Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 39 (22.9.1868)
- Date
- 1868-09-22
- Page
- Seite 775 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I l bringen. Man hat nun noch eingewendet, daß an die I jetzige Ordnung kalendarische Einrichtungen geknüpft feien. . Es bestehen diese aber nur darin, daß die Sabbalhe nach den Titeln der Sidras benannt werden. Es ist dies doch sicherlich von nur nebensächlicher Bedeutung. Die Titel der Sidras sind bekanntlich nach dem ersten bedeutenden Worte ihres Anfangsverses gegeben; dies kann sehr leicht auch für die Abschnitte nach dem dreijährigen Cyclus geschehen, und es können dann diese Titel, sobald es durch allgemeinere Einführung des dreijährigen Cyclus Bedürfuiß geworden, in den Kalendern den bisherigen Namen hinzugefügt werden, wodurch den Gemeinden, in welchen der dreijährige Cyclus üblich geworden, die Bequemlichkeit des Auffindens erleichtert wird. Literarischer Wochenbericht. Gr. Becskerek, 20. August. (Bibliographisches.) Wir haben in Nr. 16 des vor. Jahrgangs 11>. Z. einer großartigen Bibliothek erwähnt, die in Amterdam im November des heurigen Jahres zur öfsent- [ liehen Versteigerung kommen soll. Der Auctionär derelben lFrederik Müller) gab damals den Prospect eines l ausführlichen, bibliographischen Cataloges heraus, der mit dem wissenschaftlichen auch den practischen Zweck eines Auctions-Cataloges verbinden sollte. Wir haben uns in unserem damaligen Referate hierüber tadelnd ausgesprochen, weil wir behaupteten, der Buchhändler I werde dem wissenschaftlichen Bibliographen nur störend im Wege sein. Hr. Müller hat nun in der That diesen seinen ursprünglichen Plan aufgegeben, und den „Ausführlichen" von dem „Auctions-Cata log" ^trennt, die er beide gesondert erscheinen läßt. Der letztere liegt uns bereits fertig vor und wir müssen gestehen, daß schon dieser, Dank der außerordentlichen bibliographischen Tüchtigkeit und wissenschaftlichen Akribie seines Verfassers, des Hrn. M. Roest, für Kenner l uud Freunde der jüdischen Literatur von größtem Jn- Ileresse, ja selbst von sachlichem Werthe ist. Ist es doch k überhaupt keine alltägliche Sache, daß geschätzte Sammlungen von Werken der jüd. Literatur auf den Bücher- I markt kommen, und noch dazu so große und reichhaltige wie diese, so ist es noch viel seltner, daß sie mit soviel Wissenschaftlichkeit und Genauigkeit, in solcher Ausstattung, von einem so ausgezeichneten Fachmanne beschrieben und dem lesenden Publikum zugänglich gemacht werden. Hr. Roest giebt im Vorworte zu dem (380 SS. starken, mit dem Facsimile einer Handschrift versehenen) Cataloge nähere Aufschlüsse über die früheren Besitzer dieser bedeutenden Collection,*/ über deren Handschriften, älteste Drucke und Jncunabeln, sowie einige Worte über seine Art des Catalogisirens. Die erste Abtheilung A, die Hebraica enthaltend, reicht bis Nr. 2676, darauf folgen 6. Judaica bis 5127, die II. Abtheilung bringt die in gleicher Weise eingetheilten Handschriften (oft ausführlich beschrieben mit interessanten Citaten) bis Nr. 5193, es folgen dann Portraits, Kupferstiche (Nr. 5230) und schließlich ein Anhang von noch etwa 400 hebräischen und das Judenthum betreffenden Schriften. Voran geht noch ein chronologisch geordnetes Verzeichniß der Wiegendrucke vom Jahre 1475—1540, unter denen 4 Pergamentdrucke: 2 Machsor und 2 Siddur, von denen einer aus dem Jahre 1486 (Soncino) ein Unicum sein soll. Die Angabe der Büchertitel, des Inhalts, der Verfasser, der Druckjahre, der Orte des Erscheinens, der Drucker oder Verleger, sowie die sonstige bibliographische Beschreibung ist mit größtmöglicher Genauigkeit und nach wissenschaftlich festgestellten Resultaten ausgeführt, so daß das Buch als verläßliches bibliographisches Handbuch gebraucht werden kann. Verstößen und Fehlern begegnet man höchst selten. Die Sammlung der Judaica ist besonders reich an Werken christlicher Autoren und solchen in spanischer und portugiesischer Sprache; viele der hier aufgezählten Bücher (dieselben sind nach den Autoren, bei den Hebr. nach den Büchertiteln geordnet) finden sich in Fürst's Bibliothek und auch im Cataloge der Bodleyana nicht. Aus den Handschriften wollen wir namentlich herausheben: Nr. 5130, ein Codex, der 5 unedirte Piecen enthält, einen Supercommentar auf Jbn Esra von S. Franco, und Widerlegungen desselben, und andere Erklärungen zu Jbn Esra, wie zum Pentateuch; den reichhaltigen Cod. 5132, Schriften berühmter Kabbalisten: Js. Loria, Abrah. Ha-Sakon, Nat. Spira; das Sammelwerk von dem Sprüche- und Lieder- *j Der ganze Nachlaß von den Druckwerken Almanzi's ist, 100 Nummern ausgenommen, die das Brittische Museum angekauft, in die Collection ausgenommen. Dann der Nachlaß von Emden und Lewen stein.