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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-01-19 · Heft 3 (19.1.1869) · p. Seite 44

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 3 (19.1.1869)
Date
1869-01-19
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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44 sammelt. Es wurden „Schafe und Rinder, die nicht zu zählen und nicht zu rechnen waren vor Menge" geopfert. Und nun „stellte sich Salomo vor den Altar des Ewigen, der ganzen Versammlung Israels gegenüber, und breitete seine Hände aus gen Himmel und sprach." Er betet zuerst, daß Gott sich zu seinem Gebete und zu seinem Flehen wende, um diesen Tempel zu bewahren (V. 28.). Soll Jemand einen Schwur vor dem Altar in diesem Hause leisten, so höre ihn Gott und richte danach (31. 32.). Wenn Israel gesündigt, daß es vom Feinde geschlagen wird und es bekehrt sich und betet in diesem Hause, so erhöre es Gott, vergebe ihn: und stelle es wieder her (33. 34.,. Wenn kein Regen ist und man betet an diesem Orte, so erhöre es Gott und verleihe Regen (35. 36.). Im Falle von HungerSuoth, Pest, Getreidebrand, Heuschrecken u. s. w., in jeglicher Plage und Krankheit, wer in diesem Hause betet, den erhöre Gott, vergebe ihm und Lhue ihm nach seinem Wandel (37—40.). Kommt ein Fremdling nach diesem Hause und betet an, so erhöre ihn Gott (41—43.). Wenn Israel gesündigt hat, geschlagen und in die Gefangenschaft geführt wird und es bekehrt sich und betet im fremden Lande, nach diesem Hause hin gerichtet , so erhöre es Gott und führe es zurück (46—53.). Und als Salomo dann einen Lobpreis Gottes begann, so endete er nochmals, daß sein Gebet dem Herrn nahe sei und dieser seinem Volke Israel Recht schasse Tag für Tag (59.). — Es kann hier nicht übersehen werden, daß in dieser ganzen Weiherede für die neue und dauernde Opferstätte und trotz daß so viele Opfer bei dieser Gelegenheit dargebracht wurden, kein Wort von den Opfern, deren Werth und Wirkung vorkommt, sonvern lediglich vom Gebete. Die Sünde soll vergeben werden auf das aufrichtige Gebet hin, der Schwur -erfüllt, die Niederlage gewendet, jede Plage beseitigt werden auf das Gebet hin, das in diesem Hause oder nach ihm hin mit ganzem Herzen gebetet worden. Daß Gott die Opfer, die hier dargebracht würden, beachten, durch sie. die Sündenvergebung bewirkt, die Befreiung von jedweder Noth und Bürde durch sie von Gott erlangt werden solle — was wir hier doch am ehesten zu erwarten gehabt — davon ist keine Spur, sondern ganz allein auf das Gebet, und nicht einmal in Verbindung mit Opfern, der ganze Nachdruck gelegt. Dies ist ein Beweis für eine fast schon ausschließliche religiöse Bedeutung, die bereits dem Gebete zugeschrieben wurde. Der Einwand, daß wir es hier mit der Auslassung eines Einzelnen zu thun hätten, wird durch die Autorität des Buches abgeschwächt, ganz und gar aber beseitigt, wenn wir einen prüfenden Blick in das Psalmenbuch werfen. (Schluß folgt.) Literarischer Wochenbericht. Bonn, 9. Decbr. „Geschichte des Volkes Israel und der Entstehung des Christenthums von Dr. Georg Weber, Professor und Schuldireetor in Heidelberg, und Dr. Heinr. Holtzmann, Prof. d. Theologie in Heidelberg. Leipzig, Engelmann 1867." Wir beschäftigen uns heute nur mit dem ersten Bande, welcher „das Volk Israel in der alttestamentlichen Zeit" behandelt, und vom Prof. Dr. Georg Weber verfaßt ist. Der zweite Band erstreckt sich über die nachbiblische Zeit, das Entstehen und die Urgeschichte des Christeuthums, und werden wir auf diesen später zurückkommen. Wir heben zuvörderst hervor, daß der Verf. von der aufrichtigen Würdigkeit des Volkes Israel beseelt ist. Er gehört zu der großen Zahl von Männern unserer Zeit, welche, sobald sie sich nicht auf spezifisch christlichem Boden befinden, mehr Juden als Christen sind. Zur Characterisirung führen wir folgende Stelle aus der Vorrede an: „Es ist nun der Zweck des vorliegenden Buches, in dem weiten Raume zwischen dem biblischen Schul- und Jugendunterricht und den Werken der theologischen Wissenschaft sich eine Stätte zu suchen; und die Verfasser würden sich reichlich belohnt finden für ihre Mühe und ihr Streben, wenn es ihnen gelingen sollte, für eine vorurtheilsfreie Betrachtung des geschichtlichen Bodens und Bölkerlebeus, auf welchen der Monotheismus und die Gottesidee emporgewachsen sind, einiges Interesse zu erwecken; wenn es ihnen gelingen sollte, anschaulich zu machen, daß das israelitische Volk des Alterthums wie alle Culturvölker des Erdbodens sich durch geistiges Ringen und Schaffen aus dem innersten nationalen Lebenskern heraus emporgearbeitet, daß es, was der größte Ruhm eines Volkes ist, die idealen Güter gepflegt und hochgeschätzt und daß es, wenn auch von geringer Bedeutung für das äußere Geschichtsleben, durck die Ausbildung des einheitlichen und geistigen Gottesbegriffes, durch die Aufstellung humaner Gesetze und Sitten und durch die Hervorbringung edler und erhabener Geistesproducte sich eine würdige Stellung unter

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