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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-12-29 · Heft 53 (29.12.1868) · p. Seite 1049

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 53 (29.12.1868)
Date
1868-12-29
Page
Seite 1049 (sequence 7)
Language
German
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deren von der Conferenz der Vertrauensmänner geförderten Vorarbeiten dem Präsidium übergeben. Indem der Staat es Ihnen überläßt, so schloß der Redner, Ihre Angelegenheiten so selbstständig zu ordnens wie es in keinem anderen Staate der Fall ist, hofft er, daß Sie, Dank der Freiheit, einer raschen und gedeihlichen Entwicklung cntgegengehen. Und Sie, die Sie 2000^ährigen Druck erlitten, werden die Freiheit um so ernster zu würdigen wissen» und fühlen, was Sie dem Vaterlande schuldig sind, welches Ihnen diese Freiheit gewährt. (Lang anhaltendes, enthusiastisches Rufen: LI^sn a haza!) Hiermit erklärte der Minister den Congreß für eröffnet und fragte, wer der Alterspräsident sei, damit er ihm die Actenstücke übergehen könne. Auf die Anfrage erfolgte keine Antwort, und der Minister ging fort, die erwähnten Acten zurücklassend. Hieraus nahm Herr Leo Holländer aus Eperies das Alterspräsidium ein, hielt zuerst in ungarischer, dann in deutscher Sprache eine Anrede und beantragte schließlich die Entsendung einer Dankes-Deputation an Se. Majestät den König. Dr. Mezey macht, auf die provisorische Hausordnung gestützt, die Bemerkung, daß vorder Constituirung kein Beschluß gefaßt werden könne. Mittlerweile trat der Minister am a. h. Hoflager, Gras Georg Festetics, ein und wurde mit Eljen empfangen. Auf die Aufforderung des Alterspräsidenten nehmen die jüngsten Mitglieder, Di-. Rosenberg, Dr. Simon, Dr. Kohut und Reichenberg, ihre Sitze als provisorische Schriftführer ein, worauf unter Namensaufruf die Creditive abgegeben werden. Schließlich erfolgte mittelst Namensaufrufs und Nummernziehung die Zusammensetzung der Sectionen, von welchen eine die andere verificiren soll. Sal. Blum. Nachtrag. In der Sitzung vom 16. Dccember wurde der Candidat der Fortschrittspartei, Dr. Hirschler (Augenarzt) aus Pest, mit 115 gegen 90 Stimmen zum Präsidenten gewählt. Die Orthodoxen hatten ihren Candidaten Leopold Poper ebenfalls aus dem Lager der Fortschrittspartei aufgestellt. Zum ersten Biceprästdent wurde Edler von Popper und zum zweiten Viceprästdenten Moritz Wahrmann gewählt. Die Sitzung, in welcher diese Wahlen vor sich gingen, war überaus stürmisch, so daß die Ordnung kaum aufrecht erhalten werden konnte. — Die „Neue fr. Pr.," welche die Vorgänge in Ungarn überhaupt mit scheelen Auge ansieht, hat einen sehr bitteren Correspondenten, der am liebsten aus dem Congreß eine Carrikatur machen möchte. Außer dem tumultarischen Wesen macht er den Juden den Vorwurf des Servilismus gegen das Ministerium, dem sie ihre Autonomie zum Opfer brächten, wie es die anderen Confeffionen in Ungarn nicht thäten. Die Fortschrittspartei gäbe nach dem Wunsche des Ministeriums der orthodoxen Partei viel zu viel nach, da das Ministerium die letztere für die nächsten Wahlen fürchte, daß sie sich nämlich zu sehr der ungarischen Linken anschließen würde. Uns scheint es anders, und vielmehr die unselige, bis zur Erbitterung gediehene Spaltung die Ursache zu sein, warum von der einen wie von der anderen Seite von der Autonomie zu viel geopfert werde. Die Art, weiter mit einander auszukommen, läßt sich eben vorerst nur durch ein vom Staate bestätigtes Gesetz erwirken. Wie weit diese Spaltung gediehen, läßt sich auch daraus ersehen, daß Sonntag auch eine besondere Deputation der Fortschrittspartei des Congresses bei dem Cultusminister eine Audienz erbat und erhielt. — Eine sehr ausführliche „provisorische Haus- und Geschäftsordnung" für den Congreß, in 97 §§ bestehend, wurde hier von der Regierung übergeben. Es erscheint auch eine „Congreßzeitung," welche vermittelnd zwischen den Parteien stehen will. — Die Congreßmitglieder erhalten 5 fl. Diäten, so daß jeden Tag der Congreß den ungarischen Juden 1100 fl. kostet! — Die Fortschrittspartei hat also die Majorität im Congreß, und all das Geschrei vom Siege der Schomre-hadath-Leute war — Dunst! Die Redaction. Literarischer Wochenbericht. G r. B e s c k e r e k, im Novbr. nfcbttSb. 2'1'wn ’T® vji vy a'i"!i?W2 D’swu .brpaa 12 .'b rnbYa tb-’Ins .iü'pt “nfcriiö Cantiques de Salomon Iben Gabirol (Avicebron) corriges, ponctues et commentes avec explication des allusions a la Bible et anx Midraschim d’apres un grand nombre de manuscrits et imprimes tires de la biblioUieque de M. Giinzburg. Par Senior Sachs. Premiere Livraison. Paris, 1868. Prix: 6 francs. 8. 167 S. „Mit Salomo Gabirol b. Jehuda, dem Grammatiker, Philosophen und Dichter, erreichte die gottesdienstliche Poesie der spanisch-arabischen Juden ihre Vollendung: die peitanische Sprachweise machte der Verskunst und dem

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