Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 43 (20.10.1868)
- Date
- 1868-10-20
- Page
- Seite 862 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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.'a.iv und Cr:ufc!>u't*cnfvit nicht abzusprechen wäre. ....c' th:: i;nfcr Borsrand'?! Ire ivrlh'ii'u'vt ii'tct'cr! . ..o Sc'ooßünd ö:iv der Leopoldsladt, daS immer ge- « 'er wirr, nur nickt wenn eS predigt und immer ck erleg i|:. nur nicht, trenn es zu ivirllicbcn Be r einn! lou.uu. ivird zum Bersitzende» im Nabbinake ..reoviserikev" ernannt und damit ist die Sache ruhig cf gechan. T't’iin daß „proci'g'rijch" von „definitiv" um ein paar Monate entfernt liegt, wenn man im Borstande so gute „Freunde" hat, liegt doch ans der Hand. Boas kehren fick unsere leitenden Kreise daran, rag in theologischer Praxis alt gewordene Theologen vor einer jungen und neuen, anfgekommenen Autorität ckiübergangen werden, daß durch solches Borgehen das Ansehen der a!lehriviirdigell Institution des Nabt'inerlhnins geschädigt, die Achtung vor der alten Autorität der rein talmudisiischen Theologie gang und gar herabgesetzt und speeiell bei uns ein Zustand geschaffen ivird, der Keinen befriedigt. Die Neuen wolleit entweder, daß das frühere Amt mit dem Predigeramte eins lverde, oder daß eine neue frische Kraft herangezogen werde, die Alten wollen entweder einen Assessor zum Nabbiner promovirt, oder eine andere ihnen gefällige Person. Der Borstand aber — o' est l.i paix. Es giebt ein Nabbinat und einen Chef desselben und doch keinen „Nabbiner." Ein merkivürdiger innerer Widerspruch in dieser Handlungsweise. Ein Theolog, der in einem Gutachten an die Behörde «dieses höchst merkwürdige Aetenstück findet sich in Nr. 16 und 17 l. I. des Brunner „Abendland") die Jünger des Talmudstndiunis und der Jeschiba buchstäblich als intelleetneil und moralisch verkommene Individuen darstellt, denen das Studium an össenttichen Schulen als unumgängliches Neinignilgsbad von ihren der Gesellschaft sie unerträglich machenden Gebräuchen nicht eittzogen tverden darf, derselbe jüdische Theolog ivird zum dliepräsentanten deö Rabbinates in Wie» ernannt. Schreiber dieses hat in seiner Jugend Unterricht in Gemara n. s. w. genossen und das Interesse für diese Wissenschaft noch nicht eiugebüßt, er gesteht, daß er vor innerer Empörung und Scham erröthete, als er unsere Lehrer und Later, die im Slueium ganz und gar aufgingen und dabei sittliche Helden loaren, so in den Koth getreten sah, von einetn Manne, der das Banner der Orthodoxie in alle Lüfte schwingt, so oft Stellungen zu erobern sind. Der Wiener Borsland hat die heuchlerische Wirthschast mit solchem Borgeheu sancliouirt, er trage die Beranlivorlung vor der öffentlichen Meinung. Sie hat über die Blüthen dieses Gewächses die eS in Berlin, Wien lind in noch anderen großen Gemeinden getrieben, bereits genrtheilt. Aber noch immer nicht sind ihr die Augen ganz geöffnet. Wir Wiener büßen diese Berblendung, und herben einen Prediger, den wir nicht hören und dafür keinen Nabbiner, aber einen Nabbinats-Borsiher. Prag, Ans. September. (Privatmitth.) Wir haben am 2. d. M. einem Ehrenmann daS letzte Geleite gegeben. Der Antignariats-Buchhändler Simon Kn ran da schied im Alter von 8 t Jahren von hinnen. Er >var ein Prager im günstigsten Sinne des Wortes. Ein Mann von Wissen und edlen Eigeusechaften. Sein Sohn, der berühmte Neichsrathsabgeorduete, ging als Leidtragender hinter der Bahre her. — Ein anderes Stück Prager Leben hat sich vom Schauplatze in die Stille Zlirückgezogen. Der bekannte Rabbinatöbeisitzer, „Appellant" wie dieß heißt, hat seine AintSlhätigkeit aufgegeben und sich in den Ruhestand versetzt. — Dr. Sonneschein ist in die Neue Welt über den Oeean gegangen — und die Neu-Synagoge hat nun den zweiten Prediger nach Amerika geliefert. — Die Rabbinerfrage rückt immer näher heran. Die Competenzeil liegen schon in Massen vor. Es wird sich um einen glücklichen Griff handeln. Krakau, 9. Oetober. Der Gemeinderath beschloß die Aufhebung der bisher bestandenen Judensteuer. Lemberg, 8. Oetober. Smolka reserirt über die vervollständigte Borlage des Berfassnngs-Ansschusses wegen Gleichberechtigung der Israeliten im Gemeindewesen und unterstützt dieselbe in einer längeren mnndlichen Ausführung. Dagegen spricht Torosiewiez und dafür in längerer, öfters von Beifall unterbrochener Rede Höitigsmann; hieraus wird die General- Debatte geschlossen. Als Generalredner für die Borlage spricht Wenzhk, dagegen Krzeczliiiolvicz, welcher ein Amendement im Bertagungssinile für die Spezial Debatte ankündigt. Nach den Schlußworten Smvlka's lind befürwortender Aeußernng des Negierungs- Eominissärs proponirl Gras Goluchorvski die e» bloc- Aniiahitte, lvelche unter stürmischem Beisalle mit weit aus überwiegender Majorität beschlossen wird. Sofort wird die dritte Lesung vorgenommen.