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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-09-15 · Heft 38 (15.9.1868) · p. Seite 752

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 38 (15.9.1868)
Date
1868-09-15
Page
Seite 752 (sequence 2)
Language
German
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752 neuen Generation wird die Zahl derselben immer mehr abnehmen, zu außerordentlichem Nachtheile für die Individuen und für die Gesammtheit. Wir brauchen nur die Augen auf die weibliche Hälfte und aufdie ganzeÄugend unserer Glaubensgenvssenfchaft zu richten, um hierfür den schlagendsten Beweis zu haben. Es versteht sich, daß hiermit nicht im Entferntesten gemeint ist, der Gottesdienst habe seine ganze bisherige Gestalt abzuwerfen, ja sei nur von den wesentlichen Punkten seines bisherigen Bodens hinwegzudrängen. Dies wäre ein noch größerer Fehler, gerade wie in der Religion auch das gegenwärtige Geschlecht die überlieferten Anschauungen nur zu klären, vom Roste der Zeit zu reinigen und mit der großen Kulturströmung der Menschheit in Uebereinstimmung zu bringen strebt, so kann und soll nur Gleiches auf dem kultuellen Gebiete geschehen. Dies aber ist nothwendig, und wird immer drängender, daß die Mahnung an uns herantritt, keine Zeit mehr zu verlieren. Leichter noch lasten sich die anderen Einwände heben. Es liegen zwei Jahrzehende zwischen der damaligen und der jetzigen Erörterung der Kultusfragen; jene lebt daher nur noch in der Erinnerung derer, die daran theilgenommen, und überhaupt darf die Diskussion irgend einer Frage nicht aufhören, bevor ihr Gegenstand nicht zur Thatsache geworden. Unsere Zeit hat aber die Behauptung, daß eine Besprechung in der Presse noch keine praktischen Erfolge verbürge, oft genug Lügen gestraft, um nicht vom Gegentheil überzeugt zu sein. Es bedarf eben der Ausdauer, und auf religiösem Gebiete ist es sogar vortheilhaft, wenn die Ausführung der Erörterung nicht auf dem Fuße folgt, sondern diese erst lang und weit ausgedehnt werden muß, bevor sie thatsächliche Resultate nach sich zieht, denn desto reifer werden diese sein und Zeugniß ablegen von dem Ernste, mit welchem religiöse Gegenstände behandelt werden. Was tief wurzeln soll, muß langsam wachsen. Für wen schreiben wir diese Artikel? Wir schreiben sie nicht für die Anhänger der unbedingten Stabilität. Diese wollen den überkommenen Gottesdienst in allen seinen Formen, in seiner ganzen und theilweisen Gestalt unangetastet erhalten. Mit solcher Entschiedenheit wollen wir nicht rechten. Möchten sie nur erst einsehen, daß sie ebenso wenig beanspruchen können, uns an unseren Diskussionen zu hehindern. Mögen sie stehen bleiben, uns aber fortschreiten lassen. Ist doch nicht blos die Art ihres Kampfes unberechtigt und schädlich, sondern auch allzuoft lächerlich und Zeugniß ihrer absichtlichen oder unabsichtlichen Unwistenheit. Die geschichtliche Thatsache, daß der jüdische Gottesdienst keine biblische Unterlage hat, daß er aus kleinen Anfängen eines Jahrtausends und mehr bedurfte, um sich allmählig zu entwickeln und zu dem zu werden, was er in den letzten vier Jahrhunderten gewesen, können sie nicht leugnen, und dennoch der Gegenwart das Recht absprechen, gleich der früheren Zeit ihrem Bedürfniß und ihren Anschauungen Ausdruck zu geben, ist geradezu Unvernunft. Wir begreifen das Zögern derer, welche nur allmählig liturgische Veränderungen eintreten lasten möchten, um möglichst nichts abzuschneiden, was noch Leben enthält, können es aber nur als Starrsinn bezeichnen, wenn das Recht der Umgestaltung überhaupt abgeleugnet wird. — Wir schreiben ferner diese Artikel nicht - für die Rabbinen. Sie haben sich ihre Ansichten gebildet, und suchen entweder sie auszuführen, oder legen die Hände in den Schooß, sei es aus örtlichen oder persönlichen Rücksichten. — Wir schreiben aber für die zahlreiche Menge derer, welche ein Herz für ihr Judenthum und für das religiöse Bedürfniß der Gottesanbetung, der reinen und wahrhaftigen Gottesverehrung haben, welche weder den Buchstabendienst zu ihrem Ideal gemacht, noch der entschiedenen oder leichtfertigen Feindseligkeit gegen die Religion huldigen. Sie mögen diese Artikel lesen und prüfen, und sie werden jedenfalls ihre Ansichten daran stärken und befestigen. Wir schreiben für die Gemeinden, welche in der Lösung der gottesdienstlichen Fragen vorwärts zu kommen den Willen hegen, und sich darin nach einem Führer, nach einem Leitfaden umsehen. Und so hoffen wir allerdings, daß diese Artikel nicht vergebens abgefaßt und dem Publikum übergeben sein werden. Auch hier ist das Ziel die Wahrheit und Wahrhaftigkeit, und das Streben, zwischen den Ideen, die sich innerhalb des Judenthums in der Gegenwart immer mehr Raum schaffen, und der wirklichen Erscheinung des Judenthums die Uebereinstimmung und den Zusammenhang immer mehr herzustellen. Es ist unsere Absicht, hierbei vorzugsweise ganz konkrete Fragen zu stellen und zu beantworten. Dennoch ist es nothwendig, die Besprechung zweier Grundsätze vorauszuschicken, um uns sofort auf den rechten Boden zu versetzen. 1. Die Verkürzung des Gottesdienstes- Wer die geschichtliche Entwickelung des jüdischen Gebetrituales verfolgt, der sieht es wie eine Quelle lebendigen Wassers entspringen, bald rieseln Bäche hinein, und bei seinem es zu i er sich nichts letzten wässer wie er weist u serer i auszud in den gend. standes große sie zu in der nähme losigke fertigt mit gr passen! Urspri lehnt Zeit, s. werde fischen vor I durch daß A dem g sonder zu geh Theil bestän z. 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