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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-11-03 · Heft 45 (3.11.1868) · p. Seite 901

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 45 (3.11.1868)
Date
1868-11-03
Page
Seite 901 (sequence 11)
Language
German
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901 also direct an die provisorische Regierung oder an deren Präsidenten eine Eingabe, ähnlich derjenigen, welche Sie an mich gerichtet haben, und sorgen Sie dafür, daß sie in spanischer Sprache abgefaßt sei, damit sie ohne Verzug und mit all der Aufmerksamkeit, welche eine so wichtige Frage erheischt, geprüft werden kann. Seien Sie, mein Herr, Ihren Glaubensgenossen gegenüber tyein Dolmetscher und danken Sie ihnen für die Wünsche, welche sie für die Größe und Wohlfahrt Spaniens mir ausdrücken. Empfangen Sie u. s. w. Rach dem obigen Rundschreiben der provisorischen Regierung hoffen wir von dieser Nichts, und wir behalten uns, wie wir bereits bemerkt haben, vor, mit unserem bekannten Memoire an die Cortes zu gehen. Die Junta von Barcelona hat auf das Gesuch der protestantischen Bewohner der Stadt um die Erlaubniß: „Kirchen oder andere Gebäude zu errichten, welche im Bereiche dieser Provinz zur Ausübung ihres Cultus nöthig erscheinen," geantwortet: „Es stände den Protestanten frei, ihren Cultus auszuüben und entsprechende Gebäude zu errichten, wie es ihnen zweckmäßig scheine; sie bedürften dazu keiner vorherigen Erlaubniß irgend welcher Art, wenn sie die stadträthlichen Verordnungen in Betreff des Baues von Häusern im Allgemeinen befolgten. In den Zeitungen liest man: „In Gerona, das bis jetzt äußerst klerikal war, wird eine protestantische Kirche und ein jüdischer Tempel gebaut werden." Wir möchten nur wissen, wo auf einmal hierzu die Juden hergekommen sein sollen. Es sind dies lediglich Gerüchte, von denen man nicht wissen kann, von welcher Seite sie ausgegangen. Amerika. Cincinnati, 23. Sept. (Privatmitth.) Wir hatten einen Lehrer, der sich über seine Schüler ärgerte, daß sie so viel Zeit auf weltliche Studien verwendeten. „Auch ich, sagte er, kenne Schiller und Goethe, ob ich gleich bloß die Dämmerungsminuten zwischen Mincha und Maariw auf meine deutsche Ausbildung verwendet habe." Während er so sprach, faltete er einen hebräisch geschriebenen Brief zusammen und war eben im Begriffe, die Adresse darauf zu schreiben, die bei den mangelnden hebräischen Kenntnissen der Briefträger in deutschen oder lateinischen Charakteren geschrieben sein mußte, als der Lehrer seinen Vortrag über seine weltlichen Kenntnisse mit den Worten unterbrach: „Schmul, wie schreibt man doch gleich ein deutsches H.?" Diese Anekdote fiel mir ein, als ich neulich in der Deborah folgenden Wuthausbruch des Herrn Wise las: „Lächerlich und kleinlich erscheint es, wenn amerikanische Corrcspondenten dem Leipziger jüdischen Blatte die Gefälligkeit erweisen, die „Deborah", wohl auch den „Jsraelite" anzuklagen, als hätte das Urtheil jener Schreiber und jenes Blattes den geringsten Werth für den denkenden Menschen, oder als könnte uns im Geringsten daran gelegen sein, was man in jenen Kreisen von uns denkt oder spricht. Jene Menschen klatschen und wir müssen immer Neues predigen. Jene betrügen sich und die Welt mit erheucheltem Liberalismus, während wir für jeden Zoll auf dem Boden des Fortschrittes kämpfen müssen. Jene treiben planlos herum auf dem Strome der Zeit, während wir Tag und Nacht am Steuerruder stehen müssen. Jene schreiben für Bezahlung oder für das Vergnügen Jemanden zu verläumden, und wir schreiben, weil wir lehren müssen. Wir haben mit jenen Menschen Nichts gemein, können uns also um ihr Urtheil nicht kümmern. ... Was die jenseits des Oceans von oder über uns sagen, da sie unsere Verhältnisse doch nicht begreifen, ist uns vollständig gteichgiltig." So spricht großprahlerisch die „Deborah" von der „Allg. Z. d. I."; aber wenn man ein groß H. schreiben will, muß man doch zum Bachur Schmuel seine Zuflucht nehmen; wenn man eine Zeitung von drei bis vier Seiten füllen will, so muß man die Allg. Zd. I. bestehlen. Vor mir liegen sechs Nummern des neuen Jahrgangs der Deborah, darin ist die Z. d. I. zweimal angeführt, dagegen unzählige Male bestohlen. Abgesehen von kleinern Artikeln, die Ihrem Blatte entlehnt, oft mit dem Scheine einer direkten Correspondenz der „Deborah" abgedruckt werden, seien hier nur die wesentlichen literarischen Diebstähle des seiner großen Ueberlegenheit über Europa sich rühmenden Blattes angeführt. Der Aufsatz: Bernhard Frankfurther von Elsäßer giebt Stoff für drei bis vier Nummern; „Gedichte eines polnischen Juden" werden dankbarst angenommen oder vielmehr undankbarst gestohlen; „Heine von Adolph Strodtmann" wird ganz unverschämt mit der Einleitung abgedruckt, die anfängt: Vor Kurzem ist der erste Band 45*

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