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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-03-02 · Heft 9 (2.3.1869) · p. Seite 166

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 9 (2.3.1869)
Date
1869-03-02
Page
Seite 166 (sequence 4)
Language
German
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166 direkte Wahlen an, bestimmt für alle drei Jahre einen Congreß, besten Mitglieder die Zahl 90 nicht überschreiten können, da auf 5000 Seelen je ein Deputirter kommt. Die Sache war zu unwesentlich, um zu Meinungsdivergenzen Anlaß zu geben, und wurde auch einstimmig angenommen. Auch die von der Gemeindekommission vorgelegten Uebergangsbestimmungen bis Jnslebentreten des geschaffenen Gemeindestatuts wurden nach einigen unwesentlichen Abänderungen acceptirt. Wenn ich gut unterrichtet bin, werden die Berathungen noch vor dem Purimfeste geschloffen. Es wird nun das Versäumte nachgeholt, täglich finden zwei Sitzungen statt; ja Sonnabend wird die Generaldebatte über das Schulstatut einer Nachtsitzung eröffnet werden. Zum Schluffe muß ich noch eines höchst bedauerlichen Vorfalles Erwähnung thun. Die ausgeschiedenen Ultraorthodoxen nahmen bei dem Cultusminister Audienz und verlangten nichts Geringeres — als einen eigenen Congreß. Ferner entblödeten sich diese guten Herrn nicht demselben eine Dennn ciationsschrift zu überreichen, in welcher sie die Fortschrittspartei der Gotteslästerung, des Schmähens über die Religion und die Verificationskommission der P ar t e il i ch k e it beschuldigten, und sandten dem Präsidenten eine Abschrift davon zur Verlesung im Congresse ein. Der Präsident erwähnte die Brandschrift zwar, bezeichnete sie aber für das, was sie ist, „ein Pamphlet, nicht würdig im Congresse verlesen zu werden." Tags darauf erhebt sich Herr Emanuel Eisler, der Wackerste dieser Kämpfer und schleudert dein Präsidenten — unter dem Vorwände zur Geschäftsordnung sprechen zu wollen — die schwersten Schmähungen und Verleumdungen in's Gesicht. Es gelang nur der Mäßigung des Präsidenten, die Indignation hierüber nicht laut werden zu lassen, und die Fortschrittspartei hat bei dieser Gelegenheit das schönste Zeugniß davon abgelegt, daß sie sich deffen bewußt sei, was sie sich selbst schuldig ist. Der Redner mußte zweimal zur Ordnung gerufen werden, das Wort wurde ihm entzogen. Der Präsident drohte mit einer Beschlußfaffung des Congreffes über ihn, das half alles nichts, bis es selbst den Orthodoxen zu stark wurde, und die Zunächstsitzenden ihm factisch den Mund zustopften, dann erst entfernte er sich aus dem Saale. Sam. Singer. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 19. Februar. Die Jnstitutsschriften deS 14. Jahrgangs (1. Mai 1868 — 1. Mai 1869) sind versendet, und hoffen wir, daß die Abonnenten sich von ihnen sowohl dem Inhalte, als dem Umfange nach befriedigt fühlen werden. Blicken wir auf die zurückgelegten vierzehn Jahre, so wird die Unparteilichkeit, mit welcher die Leiter des Instituts die Auswahl treffen, in die Augen fallen. Das Institut hat Schriften bereits von einundvierzig Autoren gebracht, nämlich in alphabetarischer Ordnung von: Miß Aguilar, B. Bär, Boxberger, Tobias Cohn, D'Jsraeli, Duschak, Erckmann- Chatrian, L. A. Frankl, Frankolm, Frei, Julius Fürst, Jacob Fränkl, Geiger, Grätz, M. A. Goldschmidt, Hamburger, Herzfeld, Jost, Josephus, Kayserling, Kossarski, Kulke, A. W. Levy, Giuseppe Levy, Lewysohn, Neubauer, Obadjah aus Barten ura, Oelsner, Ludwig Philippson, Phöbus Philippson, Philo, Rabbinowitsch, Ritter, Leop. Stein, Verfasser der deutsch-amerikanischen Skizzen, Verfasserin der Rachel und In Banden frei, Wiener, Wiesner, Millstätter, Dr. G. Wolf, A. A. Wolff. Von diesen Autoren gab das Institut 46 selbstständige Werke und 2 Sammelwerke «Jahrbuchund Bibliothek)heraus,von denen eines bereits 7 Bände, eines 5, eines 4, vier 3 und drei 2 Bände umfaffen. Mehrere dieser Schriften sind von geringerem Umfange, bei anderen steigt der Umfang bis auf 38 und 40 Druckbogen gr. 8. der Band. Außerdem förderte durch Subventionen das Institut das Erscheinen von 11 Werken. Hierfür wäre gern mehr geleistet worden, wenn dem Institute größere Mittel zu Gebote ständen. Sicherlich wäre es Unrecht, die Theilnahme des Publikums an dem Institute gering anzuschlagen, da sie sich vielmehr durch diesen ganzen Zeitraum im Ganzen gleich geblieben. Dennoch ist es nicht zu verkennen, daß die Zahl seiner Abonnenten bedeutend größer sein könnte. Denn wenn auf der einen Seite die vorhandene Zahl namentlich der consequent treu bleibenden Abonnenten so groß ist, um sie als Bürgschaft für den Werth der Leistungen ansehen zu müssen, so zeigt doch jeder Blick in das jährlich erscheinende Abonnentenverzeichniß sowohl, wie zahlreich die Oerter sind, in welchen das Institut gar keinen Raum gewonnen, als auch wie viel insbesondere in den großen Gemeinden noch geschehen könnte. Wir haben mittlere, ja kleinere Gemeinden, in denen wir mehr Abonnenten

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