Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 49 (1.12.1868)
- Date
- 1868-12-01
- Page
- Seite 981 (sequence 11)
- Language
- German
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tb. Be> g nicht -hrzahll r diese :ch ei« ft baS herge- Folge. t sind matt» Ziele Ifriedigenbe Kenntniß der h. Schrift und wußten auch |tit linguistischer Beziehung auf alle Fragen gehörigen Zescheid. — Nicht minber erfreulich war es uns, ben lEleven bie Elementarkenntniß ber beutschen Sprache lund anberer einschlägiger Schulgegenstänbe aus eine Ifaßliche Weise beigebracht zu sehen. Nun kam es zur »Prüfung der rumänischen Sprache, in allen ihren »Zweigen, unb babei würbe ein wahrhaft brillanter lErfolg erzielt. Die anwesenben Gäste brückten in un- »zweibeutigen Ausbrücken ihre Anerkennung und Zu- Ifriedenheit aus, unb bankten Herrn Kahane für seine erheblichen Leistungen. Dieses Referat schließen wir mit bem Wunsche, Idaß anbere Stabte balbigst bem Beispiele ber hiesigen I Gemeinde folgen mögen, was auch in ihrem eigenen s Interesse liegt. — Laßt euere Kinder unterrichten, nehmet Cultur an, | bitbct euch, unb ihr werbet frei werben. — Benedict Langbank. Frankreich. Paris, 19. November. (Privatmitth.) Freiherr I James von Rothschild ist am 15. November k> Uhr I Morgens verschieben. Die öffentlichen Glätter und Hunderte von biographischen Werken bringen seine Lebensgeschichte, unb so scheint es völlig überflüssig, auch hier eine solche zu geben, noch dazu, da die geistige Größe unb Wirksamkeit dieses Mannes aus einem Gebiete liegt, bas wir um so mehr vom Jubeuthume unterscheiden müssen, je öfter unb geflissentlicher es damit identificirt wirb. Baron James war 1792 geboren, in! demselben Jahre wie sein Freund Rossini, der ihm im Tode um einige Tage voranging. Seit 1814 lebte er, der jüngste Sohn des Baron Meyer Anselm, zu Paris,!»seit 1821 war er österreichischer Generalconsul daselbst. Die Zeitungen erzählen, daß er mit einer Million Frcs. nach Paris gekommen und 200V Mill. hinterlasscn. Es versteht sich, daß dies Zahlen sind, denen I keine factische Abschätzung zu Grunde liegt. Aber kolossal ist seine Hinterlassenschaft jedenfalls, schon nach dem Grundbesitz, den er in aller Herren Ländern hinterläßt. Man rühmt seine Vorliebe für Kunstgegenstände und Antiquitäten. Was an ihm hoch zu schätzen, ist die Anhänglichkeit an die Religion seiner Väter, die er sich in einer Welt von Geschäften und Zerstreuungen bewahrt hatte. Schon leibend, fastete er am vergangenen Bersöhnungsfeste noch ganz aus. In patriarchalischer Weise gab er stets den Sederabcnd und übernahm bisweilen in der Haussynagogc in seinem Schlosse La Fernere das Vorbeteramt. Man rühmt auch seine Wohlthätigkeit. Allein hiervon geben, den kolossalen Einkünften des Barons gegenüber, nur ungenügende Zeugnisse die Krankenhäuser zu Jerusalem und zuParis, die er gestiftet, und deren, wesentliche Verdienste seiner über alles Lob erhabenen Gattin und dem Herrn Albert Cohn zufallen. Rechnet man noch hinzu, daß er die Kosten von Munks Moreh getragen und Vielen Almosen spendete, so sind wir mit der desfallsigen Aufzählung aus seinem 76jährigcn Leben fertig. — Man ist gespannt, ob der Baron James einige großartige Legate vermacht hat. — An seiner Stelle sind jetzt seine Söhne, die Herren Barone Alphons und Gustav, die Leiter des Pariser Hauses, ein dritter Sohn ist Jurist in Paris. — Das Leichcnbegängniß fand gestern Statt, und war durchaus nicht mit jenem Pompe ausgestartet, den man erwartet hatte, sondern in einfachem jüdischen Style, was gewiß sehr annerkennungswerth ist. Viele Tausende Leidtragende folgten, und eine ungeheure Menschenmenge füllte den weiten Weg von der Rue Laffitte bis zu dem Pere Lachaise. Das Familienbegräbniß der Rothschild's befindet sich auf dem jüdischen Friedhöfe. Am Grabe sprach zuerst Herr Albert Cohn im Namen des Hauses Rothschild, dann der Großrabbiner von Paris, sowie die Großrabbinen von Frankreich und Belgien. Die Feierlichkeit war von ergreifender Wirkung. Wie ich höre, haben gestern der Kaiser von Oesterreich und der König der Belgier Condolenz-Telegramme an die Familie Rothschild gelangen lassen. Letzterer hatte sich auch persönlich beim Begräbnisse des Testamentsvollstreckers seines Vaters vertreten lassen. Kaiser Napoleon war durch den Ober-Ceremonienmeister, Herzog von Cambacvres, dabei vertreten. Auch Präsident Johnson hatte der Familie des Verstorbenen sein Beileid bezeigt. Don Franz von Assisi wohnte mit seinem Sohne, dem Prinzen von Asturien, der Beerdigung incognito bei. Die Debats bringen heu e einen Nachruf des verstorbenen Banquiers aus oer Feder Prevost-Paradol's, und es ist sehr wahrscheinlich, daß auch Thiers, wie er bereits versprochen haben soll, das Andenken des Heimgegangenen durch einen speciellen Artikel ehren werde. 49*