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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-01-05 · Heft 1 (5.1.1869) · p. Seite 11

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 1 (5.1.1869)
Date
1869-01-05
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 Euer Majestät haben die Feststellung des besseren Zustandes unserer Confession in unsere eigenen Hände gelegt und jetzt wird es an uns sein, die erhabenen Absichten Eurer Majestät zu verwirklichen. Um so sicherer können wir versprechen, daß wir bei der Regelung der Gemeinde- und Schul-Angelegenheiten unserer Confession in vollem Maße allen jenen Anforderungen entsprechen werden, welche der Staat den mit Autonomie bekleideten Confessionen gegenüber mit Recht erheben kann, da wir dies im Geiste unserer, von den Vätern ererbten Religion thun können, welche wir so, wie wir sie von unseren Vätern überkommen, auch auf die künftigen Geschlechter unverändert vererben wollen. Wir sind überzeugt, daß die Resultate des Congresses für unsere Confessionen nur heilbringend sein, daß wir, die Organisation der Cultusgemeinden mit gegenseitiger Billigkeit festsetzend, den Frieden im Schoße unserer Cultusgemeinden sichern, die Eintracht für ewig befestigen und unsere Confessions- und Gemeinde-Angelegenheiten zur Blüthe bringen werden. Aehnliche Hoffnungen hegen wir hinsichtlich des Erblühens unserer confessionellen Schulen. Denn wir werden es für unsere heilige Pflicht erachten, unsere confessionellen Unterrichts-Anstalten in einen solchen Stand zu setzen, daß sie nicht blos mit den betreffenden Anstalten anderer Confessionen rivalisiren, sondern als Muster gelten können. Alle diese Institutionen werden jene Treue und Anhänglichkeit nur vermehren, mit welcher wir Euer Majestät und dem Vaterlande stets zugethan sind, und die nun um so unverbrüchlicher sein wird, da die Verfassung des Vaterlandes unseren Glaubensgenossen die bürgerliche und politische Freiheit, unserer Confession aber die Autonomie sichert. Der Herr der Heerschaaren überschütte Euer Majestät und deren allerdurchlauchtigste Familie mit seinem reichsten Segen! Gegeben aus der am. . . December 1868 abgehaltenen Sitzung des auf den 10. December nach Pest einberufenen Congresses der Israeliten Ungarns. Sitzung vom 20. December. In der heutigen Sitzung beschwerte sich, nach Vorlesung des Protocolls, selbstredend des deutschen, der Deputirte Israel Frankl, daß der im vorigen Briefe erwähnte Protest der zwölf Orthodoxen nicht protocollirt sei. Der Präsident erklärte die Aufnahme ins Pro- Locoll geschäftsordnungsmäßig unmöglich. Alsdann wurde die Übersendung einiger Actenstücke aus dem Cultusministerium angekündigt und das Resultat der gestrigen Wahlen unter Eljens verkündet. Nach der Verpflichtung der Erwählten auf Ehrenwort kam ein Antrag von Fenyvessy, vr. Zipfer, Dr. L. Fischer, Dr. A. K ohnt und anderen Liberalen zur Verlesung. Der Antrag enthält folgende drei Punkte: 1. Es möge eine Commission von 25 Mitgliedern damit betraut werden, einen Statuten-Entwurf über Gemeinde-Organisation und Verwaltung des Schulfonds auszuarbeiten; 2. möge eine gleichfalls aus 25 Mitgliedern bestehende Commission mit der Ausarbeitung eines Statuten - Entwurfes über Schul-Angelegenheiten, endlich möge 3. eine Fünfundzwanziger-Commission damit betraut werden, den Entwurf eines Wahlstatuts für die künftigen Congresse und eine Geschäftsordnung auszuarbeiten. Ein zweiter Antrag, von Abraham Weinberger, bezweckt, daß zur Vereinfachung der Behandlung der Schulfragen und zur Vermeidung der auf diesem Gebiete vorkommenden Verwirrungen, von jeder Seite des Hauses ein Cvmite von 10 Mitgliedern gewählt werde. Jedes dieser beiden Comitos möge ein Elaborat über diese Angelegenheit ausarbeiten. Der Congreß möge sodann aus seiner Gesammtheit ein 2 ler-Comite erwählen, welches ein Elaborat über die in Rede stehenden Angelegenheiten ausarbeiten möge, wobei die Elaborate der vorhin erwähnten beiden Commissionen zur Grundlage und Richtschnur dienen sollen. Ignaz Deutsch wünscht, daß der Congreß an die Erfüllung seiner Aufgaben der Reihe nach gehe, und zwar wie der Cultusm inister sie ihm vorzeichnet. Die Abstimmung ergab eine Majorität für die Uebernahme beider Anträge auf die Tagesordnuug und Bestimmung der letzteren durch den Präsidenten. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 28. Decbr. (Privatmitth.) Die Gemeindewahlen sind sämmtlich in liberalem Sinne ausgefallen, so daß ziemlich alle orthodoxen Mitglieder der Repräsentanz ausgeschieden sind. Das Berhältniß der Stimmenzahlen ist noch nicht bekannt geworden. 1*

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