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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-10-20 · Heft 43 (20.10.1868) · p. Seite 854

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 43 (20.10.1868)
Date
1868-10-20
Page
Seite 854 (sequence 5)
Language
German
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. o;vr;;:;;'r.:c;v:n in tiefen '2(viüetn vom :.i C;c:..e:;e;irie jvnwben, immer darunter zürn acimmumeu verstehend. Jedermann weist, . riefev von der Vii valandacht unterscheidet; der? 'Vortrag des Vorbeters mit der Gemeinde, :::nei teeetaddisch, des ganzen wie des Halden, ne tzviederl'olung der a de st Nah igewöbulich Sche-- Eere genannt, obschon dieser Name nur auf die ,.-b der Wochentage als die 18 Segenssprüche paßt) reu Vorbeier, die ^edurchah, die Vorlesung aiiv 2erer £ herab u. s. io. bilden den Unterschied zwi- . beiden. Der össernüche Gottesdienst beginnt daeigentlich erst mit dem Halbkaddisch vor da mit diesem das ld^injan nothwendig ist mit im Falle geringeren Zahl anwesender' Männer bis dahin :\:d werden must, da st das Minjan vollständig geim anderen Falle der Gottesdienst nur als Prirndechi fortgeseot werden darf. Alles, was diesem . Uaddisch vorangeht, kann als Privataudacht gebetet .-.reu und ist zum össentlichen Gottesdienste nicht noth- .ch.g. Zum typischen Theite des Gottesdienstes ger'u diese Stücke nicht, einige sind späten Ursprungs, aere wurden erst später bestimmt, während in früherer mit ganz andere Stücke ihre Stelle einnehmen konnten.*) Um daher unserem Gottesdienste sowohl die überist ige Länge zu nehmen, als auch den nöthigen Raum . einen langsameren und andächtigen Vortrag, für e-gesang und Predigt zu gewinnen, und endlich um . widerwärtige Willkür des beständigen Kommens und ehens während des Gottesdienstes zu beseitigen, halten ir es für geboten, daß jeder öffentliche Gottesdienst vw Morgen sowohl des Sabbaths als auch des Werchiiages mit dem Halbkaddisch vor Borchu beginne, damr aber die strenge Verpflichtung für Alle, welche dem v'otte6bienfie beiwohnen wollen, eintrete, sich zu diesem ibeginne eingestellt zu haben, wie dies in den gottesdienst- . ven Versammlungen aller anderen Glaubensgenossenasten stattsindet. so kann die Achtung vor dem ttocDicufte und dessen wahre Heilighaltung wiederher- '.-llt und befestigt und die garnicht zu rechtfertigende st.nng und Unruhe während desselben beseitigt werden. . :er That, wie wollen wir für unseren Eultus Ach- .g bei unseren und bei anderen Glaubensgenossen ver- So wurde noch zu Maimonideö Zeit statt der .e in manchen Gemeinden ir-sr; rcpetirt. ‘-irao : zuerst im oteu Jahrhunderl erwähnt. langen können, und jene Mistachtung und Verhöhnung, die noch immer bei Nichtjuden vorhanden ist, verdrängen, wenn wir selbst thatsächlichjede Achtung vor ihm aus den Augen setzen? Wir sagen thatsächlich, denn die üble Gewohnheit ist seit Jahrhunderten so eingeriffen, dast jene Störungen, jene willkürliche Behandlung weniger ans der Gesinnung als eben aus der eingewurzelten Gewohnheit hervorgehen, thatsächlich aber dieselbe traurige Wirkung haben. — Um aber dem össentlichen Gottesdienste eine würdige Einleitung zu geben, wären am Sabbath-Morgen ein Lied, der 92. und 93. Psalm <n:r::n ovV f'ü '12) und das herrliche Gebet Nischmath in der Landessprache voranzuschicken. Ferner müssen ans den Morgengebeten des Sabbaths alle Pint im entfernt werden. Wir brauchen hier wohl schwerlich alle die Gründe auseinanderznsetzen, welche gegen die Piutim sprechen und sie als die ungeeignetsten Einschaltungen in unsere Gebete, welchen zugleich jede gesetzliche Unterlage fehlt, bezeichnen. Jedermann weist, daß, außer einigen peitanischen Zusätzen im Siddur, welche dem achten Jahrhundert angehören, die eigentlichen Piutim seit der Mitte des zehnten Jahrhunderts ihren Ursprung nahmen, hauptsächlich von K alir, der Vorbeter in der Synagoge einer snditalienischen Gemeindewar. Nichtminder ist es bekannt, dast von Anfangan sich die bedeutendesten Lehrer des Judenthums, von Maimonides an, der diese Einschaltungen geradezu für ungesetzlich erklärte, bis auf Jacob Emden und Elija Wilna (1750), gegen die Piutim eiferten, aber bis zu unserer Zeit vergebens.*) Gegen die Piutim sprechen schon an sich ihre Formen und ihr Inhalt. Denn schon Jbn tEsra verurtheilt sie wegen ihrer Mischung „aus medichen, persischen, edomitischen und israelitischen Dialekten, wegen der Fehlerhaftigkeit selbst der hebräischen Worte, indem dabei weder von den Schreibnoch Sprachregeln richtiger Gebrauch gemacht wird."**) Abgesehen von dieser höchst grotesken Sprache bewegen sie sich in alphabetischen Spielereien und in monotonen Reimereien, welche in der hebräischen und aramäischen Sprache durch die Sussixa so leicht, aber auch so geschmacklos sind. *) Wir brauchen hierüber nur auf das vom Institute zur Ford. d. isr. Literatur herausgegebene Schriftchen vom I)r. A. A. Wolfs, Oberrabb. in Eopenhagen, cVro mü? „die Stimmen der glaubwürdigsten Rabbinen über die Pijutim, Leipzig 1857" zu verweisen. **) Comment. zu Kohel. 5, 1. *

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