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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-02-23 · Heft 8 (23.2.1869) · p. Seite 158

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 8 (23.2.1869)
Date
1869-02-23
Page
Seite 158 (sequence 18)
Language
German
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158 gem Aeußern, hat dunklen Teint, durchdringende schwarze Augen, schwarzes Haar und schwarzen Bart, die stark mit Grau vermischt silid. Als Redner ist er sowohl im Englischen wie im Deutschen ganz beredt und ist auch ein vollendeter Sprachkenner. Rev. James K. Gutheim ist von Geburt ein Westphale. Nachdem er seine Universitäts- und theologischen Studien beendet hatte, fungirte er drei Jahre in seinem Vaterlande als Prediger und Lehrer. Im Jahre 1843 kam er in New-Iork an. Zuerst arbeitete er als Buchhalter in einem Wechselcomptoir eines Bruders, eines Kaufmanns in dieser Stadt, und schrieb gelegentlich Artikel für die Presse. 1846 wurde er nach Cincinnati berufen, um die Stelle des Vorstehers des hebräischen Jnstitus zu bekleiden und gleichzeitig fungirte er als Prediger dort. 1850 folgte er einem Rufe nach New-Orleans, wo er seitdem immer geblieben, und ist jetzt Prediger einer der größten Gemeinden der Vereinigten Staaten. Seine Predigten, die er bei gelegentlichen Besuchen in New-Aork hielt, haben immer Aufmerksamkeit erregt und wurden später entweder in einer Broschüre oder in den Spalten der jüdischen und Tages- Presse veröffentlicht. Als Redner ist Rev. Mr. Gutheim fließend und anmuthig. Sein Styl ist eine Verbindung des Philosophischen und des Poetischen. Rev. Dr. M. Jastrow wurde in Posen im Jahre 1829 geboren. Er besuchte das Gymnasium zu Posen, und hatte schon frühzeitig mit dem Rabbiner Moses Feilchenfeld den Talmud studirt. Im Jahre 1852 bezog er die Universität zu Berlin und drei Jahre später promovirte er mit Auszeichnung durch seine Dissertation über das philosophische System des Aben Esra. Zwei Jahre lang war er Lehrer an der Schule von Dr. Sachs in Berlin. Im Jahre 1858 wurde Dr. Jastrow nach Warschau berufen. 1861, beim Ausbruch der politischen Unzufriedenheit in Polen, nahm Dr. Jastrow natürlich die Partei der bedrängten Juden und Polen. Er wurde festgesetzt und mußte dreizehn Wochen in der Citadelle von Warschau zubringen, bis er, da er preußischer Bürger, nach seinem Vaterland ausgetriebeu oder vielmehr verbannt wurde. s)lad) einem einjährigen Aufenthalt in Preußen nahm er die Rabbinerstelle in Mannheim an, als ein Dekret des Prinzen Constantin, des Gouverneurs von Polen, fein Verbannungsuriheil aufhob und ihm erlaubte, nach Warschau zurückzukehren. Als im Jahre 1863 die Revolution ausbrach, war er zum zweiten Male gezwungen die Stadt zu verlassen, und im folgenden Jahre wurde er Rabbiner der Synagoge zu Worms, welche Stellung er bis 1866 inne hatte, wo er einen Ruf von der Gemeinde Rodef Sholom in Philadelphia annahm. Rev. Dr. Jastrow ist einer der gelehrtesten jüdischen Theologen in diesem Lande, beredt in seiner Predigt und mit der Feder, und thätig in seiner Vertheidigung des Judenthums. Er ist von mittlerer Größe, sein Gesicht ist sanft und angenehm. Sobald seine Kenntniß unserer Sprache sein Reden in dieser Zunge erlauben wird, können wir große Resultate von seiner Beredtsamkeit und Energie erwarten. (Schluß folgt.) Neueste Ausgrabungen in Jerusalem. In England hat sich bekanntlich eine Gesellschaft für Erforschung Palästinas gebildet. Diese Gesellschaft, welche unter dem Patronat der Königin steht, und an deren Spitze sich die hervorragendsten Mitglieder des hohen Klerus und der Aristokratie Englands befinden (auch der Baron Lionel v. Rothschild ist eines der Mitglieder des Comitös), verfolgt keinen bestimmten religiösen Zweck, sondern hat sich zum ausschließlichen Ziele die Erforschung des allen Religionsparteien gleich heiligen Gelobten Landes und besonders Jerusalems gesetzt. Selbstverständlich sind hierzu bedeutende Fonds nothwendig, und wäre es sehr wünschenswerth, wenn diese englischen Bestrebungen auch vom Kontinente aus eifrig unterstützt würden. Doch auch mit ihren verhältnißmätzig beschränkten Mitteln hat die Gesellschaft bereits bedeutende Entdeckungen in der Topographie Jerusalems gemacht, wie eine lange Reihe von Berichten und Plänen, die uns vorliegen, beweisen. Es ist dies besonders das Verdienst des überaus tüchtigen Mannes , welchen die Gesellschaft für die Leitung der von ihr angestellten Ausgrabungen gewonnen hat, des Lieutenants Warreu. Bereits in den Jahren 1865 »nd 1866 machte Kapitän Wilson eine vorbereitende Reise im heiligen Lande, während die eigentlichen Arbeiten seit dem Jahre 1867 unter der Direktion des Lieutenants Warren begonnen haben. Das hauptsächlichste Ziel der englischen Ausgrabungen ist der Tempelberg nebst seinen Umgebungen. Hervorzuheben ist — obwohl es nach dem Charakter und den Institutionen des jüdischen Volkes zu erwarten war - daß an Erzeugnissen der Kunstindustrie nur höchst Unbedeutendes gefunden worden ist, nämlich nur Töpfereien, Bronce, Nägel und Glas; die ersteren aus verschiedenen Zeiten, das letztere anscheinend aus dem dritten oder vierten Jahrhundert. Die Münzen sind im Allgemeinen kufisch, obwohl der Lieutenant auch einige hebräische in Vermischung mit jenen späteren gefunden hat. Er entdeckte auch das Siegel des „Chaggai, Sohnes Schebanja's", welches dem Charakter der Schriftzüge nach aus den Zeiten Esra's stammen soll. Was nun den Tempel selbst betrifft, so sind darin Alle einig, daß er auf dem viereckigen erhöhten Platze stand, der „Haram-Area" genannt wird; aber dieser Platz ist siebzehnhundert Fuß im Quadrat weit, während der Tempel mit Vorhöfen und Allem nur sechshundert Fuß im Quadrat einnahm. Dieser Platz Haram-Area (der alte

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