Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 35 (25.8.1868)
- Date
- 1868-08-25
- Page
- Seite 700 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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700 „Beschlossen, daß wir es als unsre Pflicht erachten energische Schritte gegen die Verletzung dieser wichtigen religiösen Institution zu thun, und auf Mittel bedacht zu sein, zu einer allgemeinen Beobachtung der jüdischen Sabbathe. „Beschlossen, daß wir es als die Pflicht jedes Israeliten erachten, an dieser edlen Aufgabe dadurch mitzuwirken, daß er nicht nur selbst am Sabbath vom Geschäfte fernbleibe, sondern auch seine Glaubensbrüder durch Zureden und Argumente ein Gleiches zu thun veranlasse. „Beschlossen, daß wir jeder israelitischen Gemeinde empfehlen, in einer für diesen Zweck zusammenzurufcnden Versammlung ihrer Mitglieder diese Frage in Erwägung zu ziehen und danach zu handeln. „Beschloflen, daß wir, die Delegirten dieser Convention uns hierdurch verpflichten, alle unsre Kräfte auszubieten, jedes Mitglied der jüdischen Communen zur Schließung seines Geschäftes zu veranlassen und daß wir für diesen Gegenstand in unseren re« stwctiven Gemeinden agitiren wollen." So weit die Beschlüsse. Wenn ich auch nicht die sanguinischen Hoffnungen Derer theile, welche sich von dieser hier angeregten Agitation eine allgemeine Schließung der Geschäfte am Sabbath versprechen, so läßt sich doch erwarten, daß sie nicht ganz ohne Erfolg bleiben und jedenfalls bei Bielen den Sabbath wicder zu seinem Rechte kommen lassen wird. Bei dieser Gelegenheit sei hier noch einer anderen Convention erwähnt, welche im Laufe dieses Monats hier in New-Uork stattfinden soll. Es ist dies eine General-Convention sämmtlicher Logen des B'ne Brith - Ordens. Dieser seit 25 Jahren bestehende jüdische Orden, welcher namentlich in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen, so daß er gegenwärtig ungefähr 12,000 Mitglieder und 110 Logen in den B. Staaten zählt, verdient die Aufmerksanikeit unsrer europäischen Glaubensbrüder, welche bisher nur wenig Notiz von ihm genommen. Mit Ihrer Erlaubniß, hochgeehrter Herr Redacteur, will ich in einer späteren Correspondenz etwas Näheres über die Principien, die Organisation und die bisherigen Leistungen dieses Ordens in Ihrer gesch. Zeitung mittheilen.*) *) Wir bitten dringend darum. Zu bemerken haben wir, daß wir im verflofienen Winter keine Mittheilung von dem gesch. Herrn Corresp. erhalten haben. Redakt. Correspondenz. Monatsberichte aus Angara X. Neu-Berbaß, Anfang Juli 1868. (Fortsetzung.) Bor Kurzem legte der Justizminister Horvöth den Gesetzentwurf über das Staatsbürgerrecht iJncolat) aus den Tisch des Unterhauses nieder. Derselbe trägt das Datum des 5. December 1867, wurde also noch vor Botirung der Emancipation versaßt, demnach in einer Zeit, wo man in Regierungskreisen die Emancipationsfrage noch mit dem Jncolatsgesetze in Verbindung zu bringen beabsichtigte. Der Geist dieser Intention spiegelt sich auck in obgenanntem Gesetzentwurf ab. Der „Ungarische Lloyd" spricht seine Meinung offen dahin aus, daß dieses Jncolatsgesetz einem direkten Verbote der Einwanderung gleich komme, sowie daß die Urheber dieses Gesetzentwurfes unter der Furcht des Zudranges fremder Nationalitäten leiden und vor allem das Zuströmen der fremden israelitischen Bevölkerung hemmen möchten. „Ungarns Hilfsquellen — fährt das citirte Blatt fort — liegen noch unausgebeutet; die Wünschelruthen, mit denen wir die Schätze heben wollen, müssen wir zum großen Theile ins Land ziehen: Intelligenz, Capital und vor Allem Arbeitskraft. Daß auch Israeliten, u. z. sehr viele, dabei ins Land kommen, ist sehr begreiflich. Sie sind durch ihre Rührigkeit und ihren Speculationsgeist besonders befähigt zur Nutzbarmachung unserer Hilfsmittel. Im Princip hat dieses, nun hoffentlich begrabene Gesetz (dasselbe ist nämlich nach sichern Mittheilungen zurückgezogen worden) verteufelte Aehnlichkeit mit dem rumänischen Judeuregulirungs-Gesetze, nur daß letzteres roh, gewaltthätig, aber auch offen vorgeht, während wir an Stelle der rumänischen Knüttel die Polizeidecrete setzen würden." Daß die Regierung diesen Entwurf zurückzieht, hat seinen hauptsächlichen Grund in den heftigen Angriffen, denen derselbe seitens der liberalen Presse ausgesetzt ist. 2. Ernennungen und Wahlen. Mittels allerhöchster Entschließung vom 14. Juni wurden folgende israelitische Aerzte zu Mitgliedern des neuorganisirten Landessanitätsrathes ernannt, u. z. zu ordentlichen Mitgliedern: Dr. Ludwig Groß und vr. Mor. v. Moskowitz in Pest, zu außerordentlichen: