Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 41 (6.10.1868)
- Date
- 1868-10-06
- Page
- Seite 817 (sequence 7)
- Language
- German
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817 Die hiesi-j wutungen j auf Auf ■7 gestclltj der einen lche Petiden selbst und au sei denn, er neuen ächte, daß en wäre, ng jenes on selbst, aufgehodie Vernwärtige i es auch d Lehrer adelt sich (und die;t könnte, )ie Verdiese ist daß die ung der bhängigbar geausübt. t genüschaffen, -standen ersteher, en wall jenes?ale ihmaßlose > in unten Gecht den;enwärng mit allen bestehenden Corporationen so, wenn ih- Lert plötzlich ihr organisches Statut genommen würde. iJn unserer Zeit sind die Meinungen auf allen Gerieten zu sehr verschieden, als daß nicht eine plötzliche Kiuflösung Alles auseinander gehen ließe. Man darf Inordamerikanische Zustände nicht mit den unsrigen dergleichen. Denn erstens wurde dort Alles aus jung- Ifräulichem Boden erst geschaffen, und man vermochte Dies also in völliger Freiheit von innen heraus, wählend bei uns nur aus Trümmern reconstruirt werden »kennte, was ungleich schwieriger und mit beschränken- Iteit Bedingungen verbunden ist. Zweitens bestehen »in Amerika jüdische Gemeinden vorzugsweise in gro- Iscn Städten, wo sich eine sehr starke jüdische Bevölkerung befindet. Es sammelt sich dort immer eine cchaar Gleichgesinnter, tritt zu einer Gemeinde zu- I summen, entwirft sich ein Statut, baut sich eine Sy- Inagoge und stellt die Beamten auf drei Jahre an. 1§o entstehen an einem Orte eine Menge von Gemeinden, die ihren Bedürfnissen völlig genügen; New- 7jerk z. B. zählt an fünfundzwanzig Gemeinden, und Chicago schon an fünf. Eine ähnliche Gestaltung würde in den großen Gemeinden unseres Vaterlandes keine wesentlichen Nachtheile bringen, da die Wohlthlliigkeitsanstalten doch von ihnen leicht insgesammt bcibehalten werden könnten, und uns z. B. in Berlin nur nützlich wäre, wenn statt zwei Synagogen fünf bis zehn in den verschiedenen Stadttheilen bestünden. Aber wie viele solcher großen Gemeinden zählen wir in Deutschland? Wenn wir Oesterreich nicht mitzählen, kaum sieben. Die übrigen Tausend bestehen zumeist aus zehn, zwanzig, fünfzig und hun- [ bovt Familien, und nun fragen wir, wie diese existitm sollen, wenn sie, die bis auf die kleinste ebenso aus den verschiedenartigsten Elementen zusammengesetzt sind, wie die großen, plötzlich alles Verbandes entkleidet werden? . . . Wir müssen daher auf das nachdrücklichste betonen, daß nur dann der betreffende Theil jenes Gesetzes aufgehoben werden darf, wenn sofort andere gesetzliche Bestimmungen über den Gemeindeverband an die Stelle gesetzt würden. Wir machen rechtzeitig die jüdischen Gemeinden Preußens hierauf aufmerksam, um im Falle, daß ein derartiger Antrag wirklich eingebracht würde, gemeinsam geeignete Schritte zu thun. Frankfurt a. M., im September (Privatmitth.) Hier ist ein kleiner historischer Bericht über „die isr. Männer-Kranken-Kasse in Frankfurt a. M." erschienen, der so recht lebhaft zeigt, welch ein segensreiches großes Werk, das Jahrhunderte lang wohlthätig wirkt, oft aus dem Gedanken und Entschluß eines einzelnen Mannes und aus den kleinsten Anfängen hervorgeht. Im Jahre 1738 faßte Benedict Elias Maas den Plan, einen Verein von Freunden zur Unterstützung von Kranken zu bilden. Die Zahl der ersten Theilnchmer tvar ungefähr 20 und ihr wöchentlicher Beitrag 3 Kr. Dafür mietheten sie zunächst ein Zimmer. Später stieg der jährliche Beitrag auf 8 fl. u. ist gegenwärtig 6 fl. Die Rothschild'sche Familie baute der Krankencasse ein großes Krankenhaus, und nach dem jetzigen Statut dürfen nur zwei Kranke in ein Zimmer gelegt werden. So wirkt dieser Verein bereits 130 Jahre. Hannover, 15. September. (Privatmitth.) Vor Kurzem feierte der seit vielen Jahren hier wohnende Kaufmann Goldschmidt aus Gr. Freden seine goldene Hochzeit. Der Jubilar erfreut sich noch einer rüstigen Gesundheit, obgleich ein sehr bewegtes Leben hinter ihm liegt. Er machte die Schlachten von Lützen, Dresden, Bautzen, Jüterbock und Leipzig, sowie den russischen Feldzug mit, dann trat derselbe in hannoversche Dienste und nahm an ver Schlacht bei Waterloo Theil. Am 6. d. M. beging der in der Synagogengemeinde Hildes he im bestehende Wohlthätigkeitsverein „Chebra Kadischa“ sein 200jähriges Stiftungsfest in feierlicher Weise. Nachmittags 3 Uhr fand eine religiöse Feier im Tempel statt, bei welcher der Landrabbiner denselben Spruch 5. Buch Mosis Cap. 4, 4 seiner Festrede zu Grunde legte, den vor 200 Jahren auch die Stifter des Vereins an die Spitze ihrer Statuten gestellt hatten. Am Abend vereinigte sich der größte Theil der Mitglieder der Synagogengemeinde, sowie viele auswärtige Gäste zu einem Festmahle. Zur Feier des Tages publicirte auch Herr Landrabbiner Landsberg eine kleine Brochüre: „Zur Geschichte der Synagogengemeinde Hildesheim und des annoch bestehenden wohlthätigen Vereins/' in welcher er Einzelnes über die ältere Geschichte der Juden in Hildesheim miltheilt. In Stotel war ein Knabe, der wegen eines