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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-12-01 · Heft 49 (1.12.1868) · p. Seite 974

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 49 (1.12.1868)
Date
1868-12-01
Page
Seite 974 (sequence 4)
Language
German
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Unternehmen, und so haben wir hier insiiterarischer und bibliographischer Hinsicht eine vollständ'ige Arbeit, während dieselbe in Betreff der öffentlichen und polemischen Thäügkeit Jacob Emdens sich einer zu großen Kürze befleißigt. Immerhin haben die gelehrten Verfasser die uns so nahe und doch so dunkle Periode aufgehellt und einen Einblick in die außerordentliche literarische Thäügkeit Emdens eröffnet. Unsere Biographie zählt 24 polemische Schriften und 24 Werke grammatischen, talmudischen und rabbinischen Inhalts von E. auf. Ueberdies beabsichtigte E. eine sogenannte große rabbinische Bibel mVna manpfc, in gefälliger Form und Ausstattung mit 4 Commentaren (,~r bs D8 28 trrtro) nebst geographischen und ehnographischen Karten und Tabellen herauszugeben und die in den „Beigaben" XIX veröffentlichte „Ankündigung" des großartigen Unternehmens 8m*m8b nm nanua, zeugt von dem Riesengeiste Emdens, der sich eine solche große hohe Aufgabe setzte, die Bibel nebst den Targumim, Raschi und den vorzüglichsten Commentaren kritisch zu bearbeiten und mit wissenschaftlichen, grammatischen, massoretischen, traditionellen und kabbalistischen Erklärungen zu ediren. In dem „Catalog von hebr. und jüd. Büchern und ' Handschriften re." Frederik Müllers, Amsterdam 1868, findet sich Nr. 5169 ein Convolut von Fragmenten dieses viertheiligen Conunentars. — Eine höchst interessante Beigabe ist der Brief Mendelssohns an E. über die bereits von Spinoza (theologisch--politischer Tractat 5. C.) bekämpfte Behauptung des Maimonides, Melachim 8.11: „Jeder, der die 7 noachidischen Gebote annimmt und befolgt, gehört unter die Frommen der Völker und ist ein Erbe der künftigen Welt; nämlich wenn er sie annimmt, daß sie im Gesetz geboten und von Moses geoffenbart sind; wer sie aber aus Antrieb der Vernunft annimmt, ist kein „Ger Thoschab" und gehört nicht unter die Frommen, noch unter die Weisen der Völker". Mendelssohn greift diese Stelle sowohl vom talmudischen als moralischen Gesichtspunkte an, gestützt auf die Behauptung R. Josef Karo's, Kessef Mischne, daß die Ansicht des Maimonides nirgends im Talmud gefunden werde. E. sucht nun die Meinung des Maimonides aus dem Talmud in höchst gezwungener Weise zu rechtfertigen, ohne aber zu einem günstigen Resultate zu gelangen. Schade, daß das Antwortschreiben defect ist, so daß sich darüber kein rechtes Urtheil abgeben läßt. — Die Ansichten Emdens über Christus und die Evangelien, die sich im Anhänge seiner Edition des „Seder Olam" finden, sind immerhin beachtenswerth und bekunden den vorurtheilsfreien Denker. Emden zeigt darin eine damals gewiß seltene Vertrautheit mit dem N. T. und den einschlagepden Commentatoren, die er falscher Auffassungen und Auslegungen zeiht. Was endlich die eben berührte Stelle des Maimonides betrifft, so hat sich bekanntlich in allen Editionen ein alter Fehler eingenistet und es muß heißen: „gehört nicht unter die Frommen, sondern unter die Weisen der Ä^ölker". Anstatt des * unsinnigen timz'DTvz 1^81 riM8 "’T’Dma 12"8 lautete es ursprünglich: arrasrn: 8b8 rn'« ^oma 1^8, wie dies aus dem ganzen Zusammenhänge ersichtlich ist. Es ist sonderbar, daß weder Spinoza und Mendelssohn, noch Josef Karo und Jacob Emden auf diese einfache Ewendation gefallen sind, die sich bereits in Citaten bei „altern" Schriftstellern findet. — Wir können es nicht unterlassen, das schön ausgestattete, gefällige Werk allen Freunden der hebr. Literatur zu empfehlen. Nabb. D. Oppenheim. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, im Novbr. (Privatmitth.) So eben erschien hier die Festrede des Dr. Aub am hundertjährigen Geburtstage Jacobson's. Der Ertrag ist für die Zöglinge der hiesigen jüdischen Lehrerbildungsanstalt bestimmt. Die sehr würdige Rede endet mit folgendem Passus, den wir hier hervorheben wollen. „Wir haben gute Schulen; — doch hier, wo die idealen Veranstaltungen der Gemeinde beginnen, beginnt auch die Unzulänglichkeit; denn nicht mehr können Einlaß finden Alle, die sich lernbegierig an den Thüren der überfüllten Räume melden. Wir haben auch ein Lehrer-Seminar, in welchem tüchtige Jugendlehrcr herangebildet werden; doch sie, die Bildner des zukünftigen Geschlechts werden sollen, fristen zumeist ein sorgenvolles und kümmerliches Leben, so daß sie, anstatt frisch und muthig, meist ermattet und verzagt ihrem künftigen wichtigen Lebensberuf cntgegengehen, daß manche tüchtige Kraft durch äußere Noch geschwächt wird und manches Geistes Schwinge erlahmt. Eins aber haben wir gar nicht und das ist der Forderungen gebieterischste; eine LehrstättezurBil-

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