Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 38 (15.9.1868)
- Date
- 1868-09-15
- Page
- Seite 761 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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eröff- Blatt. Uolger I ns be-1 en von ) seine Zuhörer Hut ge- >ng ist, ißt seit Herrn Knaben! später ihrbuch 85,752 denen; Hol- \ See- ' kam. dulden in Coirinam uraxao (68. n rut des repräjudaei )es v. e auf; Verpflegung um 1200 ft. billiger übernehmen wollte, als die übrigen Anbote, blos darum zurückwies, weil der Offerent — ein Jude ist. Und das Ministerium Bratiano (Uj nahm, wie Nr. 28 d. Vl. mittheilt, die Ausschließung der Juden von Licitationen wieder zurück, weil die Staatscassen den christlichen Mittelspersonen große Profite zahlen mußten. O freisinniger Bratiano! o freisinnig? Pester Repräsentanz!! 6. Wirksamkeit ungarischer Israeliten. Indem wir diese Rubrik eröffnen, leitet uns die Absicht, darzuthun, daß unsere Glaubensgenossen nicht ausschließlich in dem ihnen früher fast einzig und allein zugänglich gewesenen Handelsbetriebe ihr Heil suchen, sondern dort, wo ihnen eine freisinnige Gesetzgebung die Möglichkeit dazu bietet, auf ben; verschiedensten' Gebieten menschlicher Thätigkeit ihre gemeinnützige Wirksamkeit entfalten, wie überhaupt die mannigfaltigsten nützlichen Unternehmungen theils anregen, theils fördern. Vor allem wollen wir constatiren, daß der hierzulande vor der constitutionellen Aera sehr vernachlässigt gewesenen Industrie nunmehr seitens ungarischer Magnaten und angesehener Bürger, gemeinschaftlich mit Israeliten verschiedener Berufssphären, eine ungemein rege Aufmerksamkeit zugewandt wird. So gründeten die genannten Factoren im Laufe des v. M. eine Musterbuchdruckerei im eigenen Gebäude nebst einer Schriftgießerei und lithographischen Anstalt. tAn der Spitze dieses Unternehmens steht General Klapka und die Israeliten: Assecuranzdirektor Lovay, Banquier Wahrmann und Grundbesitzer Schweiger), eine Maschinenziegel-Fabriksgesellschaft (Präses: Graf B. Szöchenyi, Ausschußmitglieder: H. v. Schoßberger und andere Israeliten!, eine chemische Zündwaaren-Fabriksgesellschaft lVorsitzender: unser Glaubensgenosse I. I. Kohen), einen Pestofner Möbelfabriks-Verein (Vorsitzender: der Graf Jos. Zichy, Ausschußmitglieder I. I. Kohen und andere Israeliten, Revisor L. S. Oppenheim, Referenten über die Bücherrevision: Ingenieur Dr. Reich nebst einem Nichtisraeliten), eine Omnibus-Actiengcsellschast (Präses I. I. Kohen), eine Gesellschaft zur Ausführung einer Dampfseilrampe über die Donau von Pest nach der Festung Ofen (an der Spitze des Consortiums: Lnnyi, Präses der Pester israel. Gemeinde), einen gegenseitigen Versicherungsverein, eine Maschinengesellschaft, Straßenbahnen-Gesellschaften u. s. w. u. s. w. Unsere Glaubensgenossen, der Aesthetiker Ad. Dux und der Advocat Dr. Brode in Pest, ergriffen im Verein mit dem Architekten Ubl die Initiative zur Erbauung eines den Kunstansprüchen der deutschen Bevölkerung Pest's genügenden Theaters und erhielten hiezu bereits die Concession. Der ebengenannte Dr. juris entfaltet eine große Thätigkeit als Mitglied des Pestofner Advokatenvereins. Dieser zeichnet ihn auch durch die Wahl in die verschiedenen Vereins-Commissionen aus. Auf Anregung des Dr. Alois Popper in Debreczin constituirte sich daselbst am 6. Juni ein Volksverein. Auch hierorts kam ein solcher Verein auf Anregung des hiesigen israelitischen Gemeindeinitgliedes Jsak Polakowitsch zu Stande. Derselbe steckte sich in erster Reihe die Förderung der Bildung des Bauern- und Gewerbestandes zum Ziele, und zählt bereits circa 50 Mitglieder, darunter zahlreiche Landleute. 7. Literatur und Kunst. In der Sitzung der Akademie der Wissenschaften vom 22. Juni besprach Akademiker Emmerich Henßlm a n n ein unter dem Titel: „Reisen in Südserbien und Bulgarien" erschienenes und bereits stark verbreitetes Werk unseres Pester Glaubensgenossen Franz Kanitz. Der Verfasser, welcher für dieses Werk von Sr. Majestät den Franz-Josefsorden erhielt (siehe Rubrik: Auszeichnungen), sandte 1 Exempl. dieses seines besonders jetzt hochwichtigen Werkes der Akademie zum Geschenke. Es befinden sich darin auch viele werthvolle Daten vom Standpunkte der Antiquität. Der Verfasser entdeckte auf seiner Reise den Geburtsort des Kaisers Constantin (der Mosaikboden des alten Gebäudes ist noch heute vorhanden), ferner mehrere römische Straßen, Fortisicativnen u. s. w. Henßlmann ersuchte am Schluffe seines Vortrages die Akademie, sie möge dem Verfasser für seine werthvvlle Sendung den gebührenden Dank aussprechen, um ihn zur Fortsetzung seiner interessanten Forschungen anzueifern. In derselben Sitzung zeigte Akademiker Paul H u nfalvy die Abhandlung des Stuhlweißenburger Oberrabbiners Dr. Alex. Kohut: „Der Talmud und der Parsismus" vor. Der Oberrabbiner Abr. Hochmuth in Beßprim gab auf Grundlage einer von ihm gehaltenen Predigt gegen den ultramontanen „Schomre-Hadath-" Verein eine Brochüre unter dem Titel: „Gehörst du zu uns oder zu unfern Widersachern?" heraus, welche gegen die Tendenzen der „Glaubenswächter" ankämpft. Dr. L. Groß in Pest gab jüngsthin eine gedruckte 38*