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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-12-15 · Heft 51 (15.12.1868) · p. Seite 1020

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 51 (15.12.1868)
Date
1868-12-15
Page
Seite 1020 (sequence 10)
Language
German
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' , r ^55'?^?l3ftf£i 1020 ließen sich der Bürgermeister und der Stadtrichter aus ihrem Schlafe nicht stören. Wozu auch? Hatte doch der Stadtrichter dem Juden, der sich einige Tage vorher bei ihm beschwerte, man hätte ihm ins Fenster geschossen, geantwortet: „Geschieht euch schon recht, warum kommt ihr hieher wohnen?! während dies euch unsere Privilegien verbieten!!" In Folge Aufforderung des in einer Stunde Entfernung domicilirendcn Stuhlrichters wurde eine Wache (ein besoffener Mann) aufgestellt, dem der Jude übrigens für eine Nacht fünfzehn Gulden sofort geben mußte; in den anderen Nächten blieb die Wohnung jedweder Bewachung bar, und nach Herzenslust wurde nun geplündert, geraubt und zerstört. Und so ist das Leben, Hab und Gut der armen Juden noch bis heute schütz- und wehrlos preisgegeben. Wohl hat das Preßburger Comitats - Gericht eine Commission zur Untersuchung des Thatbestandes aus seiner Mitte entsendet und auch einige Mann Militär nach dem Schauplatze jener Unthaten beordert; jedoch die Commission ist durch mehrere nicht näher zu erörternde Umstände in der vollen Entfaltung ihrer Thätigkeit gehindert, und daher sahen sich auch Preßburger und Milchdorfer Gemeinden genöthigt, die energische und unparteiische Untersuchung dieser Angelegenheit beim Ministerium zu erbitten, das auch einer bezüglichen Deputation die weitgehendste Unterstützung bereitwilligst zusagte. Nur durch die Entsendung eines königlichen Commissärs, dessen Schritten durch mehrere hundert Mann Besatzung Nachdruck verliehen wird, kann wenigstens die fernere Sicherheit der Person und des Lebens der dortigen Juden gesichert werden. (Was wird wohl Bratiano an den Freiherrn v. Beust über diesen Fall schreiben?) Ans Ungarn, im Dec. (Privatmitth.) Wenn irgend durch ein Factum erwiesen worden ist, daß eine Centralisirung für die jüdischen Angelegenheiten jetzt durchaus nicht am Platze ist, so geschah dies durch die letzten hierländischen Vorgänge. Es entstand da ein Hetzen, Wühlen , Jntriguiren u. s. w., die ungarischen jüdischen Blätter, namentlich ber Magyar Zsid<5, schlugen einen Ton an, daß der Mangel an aller religiösen, sittlichen und sozialen Bildung bei denen voraus gesetzt werden muß, die solche Dinge goutiren können, wo man so etwas geschrieben und zu lesen vermag. In der That, das genannte Blatt sammt den . in Mainz erscheinenden erweisen auf eine traurige Art, wie tief ein Theil des jüdischen Publikums noch steht, wenn solche Preßerzeugnisse sich in dem kleinen jüd. Kreise erhaltenwährend die Wiener Kirchenzeitung in der großen katholischen Welt kaum 600 Abonnenten zählt. Denkt man an die Würde und die Großartigkeit, welche vor 60 Jahren die Notabl^versammlung und das Sanhedrin.-in Paris entfalteter?, so kann man unsre Zeit nicht vorgeschritten glauben. — In den Corrgreß sind nicht wenige Rabbiner gewählt worden, aber in den meisten Fällen griffen die Wähler zum Rabbiner, wenn sie sonst den Gegenkandidaten anders nicht zu verhindern vermochten. frech Ber Luch Aeu Ein gest noc> übu glä rat 181 92, beb Donaufürstenthümer. Bukarest, 3. Decbr. So ist denn endlich da« Ministerium Bratiano gefallen, und hat Männerr der gemäßigten Partei Platz gemacht! Das Maas war voll und der entschiedene Wille aller Großmächte konnte dieses Ministerium nicht mehr dulden, welches einerseits nach dem Beifall des Pöbels haschte, andererseits die Donaufürstenthümer in Souverainetäts- und Bergrößerungsgelüsten auf eine schiefe Bahn lenkte. Wir athmen wieder auf. Aber noch ist die Gefahr nicht beseitigt. Die unter dem Einfluß Bratiano's gewählten Kammern und Senat haben, die eine Bratiano zu ihrem Präsidenten, der andere Golesco zu seinem Vicepräsidcnten gewählt. Diese feindselige Denonstration kann das neue Ministerium nur durch eine Auflösung beider Häuser beantworten. Wir müssen abwarten, ob es diesen Schritt thun werde. Italien. Vercelli, im Nov. (Ed. isr.) Herr Prof. Giuseppe Levi hat für sein Buch Autobiografia d’un padre di famiglia von der pädagogischen Gesellschaft zu Genua eine bronzene Ehrenmedaille erhalten. sch! St Ch des siti Fa gel sch er de de in ge ch ei r b 8 Q t Norweg en. h Christiania, im Novbr. (D. N.) Die öffentliche j Meinung beschäftigt sich viel mit einer Debatte, die ( demnächst im norwegischen Storthing Über die Religions-

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