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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-12-08 · Heft 50 (8.12.1868) · p. Seite 1002

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 50 (8.12.1868)
Date
1868-12-08
Page
Seite 1002 (sequence 12)
Language
German
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Donaufürstenthümern: „Die in manchen Schichten der moldau-walachischen Bevölkerung vorhandene religiöse Unduldsamkeit war der Anlaß jener beklageuswerthen Ausschreitungen, welche in einigen Stävten und Dörfern gegen die Juden zum Ausbruche kamen, und ein eben so strafwürdiges, als durch die Mißbilligung der civilisirten Welt gebrandmarktes Beispiel der Willkühr boten. Nicht nur aus Rücksichten der Menschlichkeit, sondern auch weil unter den Beschädigten sich Unterthanen Sr. Majestät befanden, wurde es den kaiserlich königlichen Consuln zur Pflicht gemacht, zum Schutze der Verfolgten und Vertriebenen, so wie wegen der Entschädigung der Beschädigten sich bei der fürstlichen Regierung zu verwenden, und hauptsächlich dieser ihrer Einwirkung, bei welcher sie durch die Consuln von Frankreich, England und des norddeutschen Bundes wirksam unterstützt waren, ist Abhilfe und die Entschädigung der Verfolgten zu verdanken. Es kann nicht unerwähnt gelassen, ja, es muß mit Befriedigung angeführt werden, daß selbst die fürstliche Regierung die Anerkennung des umsichtigen Benehmens unserer Consuln, welche in dieser peinlichen Angelegenheit wirklich unwiderlegliche Thatsachen nachgewiesen haben, nicht verweigern konnte und ihnen volle Genugthuung wiederfahren ließ." — Alles was in diesen Worten über die Verwendung und das nachdrückliche Einschreiten der österreichischen Consuln gesagt wird, ist der Wahrheit vollkommen gemäß. Wenn aber die Dinge so dargestellt werden, als ob eine Entschädigung bereits geschehen sei, so ist dies gänzlich unrichtig. Noch kein einziger Beschädigter hat auch nur einen Heller Ersatz erhalten. Eine Corrcspondenz der N. fr. Pr. aus Galacz vom lO.Novbr. schreibt darüber: „Trotz des Versprechens der rumänischen Regierung, trotz der Versicherung des Ministers Arion bei seiner Anwesenheit hier, daß den Israeliten Schadenersatz geleistet wird und die Plünderer bestraft werden, ist bis heute in dieser Richtung nichts geschehen. Von 40 Plünderern, die in den Klagen der Beraubten namhaft gemacht wurden, ist bis jetzt kein einziger in Untersuchung, von Schadenersatz keine Spur. Alle Reclamationen bleiben erfolglos, die Behörden suchen diese Angelegenheit todtzuschweigen. Vorige Woche ist der hiesige Präfect, Herr Katargi, von seiner Reise zurückgekehrt: er besuchte das jüdische Spital, wo noch manche Opfer der letzten Gräuelthaten weilen, auch besichtigte er die zerstörten Synagogen und bestellte Mitglieder der hiesigen israelitischen Gemeinde zu sich, wobei er ihnen sein Bedauern über das Vorgefallene äußerte, sie gleichzeitig auffordernd, durch die Verzichtleistungs-Erklärung auf jeden Schadenersatz ihre Uneigennützigkeit, sowie durch das Abstehen vom Verlangen der Bestrafung der Rädelsführer ihren Bersöhnungsgeist zu bethätigen; dagegen wivd-er sich verpflichten, solange er im Amte bleibt, solche Ausschreitungen wie die vom 3. October mit Gefahr seiner Sicherheit zu verhüten. Ein schöner Trost für die hier lebenden Israeliten! Liefert aber gleichzeitig einen Beweis der hierländischen Zustände. Ob auch das österreichische Consulat die Schadenersatz-Reclamatwn der beschädigten Oesterreicher fallen lassen wird?" In gleicher Weise schreibt man aus Berlin vom 12. Rovbr. der „K. Z." „Die Juden Rumäniens haben sich in ihrer Bedrängniß aufs Neue nach Berlin gewandt, und es sind von hier aus, wie man hört, directe Schritte^bei dem Minister-Präsidenten Grafen Bismark geschehen. Dieser Staatsmann wird es gewiß, wie bisher, an kräftiger Verwendung nicht fehlen lassen; doch kann diese, nach Lage der Sache, keinen rechten Erfolg haben, da ja der Fürst selbst bei dem besten Willen nicht im Stande ist, den Beschwerden Abhülfe zu verschaffen. Die Behörden läugnen die begangenen Gewaltthaten und treiben, wenn auch hier und da ein Exempel statuirt wird, die hergebrachte üble Wirthschaft weiter." Großbritannien. London, 25 Rovbr. Nach den nunmehrigen Wahlresultaten hat das beinah erreichte suffrage universel der liberalen Partei, wenn sie auch im Unterhause eine bedeutende Majorität haben wird, doch nicht einen so großen Zuwachs gebracht, wie sie gehofft, und die Conservativen besitzen immer noch eine höchst ansehnliche Minorität. Selbst in der City sind die vier Liberalen zu zweien zusammengeschrumpft und hierbei ist auch Baron Lionel v. Rothschild nicht wieder gewählt worden. Der Baron erließ nun gleich seinen früheren College» ein Dankschreiben an seine bisherigen Wähler, und erklärt in diesem Briefe seine Niederlage mit den complicirten Verhältnissen unter der Minoritäten-Vertretung. Seine eigenen Gefühle in

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