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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-12-08 · Heft 50 (8.12.1868) · p. Seite 1000

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 50 (8.12.1868)
Date
1868-12-08
Page
Seite 1000 (sequence 10)
Language
German
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da hättet ihr den Eifer der Vettern und Gevattern sehen müssen, wie sie, Meister und Schüler, gegen alle derartigen Insinuationen feierlichst sich verwahrten. Es war komisch zn hören, wie da ein berühmter Mann auftrat und seinen Landsmann als das Beste und Schönste in Israel pries, wenn er solche Jünger ausgestellt rc. Nun lacht nicht gar zu viel und lasset euch noch einiges erzählen. Wer iiber die Lösung der Seminarfrage etwas Neues erfahren will, dem kann ich nichts weiter sagen, als daß an dieselbe noch nicht zu denken ist, da durch die Verzögerung des Gutachtens der Cultusgemeinde Prag das Ministerium noch nicht einmal die nöthigen Acten hatte. Aus obiger Mittheilung ist ersichtlich, daß es doch noch ein paar Köpfe gibt, die klug genug sind, schon bei Zeiten durch Schaden klug zn werden. Den Vettern und Gevattern des Meisters ist das Klugwerdcn in diesem Punkte überhaupt nicht zuzutrauen. — Nun wieder etwas officiös Klingendes! Mehrere Männer, die als Schüler oder ältere Freunde unseres Cnltusministcrs Hasncr ihm nicht unbekannt waren, trugen ihm für die jüdischen Agenda ihre Dienste an, in der Meinung, es werde so etwas wie ein Scctionschcf da nöthig sein. Minister Hasner wies die Anträge zurück, da die Agenda zuineist den Statthaltereicn zugewiesen, und in allgemeinen Fragen die Urthcile von Fachinännern eingeholt werden. Nun wollen wir sehen, lvie es der Minister drüben machen wird, dem wir Juden den Kopf schwindlig machen. Tief unten in Ungarn, an den Ufern der Theiß, da sitzt ein Mann vom Muthe eines Löwen, und der Bescheidenheit eines Aristides. Der Mann sollte eigentlich ein Triumvirat in sich vereinigen: Sections- Chef, Seminardirector, Landesrabbiner. Die Zeitungen haben schon davon geschrieben, aber der bescheidene Mann hat bisher, wie man hört, nichts annehmen wollen. „Alles hat seine Zeit!" Zum Schlüsse sei mit Bezug auf meinen I. Brief erwähnt, daß in dem ultramontanen „Vaterland" eine Art Verthcidigung des Dr. Güdemann gestanden haben soll — ich bekam das Blatt nicht — in Nr. 16 (S. 166! des „Abendland" steht auch eine Entgegnung und Bertheidigung. Wir verweisen darauf und auf unseren vorigen Brief. Im „Abendland" lvird uns der „Orientale" vorgestoßen. / Wien, 24. Novbr. (Privatmitth.) Heute findet das Leichenbegängniß des verstorbenen Bürgermeisters vr. Andreas Zelinka statt. Ich halte es für meine Pflicht, dieses Todesfalles in Ihrer Zeitung zu gedenken, weil vr. Zelinka ein Kämpfer für Glaubensfreiheit war. Als zur Zeit der Reaction der Wiener Gemeinderath den Juden das Recht der Zuständigkeit zur Haupt- und Residenzstaat verweigern wollte, da war es, wie G. Wolf in seinem „Joseph Wertheimer" berichtet, Herr vr. Zelinka, damals Bicebürgermeister, mit den Herren Hütter und Stubenrauch, die siegreich für das Recht der Juden einstanden. Als zur Zeit des Sistirungsministeriums der Vorstand der Wiener isr. Cultusgemeinde, in Folge einer Anregung des Hof- und Gerichtsadvocaten vr. Knepler, für die Aufhebung des ehemaligen Judeneides einschritt, befürlvortete der Bürgermeister vr. Z. den Gegenstand sehr warm beim damaligen Justizminister. Möge ihm die Erde leicht sein! Es finden jetzt die Ergänzungswahlen zum Vorstände statt. Ehegestern war eine- Wahlbesprechung, die diesmal ganz ruhig verlief. Wahrscheinlich dürste statt des austretenden Herrn Moriz Ritter v. Goldschmidt, der 24 Jahre mit vielem Eifer als Vertreter der Gemeinde wirkte, dessen Sohn, Herr Julius Ritter v. Goldschmidt gewählt werden. Dieser entfaltete bis jetzt eine sehr heilsame Thätigkeit als Mitglied des Curatoriums der Prediger Mannheimerstiftung und als Vorstandsmitglied des Vereins zur Unterstützung mittelloser israel. Studirender, den er auch mit begründen half. In seiner Candidatenrede bezeichnete er sein Programm mit den Worten: Arbeit und Fortschritt. Wie ich höre, versammelten sich jüngst einige jüd. Medicinae Doctores zu dem Zwecke, damit der Vorstand gestatte, unbeschnittene Knaben in die isr. Geburtsregister eintragen zu lassen. Die Herren mögen vortreffliche Aerzte sein, aber auf jüdisch-theologischem Gebiete verstehen sie wenig. Pest, 12. Novbr. (Privatmitth.) Als Beweis der Organisation und der unermüdlichen Thätigkeit des „Schomre Hadath-Vereines" theile ich Ihnen, obgleich schon post ksstum, die hier cirkulirende „Einladung zur konstituirenden Landes - Generalversammlung des u ng. jüdisch. Vereins Schomre Hadath" rc. mit. Die Herrn Mitglieder des ehrwürdigen Rabbiner-

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