Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 46 (10.11.1868)
- Date
- 1868-11-10
- Page
- Seite 916 (sequence 6)
- Language
- German
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9M) zendes Zeugniß seiner Unparteilichkeit und seiner rationellen Gesinnung hinterlassen hat. Derselbe sorgte auch besonders für die Hebung der Provinzen und mochte dabei das arg verwüstete Judäa mit am er,wn im Sinne haben. Auch der Rame Antoninus ben Asverus paßt auf diesen Kaiser, da er der Enkel und zugleich Adoptivsohn des Catilius Severus war, welchen die Juden wohl kannten, da er unter Hadrian Präfekt von Palästina gewesen. So vereinigen sich alle Gründe, um Antoninus Philosophus als den Freund Rabbi's zu bezeichnen. Im Ganzen und Großen scheint uns dies der Berf. in der That überzeugend dargethan zu haben, und sollte es uns freuen, diese junge rüstige und anscheinend sehr eifrige Kraft auch fernerhin auf dem schwierigen Gebiete der jüdischen Geschichte thätig zu sehen. —n—n. Aus Galizien, Ende Aug. Der als Herausgeber werthvoller hebräischer Werke vortheilhaft bekannte Herr Michael Wolf in Lemberg hat die Freunde der hebräischen Poesie wieder mit einem Bändchen Gedichte — genannt 2^::-. — überrascht, dessen vollständiger deutscher Titel: „Lyrische Klänge. Original-Poesien und Ilebersetzungen von Nathan Samueli. Heransgegeben von Michael Wolf. Lemberg 1868" ist. Mit anerkennenswerther Bescheidenheit führt der sachverständige Herausgeber dieses Merkchen durch ein Vorwort in die Lesewelt ein; hebt einerseits den poetischen Schwung, die Originalität der Diktion, die.Gewandtheit und Leichtigkeit des Ausdruckes sowie die Gefühlstiefe, die die meisten dieser Gedichte durchweht, hervor, erkennt aber auch andererseits mit lobenswerthem Freimuthe manche Gebrechen au, die diesen Gedichten anhaften dürften, und jeder unbefangene Leser Dieser Dichtungen — es sind deren 38 Piecen, unter denen 6 Uebersetzungen, die übrigen aber Original-Poesien sind, ein Umstand der sehr zu Gunsten, des talentbegabten, strebsamen jungen Verfassers spricht*) *1 Wir heben diesen Punkt mit Absicht hervor, weil die schriftstellerische Thätigkeit selbst der renommirtesten hebräischen Literaten unserer Zeit — selbst die des Altmeisters der hebr. Muse, des Dr. Lettens, nicht ausgenommen — sich zumecht aufs Uebersetzeu beschränkt; ein Vergehen, wodurch dem Geiste des Hebraismus — wie jeder Fachmann zugeben muß — eher geschadet als genützt wird. Der Uebersetzer steht zum Dichter in gleichem Verhältnisse wie etwa der handwerksmäßige Techniker zum schöpferischen Künstler. Wer daher den Na- — wird gern zugeben, daß der Herausgeber in vollem Rechte ist, wenn er „hofft sich dadurch den Dank der Freunde der hebr. Literatur zu erwerben." Muß jedoch — üblicherweise — durchaus dem Lobe ein Zusatz von Tadel beigegeben werden, wüßten wir keinen anderen aufzufinden, als etwa den, daß der Dichter nur zu oft und gar zu sehr der jugendlichen Phantasie die Zügel schließen läßt. Diesem Umstande dürfte es auch zuzuschreiben sein, daß man in den vorliegenden Arbeiten nicht selten Inkorrektheiten begegnet, auf die aufmerksam zu machen wir um so weniger Anstand nehmen, als dieses — nach den Worten des Herausgebers — „dem Verfasser ein Sporn sein dürste, sein schönes Talent durch fleißige Studien zu vervollkommnen um immer Gediegeneres zu Tage zu fördern." Wenden wir uns zum Gegenstände' unserer Recension. Schon das unmittelbar nach dem Titelblatte stehende Motto, ein Vers von Heine glücklich ins Hebräische übertragen, stimmt günstig für das zu Erwartende. Was hat der Leser von diesen lyrischen Klängen zu erwarten? Das Motto giebt die Antwort! ^7212 v; ■'tiEO ^ri'izfcn ,"nripl272 parpft 2n^2 mpas 'npan prriBö rntn ost •**)"22b ^nnsn Auffallend war uns die geringe Berücksichtigung des Geschlechtes der nomina bei deren Verbindung mit den Adjektiven. Sogleich in der Widmung nrnpn 8a Ende u. S. 108: rman: "Tn/a; 66: *n^rr ntrpan; 102: rpa/am n?nten; 15: -rinn naizj; da doch keine Ursache vorhanden die nom. n?rn und -rin als gen. fein, anzunehmen, man m’-pn (16) an st. nsn und imas: (17) st. v.wi sowie nyycj (84) st. nwöj wollen wir auf Rechnung des Setzers schreiben. Daß das Zeitrv. N2L erlöschen, (49) und (101) und (81) n22n, im Nisal vorkömmt, ist unstatthaft, da es im Kal intransitiv ist, daher es auch in der Bibel nur ün Kal zu finden. — Anstatt oyE-n nt (58) hätten wir lieber Vn nxt gelesen, weil::'dh überall als fern., nur ein men „Dichter" mit Recht führen will, muß aus sich heraus „Neues schaffen", nicht aber „übersetzen", „nach- oder mnbilven." *) Im Original: Meine Qual und meine Klagen Hab' ich in dies Buch gegossen, Und wenn Du es aufgeschlagen, Hat sich Dir mein Herz erschlossen.