücher Allegorieen und das Buch über die Cherubim bringen werden. Bonn, 21. Februar. Es wurde in d. Bl. jüngst über die literarische Freibeuterei in Nordamerika Klage geführt. Es giebt aber in Europa noch einen Staat, in welchem das geistige Eigenthum der Autoren nicht im Geringsten respectirt wird, weil es eben durch keine internationalen Verträge geschützt ist. Es ist dies Holland. In diesen Tagen theilte uns ein Correspondent mit, daß bereits Ostern vorigen Jahres eine holländische Uebersetzung unseres geschichtlichen Namens „Jakob Tirado" in Rotterdam erschienen sei, und zwar von einem sehr ehrenwerthen Autor und in einer der renommirtesten Buchhandlungen. Aber beide hatten es für überflüssig gehalten, sowohl bei uns wegen des Uebersetzungsrechtes anzufragen, als ein Exemplar des übersetzten Werkes uns zu übersenden. Wollten wir ein solches sehen, mußten wir es kaufen. Auf diesem Wege erst erhielten wir ein Exemplar, und freuten uns der schönen Ausstattung und des trefflichen Kupferstiches, mit welchem es geschmückt worden. Der Uebersetzer ist W. I. van Bommel van Bloten, der Verleger H. Nijgh. Ganz gleich erging es uns vor einigen Jahren mit der holländischen Uebersetzung unserer Broschüre „Ueber die Kreuzigung Jesu." Wir glauben nicht berechtigt zu sein, Autor und Verleger in diesen einzelnen Fällen anzuklagen, denn es ging früher in Deutschland ebenso zu, als das literarische Eigenthum noch nicht durch Gesetze und internationale Vertrage gesichert war. Aber es wäre wohl an der Zeit, daß der norddeutsche Bund und die übrigen deutschen Staaten auch hinsichtlich Amerikas und Hollands das zur Ausführung zu bringen suchen, was Rechtens ist. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus der Provinz Posen im Februar. (Privatmitth.) Aus Lemberg wird der „P. Z." geschrieben Die von den polnisch-nationalen Ultra's gemachten Anstrengungen zur Polonisirung der jüdischen Bevölkerung Galiziens sind als völlig gescheitert zn betrachten. Das Project der Gründung einer polnisch-jüdischen Zeitung, wie der mit großem Geräusch ins Leben gerufene Verein zur Verbreitung der polnischen Sprache unter den Juden, haben bei der jüdischen Bevölkerung auch nicht die geringste Theilnahme und Unterstützung gefunden, vielmehr als Attentate gegen ihre deutsche Muttersprache ihren ganzen Unwillen erregt. Als ein

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