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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-10-20 · Heft 43 (20.10.1868) · p. Seite 856

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 43 (20.10.1868)
Date
1868-10-20
Page
Seite 856 (sequence 7)
Language
German
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•;:v \V\\\ d.r.;i zu sein. Hierdurch 7? lv:\lt, Tic :\v .,I:^ov Kn* OVmciuK1 zu einer -;•;m >• ciuiir.lf; dee zu uerhüben und sie mit 2 vorab iinniJYjeu in lebendigem Zusammenhänge 1 al:7u. (So v.av du lue über auch uorhwelldig, nur ndiue zur 7 durah aufzu.vufeu, und darauf hielt man -um Äusaug dcs l<>. Jahrhunderts. 2!llmälig aber e.e die. Zahl dieser kundigen au vielen Orten geriue geworden, uub es kamen so viele Jueonvenienzen vor, ' mau einem guten Vorleser das ganze Vorleseu . .ertrug, und die Ausgernfeneu nur wie die ganze Eer. '..iude zuborten. Tie Borlesung geschieht selbstverständ- '.ie nicht für die einzelnen Aufgerufenen, sondern für die aau.ze Gemeinde, linb das Glanbenöbekenntuiß, das iu dem Sprechen der Segenssprüche seitens der Aufgerufenen liegt, kann nicht die Bedeutung haben, daß eS von Einzelnen geschieht, sondern von der ganzen Gemeinde. Daher empfiehlt es sich, daß das Aufrufen Einzelner :ur Thorah in Wegfall kouune, daß fomit die Vorlesung des Thorahabschnittes ununterbrochen von dem be- Uten Vorleser geschehe, und daß dieser, sobald das Sepher Trorah geöffnet ist, in feierlicher Weise "3-o •pin-sn 'n pk anhebt und die ganze Gemeinde mit dem SegenSspruche nrn 'n'^'n ^n'n'n '131 *1:3 antwortet; nach Beendigung der Vorlesung, bevor das Sepher Thorah geschlossen wird, wird in gleicher Weise der Schlußsegensspruch '131 ijb ",r: pck von der Gemeinde gesprochen. Wir können aus persönlicher Wahrnehmung in einer Gemeinde, wo dies seit längerer Zeit so gebräuchlich ist, versichern, daß das Ganze von ausnehmend erhebender Wirkung ist. Die Segenssprüche für die Gemeinde, die Kranken u. s. w., werden füglich mit dem Gebete für Vaterland und König nach dem Schlüsse der Hafthorah von dem Rabbiner oder Vorbeter verbunden. — Wir sind nunmehr bei eer Thesillath Mussaf angelangt und stehen hier abermals vor einer Frage von Bedeutung. Es handelt sich um das Gebet für die Wiederherstellung des Opferkultus. Hiermit hängt zwar auch das Beten um die RückkeZ ' ach Palästina zusammen, ist jedoch mit dem um fci. .uedereinführung der blutigen Thieropfer nicht rollig .britisch. Betrachten wir jene zuerst. Wenn ein Bol';. , seinen Sitzen in andere entfernte Länder hinausguB' .a'. -t und in diesen heimisch geworden, so wird in u ei;» verklärelides Bild seiner ehemaligen Heimath, s. in.-s unabhängigen Besitzthums, eine empfiudungsreiche Sehnsucht nach demselben, eine phantastische Vorstellung neuer zukünftiger Herrlichkeit in ihm Zurückbleiben, und es wird besonders auf seine Schicksale ankommen, um diese Gefühle nud dieses Verlangen mehr oder weniger zu beleben. . Dennoch wissen wir, daß schon von den Exulanten in Babylon, die doch von Palästina nicht allzllsehr entfernt waren, und deren Verbannung erst nach Jahrzehenden zähte, als unter Cyrns die Rückkehr nach Palästina als persönliche Frage an sie trat, nur verhältnißmäßig wenige (ungefähr 200,000 Seelen) sich wirklich dazu entschlossen. Mehrere Psalmen und die Reden des Propheten Jesaias II beweisen, daß jene Sehnsucht vorhanden, daß dringliche Motive bestanden, und dennoch bestimmten diese in Wirklichkeit nur. eine Zahl zur Heimkehr. Anders steht es um uns. Wir sind nicht, wie unsere Väter in Babel, in einem Landstriche versalnmelt, sondern über alle Erdtheile zerstreut; wir sind nicht, wie jene, noch mit der Berufsarbeit unseres Volkes in Palästina, dem Ackerbau und allen nothweudigen Gewerken beschäftigt, sondern durch unseren geschichtliche Verhältnisse gezwungen gewesen, dem Handel allein uns znzuwenden, und arbeiten uns jetzt erst allmälig aus dieser Ausschließlichkeit heraus; nicht sieben Jahrzeheude, sondern achtzehn Jahrhunderte liegen zwischen uns und dem Laude unserer Väter. So lange nun die Juden der Verfolgung, dem äußersten Drucke, der außerordentlichsten Beschränkung, der Verachtung und dem Hohne preisgegeben-waren, und ihnen die Wohnstätte, auf der sie sich niedergelassen, nicht gegönnt und oft gewaltsam entzogen wurde, war es natürlich, daß ihre Blicke stets auf jenes Land ihrer Freiheit und ihrer Ehre gerichtet blieben, und die Rückkehr dahin als daö Ideal ihrer Zukunft und ihres Glückes tröstend und aufrichtend vor ihrer Seele stand. Doch schon damals waren es nur einzelne gehobene Momente, in denen dies ausrichtig iu ihrem Geiste lebte, während das gewöhnliche Leben und seine Verhältnisse in der Wirklichkeit sie in ihren Personen festhielten und mit der Frage, wie diese sich wohl in Palästina gestalten würden, contrastirten. Ganz anders verhält es sich nun in unserer Zeit. Die bürgerliche Freiheit, der Eintritt iu die Gesellschaft auf allen ihren Wegen, der Uebergang in das allgemeine Culturlebeu haben sowohl in unseren persönlichen Verhältnissen, als auch in unseren Anschauungen eine große Umwandlung nothweudig hervorgebracht. Wir gehören dem Staate, dem Volke, bcm Vaterlande als gleichberechtigte und lebendige Glieder an: was uns hierall noch fehlt, daö verlangen wir unbe-

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