Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 41 (6.10.1868)
- Date
- 1868-10-06
- Page
- Seite 813 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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fällig sein, daß und das ägyptische nur als Lehnwort zu betrachtende Markabuta einander fast vollständig gleich sind." Wir bitten unsere Leser, dies besonders in Erinnerung zu halten, da es von großem Gewichte ist, und fügen ein für alle Mal die Bemerkung hinzu, daß Ebers alle seine Nachweisungen mit Citaten aus den Hieroglyphen und Abbildungen aus den Monmnenten begründet, wobei uns oft alte Bekannte aus unserem Dibelwerk freundlich entgegentreten. Auf den Denkmälern finden sich schon Schafe in der 12. Dynastie, und bereits in einem Grabe bei den großen Pyramiden wird von 3208 Stück berichtet, welche einem einzigen Besitzer gehörten. Die Existenz zahlreicher Esel in Egypten wird „gerade für das alte Reich besonders lebhaft durch die Bilder von Benihassan und die nockweit älteren Pyramidengräber bezeugt, in denen uns ganze Eselheerden begegnen. Damals war Set noch nicht „der Böse" und sein Thier keineswegs Gegenstand des Abscheus. Kameele finden^ sich allerdings auf den Monumenten niemals abgebildet, weder auf den älteren noch den jüngeren, und muß daher angenommen werden, daß die Abbildung derselben, ebenso wie z. B. die der Hühner, deren Existenz im ältesten Aegypten anderweitig aufs entschiedenste nachgewiesen ist, vom ägyptischen Gesetze, das die Maler und Bildhauer sehr strengen Regeln unterwarf, verboten gewesen. Dagegen steht dem sehr frühen Vorhandensein der Kameele in Egypten als ein untrüglicher Grund zur Seite, daß Hekekyan Bey bei seinen bekannten Bohrungen noch in großer Tiefe bei anderen Vierfüßlerresten auf Dromedarknochen gestoßen ist." — Nach anderen weniger wichtigen Gegenständen kommt der Verf. auf die Einfuhr von Specereien in Egypten, nach 37, 25. Aus der Untersuchung der daselbst angeführten Maaren schließt er: „Aus dem Allen geht hervor, daß, mag man die drei Handelsartikel der Käufer des Joseph erklären wie man will, sie sich doch als von Osten her sehr häufig zu den Aegyptern gebrachte Gegenstände Nachweisen lassen. Es ist höchst eigenthümlich daß dieselben Specereien (Balsam, Gummi, Weihrauch) heute noch, ohne irgend einen Bezug auf unsere Stelle, als Hauptbestandtheile der in Aegypten eingeführten Maaren genannt werden, und daß zweitens der Verkehr des Nilthales mit dem Osten, wenn man eine kurze Eisenbahnstrecke abrechnet, im Jahre 1867 dieselben Formen trägt, wie zur Zeit des Joseph. Heute wie damals vermitteln Karavanen den Austausch der Güter, heute wie damals bestehen die Führer derselben aus den Söhnen jener wanderlustigen Jsmaeliten, an welche die Brüder des Joseph den Liebling ihres Vaters verkauft haben sollui, und die sich in dieser wie in jener Zeit des Kameels als Träger der Lasten bedienen." Die Karavanenführer konnten auch schon in früher Zeit sicher sein, einen Sclaven in Egypten gut zu verkaufen. — Alle, den Potiphar und seine Stellung betreffenden Notizen finden in den Monumenten und Inschriften ihre Bestätigung. Schon in der ältesten Zeit trifft man auf die Würde eines Haushofmeisters und unbeschränkten Güterverwalters in jedem größeren ägyptischen Haushalte, wie Joseph sie im Hause Potiphars einnahm; schlechtgerechnet lassen sich auf jeder achten Darstellung aus dem ägyptischen Privatleben Männer auf einem ähnlichen Posten Nachweisen. — Das Gemälde, das uns 39, 7—19 aufgerollt wird, haben Bohlen, Tuch und andere Kritiker als etwas entweder ganz Unägyptisches oder doch Jnconsequentes bezeichnet, denn der freie Zutritt eines Dieners in das Frauengemach sei da, wo Eunuchen vorausgesetzt würden, ganz unerhört, oder (Tuch) der Autor habe die Vorstellung, Potiphar sei ein vornehmer Aegypter gewesen, schwinden lasten und nur ein schlichtes häusliches Verhältniß geschildert. Ebers erweist mit einer Fülle von Nachweisungen das gerade Gegentheil. Den freien Verkehr beider Geschlechter in geselligen Zusammenkünften belegen die zu Theben gefundenen Bilder, von denen -wir einige schon in unserem Bibelwerke mitgetheilt; die Ehefrau wurde sehr hoch gehalten; die Ehe war ein gesetzlich normirter, jedenfalls schwer zu lösender Akt, der Ehebruch für Mann und Weib eine Todsünde. Das Frauengemach im ägyptischen Hause ist mit dem türkischen Harem durchaus nicht gleichzustellen; die Frau des Potiphar mußte täglich Gelegenheit haben, Joseph zu sehen. Aber nicht blos die Einzelheiten, sondern auch der ganze Gehalt der Versuchungsgeschichte Josephs waren echt ägyptisch, und erweist sich dies besonders aus einem Manuskripte, „welches, wenige Jahrzehende vor dem Auszüge (der Israeliten) geschrieben, ein ägyptisches Mährchen enthält, das unserer Erzählung so auffallend gleicht, daß wir sie in Beziehung zu einander bringen dürfen/ Ebers theilt es mit, und gerade in den nicht gleichen Zügen zeigt sich der wesentliche Unterschied zwischen Mährchen und Geschichte. — Die Charge eines Hofbäckers läßt sich Nachweisen; den Titel eines Mundschenken fand Ebers bis jetzt noch nicht. Zahlreiche Stellen zeigen, welches Gewicht man in der Pharaonenzeit auf Träume legte. 4i*