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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-11-03 · Heft 45 (3.11.1868) · p. Seite 894

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 45 (3.11.1868)
Date
1868-11-03
Page
Seite 894 (sequence 4)
Language
German
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haltenen Abhandlungen des Rabbiners Du. L. Lewys o h n in Stockholm über die Opfer, zusammengestellt in einer kleinen Anzahl Abzüge für Freunde des Vers, erschienen sind: „Die Opfer des alten Testaments, ein Beitrag zum Studium der biblischen Archäologie." (Bamberg, 1867.) Das Material für diesen bedeutsamen Gegenstand ist hier tüchtig zusammengetragen, wenn auch manches neuere Werk unberücksichtigt geblieben. — „Palästina nach seinen natürlichen und geschichtlichen Verhältnissen geschildert für Schule und Haus von A. S. Fischer. Mit einer Karte des heiligen Landes" (Wien, Herzfeld L Bauer, 1868.). Lehrern und Lesern sei diese Schrift bestens empfohlen. Die Ersteren können daraus mannigfachen Stoff für den Unterricht, die Letzteren eine interessante und belehrende Lectüre ziehen. In einem gefälligen und doch bündigen Style wird eine Beschreibung des h. Landes vom Libanon an bis zu der Südgrenze des West- und Ostjordanlandes nach den Quellen und neueren Reisebeschreibern und Forschern geliefert, wobei an jedem Orte ein Blick auf die wichtigeren historischen Ereignisse, die an ihm vorgegangen, geknüpft wird. So z. B. wird eine Geschichte der Stadt Jerusalem gegeben. Wir wollen allerdings nicht alle Angaben des Buches als sicher vertreten, aber im Ganzen bietet es doch einen zuverlässigen Führer. Eine tüchtige und doch zierlich ausgeführte Karte Palästinas erhöht den Werth des gut ausgestatteten Buches, das zwischen wissenschaftlicher Darstellung und dürren Leitfaden eine fühlbare Lücke ausfüllt. — Wir schließen hieran die Erwähnung folgendes Schriftchens: „Wanderung nach den Türkis-Minen und der Sinai-Halbinsel von Heinrich Brugsch. Mit drei Tafeln sinaitischer Inschriften. Zweite Auflage." (Leipzig 1868, Hinrichs.) Der verdienstvolle Aegyptologe giebt hier die Beschreibung einer Reise nach der sinaitischen Halbinsel. Wir fanden darin wenig Neues, oder vielmehr garnichts Bedeutendes, außer was die bekannten, sg. sinaitischen Inschriften betrifft, für welche die Forschungen, die hier mitgetheilt werden, von Werth sind, und auf welche wir daher diejenigen aufmerksam machen, welche sich dafür interessiren. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 6. October. (Privatmitth.) In Humanitären Dingen und Bestrebungen nehmen wir Juden einen anerkannt vortheilhaftcn Platz in der menschlichen Gesellschaft ein. Wo es gilt, PrivatwHlkhätigkeit zu üben, bekunden wir eine achtungswerthe Opfer - Willigkeit und Opferfreudigkeit; wo es sich darum handelt, gemeinnützige Jnstiture zu errichten, fördern wir eine rühmenswerthe Willens- und Thatkraft zu Tage. Mit Recht preisen daher schon unsere Altvordern die echt menschliche Gesinnungs- und Handlungsweise als eine der hauptsächlichsten Nationaltugenden der Israeliten, und einsichtsvolle Andersgläubige geben nur der Wahrheit die Ehre, indem^ sie diesem günstigen Urtheile ihre volle Zustimmung ertheilen. Diesen allgemein anerkannten Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen vorausgesetzt, kann es nicht schwer halren, durch zeit- und sachgemäße Anregungen der jüdischen Presse die Herzen für eine gute gemeinnützige Sache zu gewinnen, eine Sache, auf welche die öffentliche Aufmerksamkeit in diesen Annalen der jüdischen Geschichte der Gegenwart zu lenken, es mich schon läirgst im Innern drängt und die ich endlich heute zur Besprechung zu bringen mir gestatte. Sehr geschätzter Herr Redakteur! Die vortrefflichen öffentlichen Institute, welche bereits im Bestände sind, machen unseren Bestrebungen alle Ehre, wir besitzen wohlfundirte, sich der besten Organisation erfreuende Krankenhäuser, in denen für die ärztliche Behandlung und Pflege hülfloser armer Kranken in musterhafter Weise gesorgt ist. Es bestehen wohleingerichtete mit reichen Mitteln ausgestattete Waisenhäuser, die elternlosen Kindern als Vaterhäuser dienen und in denen das Princip herrschend ist, je nach der individuellen Begabung der Waisen auf's Gewissenhafteste deren geistige Keime und Kräfte zu entwickeln, um sie für eine würdige und achtbare Stellung in der menschlichen Gesellschaft zu erziehen! Wir haben Gemeindeschulen, für welche Seitens der Gemeinden schwere Geldopfer aufgebracht werden zu dem Zwecke, neben den allgemeinen Fächern auch das religiöse Denken und Wissen in annerkcnnenwerther Weise in den Herzen der jüdischen Jugend zu cultivi-

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