Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 43 (20.10.1868)
- Date
- 1868-10-20
- Page
- Seite 860 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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$*> : v;;; im?v.VjC uv.r, tfvU-:- v.tv (Jvmi.'Aficf'üiig efvü .. er üu.v'ii, kur; durch den Einfluß vorschicdc^ ::;v rein .i;:i;ovtict-;v Uinfur,!>t' und '-IVv^iluiiffc aitv rer.! iH'vtvuro dos Ilidenihnms aus und in den dos cehristenlhnms oiitrvajoit. '-l'ioloii tnefiT 2rf'ti\iu'- rock; nul't das Herz lvi eem Gedaiikon, das: fie tv'!;iu'nfl;:ci'Litv' der angcsiamnitcn fUeliijieit, UehiTle»- ier in ciiu' fviinro feien, die ihnen niimnev ein hei- Biaiftliehev Beden ivird, U'ie ziehe» die innersten Be aungou ihres Herzens sie dahin, wo sie allein sich zu Hanse fühlen, wenn die Stunde der 'Addernfang ihnen scktägt! Ihnen Allen ruft das besetz;n: gehet, wohin euer Zinnen und Wünschen euch hinzieh!. Und reieder! wer kennt nicht das öffentliche Geheimnis:, wie so vielen Töchtern des Landes Religion und Löhne Israels so sehr zu Gemükhe gehen, daß sie uickus sehnlicher wünschen, als die Aufnahino „in den Schooß Abrahams" unseres Stammvaters. Auch sie beglück! unser Gesetz und sagt ihnen: gehet, wohin euer Her; euch führt! Was natürlicher, als daß die Seelsorge der israelitischen Gemeinde Wien einen ganz neuen Zweig ihrer frommen Thätigkeit getvann, den man füglich mit „Proselyten - Seetion" benennen könnle. Ter Prediger der Stadtgemeinde (Or. Jellinek) hat bereits eine ziemlich ansehnliche Zahl Proselyten Gerillt) in die Religion des JndcnthninS ansgenoinmen, u. z. Convertiten sowohl, als auch geborene Christen. Die ersteren waren zmneist Familienväter sammt ihren Familien, die letzteren hatten sieh größtentheils ans dem zarten Geschlochto reerntirt. lFür Männer ist der Uebertritt aus dem Christenthnm der Operation wegen bekanntlich eine viel schwierigere Sachen Dagegen bei den Frauen wie einfach, wenn man nickt etwa an die männliche Assistenz beim Ritual-Bade denken will, was hier Niemand gethan, während es in Berlin zu einem gutachtlichen Gefechte Anlaß gegeben. llnd wir haben doch Gottlob ein RabbinatS- Collegium hier, dem man religiöse Serupnlosität nickt absprechen kann, und ein Mitglied desselben hat ja erst vor einigen Jahren von seiner Virtuosität in diesem Fache einen glänzenden VelveiS gegeben. UebrigenS hat mir ein befreundeter Theologe mitgetheilr, daß Iw. Anb gerade eine ausgesprochen fein Vorgehen rechtfertigende Stelle im Ascheri lIebamoth, tztz. I und .'!tz in Abschn. IV) übersehe» habe, wo er also eine noch gewichtigere Autorität der von Karo recipirte» Vorschrift hätte entgegensetzen können. Aber ganz abg."lohen von allen rasnistischeii Größonverhältnisseit - warum haben Jcabbiner wie Oe. Anb nicht den M:::h, in solchen Dingen sich einmal ans den Schnlck.'.n-Aruch des Auslandes und der guten Sitte zu beziehen und nach der alten Formel zlt erklären, bei Widersprüchen des Sch. Ar. von Karo und des Sch. Ar. der Sitte bleibt die Halacha nach dem Letztere», lim so mehr verwundert ist man hier über den tapfren Dr. Geiger, der diese Bagatell-Sache für wichtig genug zu einem Anträge in der letzten Rabbiner- VeGammlung fand! Bei solchen Anlässen gilt ein emschiedenes Wort mehr, denn hundert Paragraphe, Tensionen, Minhagim und HalachaS. Verzeihen Sie mir diesen kleinen 9iitt in's theologische Land, und lassen Sie mich zu unserer lieben Gemeinde zurück. Ich will sehr bescheiden und discret sein — aber dafür müssen Sie auch den Stift zur Seite und einmal von Ihrer allzugroßen Delicalesse ablassen. Die „inneren" Verhältnisse unseres hiesigen Gemeindelebens sehen äußerst friedlich ans — aber gestehen wir es nur gleich: es ist ein Friede, der mit großen Coucessionen, positiven wie negativen Spsern erkauft ist. Ter Riß. den die seeessionistischen Gelüste der kleinen „frommen" Partei vor einigen Jahren in die Einheit des gemeindlichen Verbandes zu bringen drohten, ist glücklich — verkleistert, und auf den Lorbeeren dieses Friedenswerks ruht unser Gouvernement in ewigem Frieden. Aber der Berg ist nicht zu Mahomet gekommen — Mahomet kam zum Berg. Unsere oberste Leitung besteht aus den besten Männern, die nur den einzigen Fehler haben, daß sie gerne und in allem Ernste die „Frommen" spielen. Ja bei einigen der hervorragendsten Männer der wiener Inden, die den größten Einfluß ans die Leitung der Gemeinde haben, ist eö eine prononcirt romantisirende Liebhaberei, die sie zu Verehrern von allem machen, was sich als altreligiös erhalten hat, trotzdem sie sonst die freiheitlichsten Männer, »iw practisch nicht die besten Freunde unseres Nitnal-Codex sind. Man könnte es ein psychologisches Räthsel nennen und darüber lächeln, wenn es nicht auch seine ernste Seite hätte. Ter Nachfolger Mannheimers, ein kampfgeübter Gegner aller frömmelnden Unnatur und vieljähriger Vorkämpfer der Freiheit, mußte es als ein Gebot seiner Stellung und seiites Dornses ansehen, entschieden Front zu machen gegen jedwedes! Auskommen conscrvatirer Tendenzen, die manche»