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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-12-29 · Heft 53 (29.12.1868) · p. Seite 1054

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 53 (29.12.1868)
Date
1868-12-29
Page
Seite 1054 (sequence 12)
Language
German
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Gemeinden sind nur diejenigen Gemeindeangehörigen steuerpflichtig, welche der betreffenden kirchlichen Gemeinschaft angehören." In Zürich wird die zweite Berathung der neuen Verfassung am 8. März beginnen. Nachher findet wie in Bern die Volksabstimmung statt. Auch im Canton Luzern ist der große Rath am 2. d. auf die Frage der Verfassungs-Revision mit 66 gegen 28 Stimmen eingetreten. Än der Mehrheit befinden sich neben der gesammten conservativen Partei ein Theil der Liberalen, während ein anderer Theil dieser Partei die Minderheit bildet. Der erste revidirte Artikel gewährleistet Glaubensfteiheit, so daß Niemand wegen seines Glaubensbekenntnisses in bürgerlichen und politischen Rechten beschränkt werden darf. Ein Versuch die alte Staats-Religion zu retten, fand selbst bei den Conservativen geringen Anklang. ,Luzern war bekanntlich früher der am meisten ausschließliche katholische Canton, das Haupt des Sonderbundes 1847.) Holland. Amsterdam, 4. December. (Privatmitth.) Bekanntlich werden die Mitglieder des frühesten Gerichtshofes in Niederland (Hoogs Rad Casfativns-Hof) verfassungsmäßig aus einer Präsentationsliste von 5 Canditaten, welche die 2. Kammer der Generalstaaten wählt, vom Könige ernannt. Unlängst wurden zwei Juden von den Generalstaaten auf eine solche Liste gebracht: der Herr vr. C. D. Asser, Rath am Nordholländischen Appellhofe, und der Herr vr. de Pinto, Ministeral-Rath im Justizdepartement. Beide gehören zu den ausgezeichnetsten Juristen des Landes. Herr l>>. Asser war der 2. und Herr l)r. d« Pinto der 5. Cantzidat. Würde einer dieser Herren der erste gewesen sein, die Regierung würde ohne Zweifel ihn ernannt haben. Großbritannien. Aus Rordenglaud, 1. September. (Privatmitth.) Neue Synagogen entstanden in jüngster Zeit im Borough, einem der südlichen Stadttheile Londons, eingeweiht am 7. April 1867; die North-Lond on- Synagoge, dem Gottesdienst übergeben am 29. März d. I. Newcastle am Thne erhielt ein Bethau8 des polnischen Ritus. — In dem Mäße, als der Strom der Bevölkerung vom Centrum nach den Radien sich bewegt, werden die Vorstädte Londons, eine nach der andern, mit Gotteshäusern versehen. Es ist jetzt die Rede davon, für Regents. Park und Hampstead, d. h. für das nordwestliche London, eine Synagoge zu erbauen. Die Gemeinde der British Jews, welche ihrem kleinen, aber höchst würdigen Bethause in Margareth-Street länch't entwachsen ist, bedarf für ihren projektirten Neubau i 15,000, wozu i 8000 bereits gezeichnet sind.—Diese Gemeinde hat vor einiger Zeit einen neuen (dritten) Prediger angestellt und dazu Herrn Philipp Magnus, einen jungen vielverheißenden Gelehrten, gewählt. Die portugiesische Gemeinde Londons hat in ihrem jetzigen Chacham, dem von Neapel gekommenen Professor Benjamin Artom, eine sehr würdige Persönlichkeit erworben. Diese älteste der londoner Gemeinden, welche unmittelbar nach Menasseh ben Israels Auftreten gegründet worden war, zählte unter ihren Rabbinern Namen wie Nieto und Abendana. Seit 1827, wo der letzte Chacham, Meldola, erwählt 1804, starb, war die Stelle unbesetzt geblieben. Am 19. April ward in einem zahlreichen Meeüng die administrative Vereinigung der drei City-Synagogen — der großen, der neuen und der Hambro'- Synagoge — beschlossen. Diese Maßregel, welche nicht nur ein gemeinschaftliches Zusammengehen im Armenwesen ermöglicht, sondern überhaupt das Bedürfniß nach größerer Einigkeit löblich andeutet, ist allerdings ein wesentlicher Fortschritt zu nennen, wenn wir gleich die ungeheure Wichtigkeit, welche ihr in hiesigen Kreisen beigemessen wird, schwer begreifen können. Der Board of deputies, welcher sich die Aufgabe gestellt, die jüdischen Angelegenheiten nach außen zu vertreten, und an dessen Spitze der ehrwürdige Montefiore steht, besteht aus 23 Abgeordneten, von denen 16 London, die 7 übrigen die Provinz vertreten. Es zählen zu diesem Verbände 42 Synagogen, 7 in London und 35 im übrigen England. Auch diesmal sind wir in der angenehmen Lage von Kundgebungen zu sprechen, welche das Gute und Gemeinnützige im Wirken und in den Institutionen der Juden aufs Freudigste und Unmittelbarste anerkennen. Die reine Atmosphäre der Frecheit, welch

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