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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-12-22 · Heft 52 (22.12.1868) · p. Seite 1035

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 52 (22.12.1868)
Date
1868-12-22
Page
Seite 1035 (sequence 5)
Language
German
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Aus der Provinz Pose», im Nov. (Privatmitth.) Obgleich im amtlichen Schulblatte für die Provinz Posen vom 22. August v. Nr. 11 sub III Belehrendes unter der Ueberschrift: „Nebenbeschäftigungen der Lehrer" jede Schriftstellerei und das Schreiben gelegentlicher Correspondenzartikel für die Zeitungen verpönt ist, werde ich nicht unterlassen, Ihnen für Ihr geschätztes Blatt von Zeit zu Zeit Berichte aus unserer Provinz einzusenden, zumal selbst der Privatunterricht von dieser Seite für Lehrer nichts gutgeheißen wird. Ja, geehrter Herr Redakteur! Si-f würocn staunen, zu lesen, welche Nebenbeschäftigungen in diesem „Belehrendes" als für Lehrer nicht angemessen bezeichnet werden. Kurz „der Lehrer darf, um seinem Amte völlig zu genügen, seine Thätigkeit und Kraft nicht zersplittern; er hat nichts Anderes zu rreiben, als den Unterricht seiner Kleinen und was dazu gehört, um ihn recht fruchtbar und segensreich zu machen — insbesondere sorgfältige Vorbereitung auf denselben und die eigene Weiterbildung." Das wäre Alles schön gesagt. Aber, aber — die Existenz 1 Wie karg ist. das Gehalt mancher Lehrer, zumal wenn er eine etwas zahlreiche Familie hat! Ja, knappe Besoldung bei zahlreicher Familie. Schlimm genug, daß der Lehrer auf Nebenbeschäftigungen noleus volens angewiesen ist. Der Verfasser meint, die Zeiten wären glücklicherweise vorüber, wo der Lehrer neben seinem kärglich besoldeten Schulamte auch wohl noch zur Vermehrung seiner Einnahme andere Arbeiten besorgte. 0 snnem simplicitas! Wenn es nicht so pfiffig wäre, möchte man es dumm nennen. Also der Lehrer allein soll keine Bedürfnisse haben! Scheint doch der Verfasser selbst sein „Belehrendes" als Nebenbeschäftigung zu treiben. Kurz und gut, auf die Gefahr hin, diesem Herrn zu mißfallen, werden wir fMfahren, Ihrem gesch. Bl. ferner Berichte zukommen zu lassen. Schwerin (Mecklenburg) d. 27. Nov. (Privatmitth.) Wie viel die Vereinigung der Kräfte, wenn ein guter und ernster Wille sie leitet, für das Gemeinwohl zu leisten vermag, davon hat die hiesige jüdische Gemeinde in diesen Tagen wieder ein anerkennenswerthes Zeugniß geliefert. Es hat sich nämlich in Ermangelung eines Waisenhauses, das hier wie an vielen andern Orten unseres Vaterlandes schon seit Jahren oft und schmerzlich vermißt wurde, zur Versorgung unserer armen unmündigen Waisen ein Verein gebildet, der sich die heilige Aufgabe stellt, für die leibliche und geistige Pflege dieser unglücklichen Kinder, die bisher nur sich und ihrem traurigen Geschick überlassen blieben, so daß man von ihren Gesichtern oft das heiße Flehen des Psalmisten lesen konnte: r»n, nach besten Kräften zu sorgen. Es ist höchst erfreulich, wahrzunehmen, wie sich auch hierbei der humane Geist unserer Zeit segensreich bewährt. Nicht nur, daß sich fast sämmtl. Gemeinde-Mitglieder, jung wie alt, bereitwillig und zum Theil mit ansehnlichen Gaben zur Begründung eines unantastbaren Fonds neben regelmäßigen Jahres- und Wocheubeiträgen aus den Sparcassen ihrer Kinder dem Verein anschlossen, sondern auch einige hochgestellte Christen sind demselben mit ihrer Theilnahme, nachdem sie kaum Kunde davon erlangt, entgegen gekommen. — So lebhaft aber auch die Betheiligung an diesem wohlthätigen Werke sich hier zeigte, so reichen die bisherigen Beiträge doch eben nur hin, die vorhandenen Waisenkinder mit dem Nothdürftigsten versorgen zu können. Der Vorstand des Vereins giebt sich jedoch der Hoffnung hin, daß sich auch in anderen Kreisen, besonders unter den zahlreichen mecklenburger Glaubensgenossen, die anderswo angestedclt sind, noch milde Herzen zu einer Unterstützung für unglückliche Kinder finden, so daß es ihm mit der göttlichen Hilfe gelingen werde, für die vollständige Erziehung seiner Schützlinge Mittel zu erlangen. — In dieser Hoffnung blickt der Vorstand flehend zum Vater der Wittwen und Waisen, daß er das Mitleid aller Edelgesinnten in Israel zur kräftigen Mitwirkung erwecke und Allen zum Lohne den Segen ertheile, den sein göttliches Wort für solch Werk der Liebe verheißt: V>22i "pinya 722 '71 “p-iai ntn N21N p'7»2 '2 /p' nVusa Schließlich sei noch bemerkt, daß Herr Hermann Pincus, Cafsirer des Vereins, bereit ist, Gaben für diesen Zweck entgegen zu nehmen und mit Nächstem öffentlich Bericht darüber zu erstatten. Oesterreichischer Kaiferstaat. Wien, 9. December. Das „Neue Wiener Tageblatt" vom 5. d. berichtet: Dem Herrn Karl Ritter v. Schey, welcher, wie wir neulich berichtet, es durchsetzte, daß er vor dem

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