Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 50 (8.12.1868)
- Date
- 1868-12-08
- Page
- Seite 1001 (sequence 11)
- Language
- German
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Collegiums, Ehrenräche, gründende und unterstützende Mitglieder des Schomre Hadach-Vereins werden hiermit zu der auf den Pester November-Markt anberaumten Landesgeneralversammlung des Vereines höflichst eingeladen. Damit der Gang der Vereinsverhandlungen durch den Markt keine Störung erleide, wird die Eröffnung der Landesgeneralversammlung am 1.-December l. I. Dienstag, in den Vereinslokalitaten (Pfeiffergasse Nr. 9) stattfinden. Gegenstände der Berachung sind: 1) Jahresbericht über das Gebühren und die Thätigkeit des provis. Ausschusses; 2) Wahl der Rechnungs-Prüfungs-Kommission; 3) Wahl der definitiven Bereinsbeamten, namentlich des ehrwürdigen Rabbiner-Collegiums, des Vereinspräses, des 1. und 2. Vicepräses, der Ausschußmitglieder, des Kassiers, Kontrollors und Sekretärs; 4) etwaige Anträge voll Seiten der verehrlichen Vereinsmitglieder; 5) Revision der genehmigten Vereins-Statuten. Es wird ersucht, daß jene Herren Vereinsmitglieder, die der Generalversammlung wichtigere Anträge zu unterbreiten gedenken, dieselben behufs genauerer Erwägung 14 Tage vor Eröffnung der Generalversammlung an das Central-Comits des Schomre Hadath-Vereines gelangen lassen. Gleichzeitig wird ersucht, daß die verehrlichen Mitglieder an dieser 1. Generalversammlung sich möglichst lebhaft und zahlreich betheiligen mögen. Pest, November 1868. Markus Trebitsch, prov. Vereinspräses. Man kann den Orthodoxen, wie Sie sehen, ein einheitliches, constitutionelles Streben nicht absprechen, während hingegen auf der entgegengesetzten Seite nichts als leere Worte und Phrasen sind! Nirgends ein Beispiel von Opferfähigkeit! Pest, im Novb. Die Wahlen zum israelitischen Congreß in Ungarn sind nunmehr vor sich gegangen, und haben, soweit die bisherigen Nachrichten gehen, eine liberale Mehrheit erzielt. Die öffentlichen Blätter bringen eine Menge kuriose Schilderungen von den Vorgängen bei den Wahlen und machen je nach ihrer Gesinnung Carrikaturen daraus. Daß es oft wunderlich zugegangen, räumen wir ein, daß es hier und da viel zu viel Lärmen, viel zll viel Aufsehen und Prunk gegeben hat, berichten anch unsre Correspondenten. Man behauptet, daß die Wahlumtriebe und der ganze Apparat den ungarischen Juden über 126,000 Fl. gekostet haben, eine Summe, womit sich schon ein Seminar fundiren ließe. Jndeß ist es doch besser, daß Leben, wenn auch geräuschvoll sich zeigt, als wenn es still gewesen, obschon anständiger. Daß die Sache von Bedeutung, ersieht man aus dem Umstande, daß die jüdischen Cultusgemeinden Croatiens beschlossen haben, sich bei dem Congreß vertreten zu lassen, obgleich sie gesetzlich nicht dazu genöthigt waren. Man setzt voraus, daß aus dem Congresse eine Consistorialverfassung hervorgehen werde, und mit Recht bezweifelt man, ob dieselbe für das Judenthum geeignet und nützlich sei. Wir würden uns entschieden gegen sie erklären, wenn sie, wie in Frankreich, die Gemeinden aller Selbständigkeit berauben würde. Dann würde sie geradezu schädlich sein. Die Wiener Blätter zeigen sich dieser ganzen Institution feindlich, weil sie voraussetzen, daß die Juden Ungarns dadurch in ihrer Magharomanie immer weiter gehen würden, während die deutsche Bildung ihre eigentliche Lebensquelle sei. In der That ist diese Warnung nicht zu übersehen, und mag von den aufrichtigen Freunden wahrer Entwicklung wohl beachtet werden. *) Ofen, 27. Novbr. In diesen Tagen waren hier unter dem Vorsitz des Preßburger Rabbiners S. W. Schreiber eine bedeutende Anzahl ungarischer Rabbiner versammelt, um sich dem Congreß und seinen etwaigen Beschlüssen gegenüber unter einander im Voraus zu verständigen. D o n a u fü r ste n t h ü m e r. Bukarest, im Novbr. Das österreichische Reichsministerium hat sein, die auswärtigen Angelegenheiten betreffendes Rothbuch herausgegeben. In demselben heißt es betreffs der Juden in den *) Wir haben vor und nach der Wahl viele Berichte aus einzelnen Ortschaften erhalten, die hier wiederzugeben der Raum nicht gestattet. Wir heben z. B. Neustadt a. d. Waag hervor, eine Gemeinde von 3000 Seelen, wo die Wahl sehr gemessen vor sich ging und der Rabbiner Joseph Weiße neben Herrn Schlesinger gewählt worden. Der erstere hat sich durch feine Predigten, wie durch die Gründung der Hauptschule und einer Mädchenschule großes Verdienst erworben. Die Redaktion. 5Q* MMM