Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 32 (4.8.1868)
- Date
- 1868-08-04
- Page
- Seite 633 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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633 rrr er- oder hinter stecken nicht, irität erverönnen nderm Kraft, Dinütätsät in : Genicht ckung diese einüber hinchten, 'e im eschen nicht, rvernode i für nsere nge» ächst Läniner- Proüner Dies lau- 1& hnoe zu jeint jein« dere ren. rber gilt und consequent inS Auge zu fassen, um endlich dennoch zu einer festen Gestaltung zu gelangen. Wer hierbei die Früchte morgen Pflücken will, wer morgen, was er heute mit noch so viel Geist und Herz ausgesprochen, ins Leben treten sehen will — der kennt das Leben nicht. Aber der treuen und ausdauernden Wacht, der konsequenten Thätigkeit und dem aufrichtigen Eifer ermangelt die Wirkung niemals, und er wird nach Jahrzehenden reifen sehen, was bei früheren Versuchen nur kümmerlich zu erwachsen schien. Kommen wir freudig und vertrauensvoll cpu« n«b zusammen, und es wird an gedeihlichem Fortgang nicht fehlen. Ja, wenn wir selbst nichts weiter erreichen, als die Angelegenheiten des Judenth. wieder in Fluß zu bringen, war es ein würdiges Unternehmen. Wir hoffen aber mehr. — Wir bemerken noch: Nach Beschluß der Hrn. Gemeindeältesten zu Cassel wird jedem der angemeldeten Theilnehmer an der Versammlung brieflich das ihm zu offerirende Logis mitgetheilt; sollte die desfallsige Nachricht bei dem einen oder bei dem andern nicht eingetroffen sein, so wolle er gefälligst bei dem Herrn Landrabbiner Dtv Adler Vorfragen, wo ihm die gewünschte Auskunft ertheilt wird. —. Zu unferm Erstaunen ersehen wir aus mehreren Zuschriften, daß man uns dahin mißverstanden, als ob die Rabbinerversammlung, im engsten Anschluß an diesen Namen, allein auf amtirende Rabbiner beschränkt sei, und Männer von Fach und jüdisch-theologischem Wissen, die nicht als Rabbiner fungiren, ausschlöffe. Aber wir fragen: wurde im Judenthume Name und Würde eines „Rabbiners" jemals auf Amtirende beschränkt? Hat die frühere Rabbinerversammlung nicht Männer wie Dr. Jost, v>. Jacob Auerbach, Prof. vr. Levi u. A. mit Stolz unter ihren Theilnehmern gesehen? Um daher jedem Mißverständniß zu entgehen, richten wir unmittelbar eine Aufforderung an alle Männer von jüdisch-theologischem Wissen, sich an der am 11. August e. und den folgenden Tagen zu Cassel statt findenden Rabbiner-Versammlung zu betheiligen. Das freudigste Entgegenkommen und gastliche Aufnahme in Cassel ist ihnen gewiß. Es haben sich in den letzten Tagen zur Theilnahme an der Rabbinerversammlung noch gemeldet: die Herren Nabb. Dr. Gustav Philippson in Dessau und Landrabb. vr. Landsberger in Darmstadt. des Institutes z. Förderung d. israelitischen Literatur für dessen 13. Jahr, 1. Mai 1867 — 1. Mai 1868. A, Einnahmen: (einschließlich des Ueberschusses und der Zinsen) Thlr. 4976 22. 11. 6. Ausgaben: Honorare, Subventionen, Correcturen Thlr. 1531. 22. 6. Verwaltung .... ,, 530. Papier, Druck und Buchbinder .... „ 2435. 7. 9. Versendung, Fracht, Diverses, Porto. . „ 573. 10. 7. 5070. 10. 10. Defizrt: Thlr. 99. 13. 11. Den Jahresabschluß richtig und sämmtliche Belege mit den Rechnungen übereinstimmend gefunden. Magdeburg den 18. Juli 1868. Karl Friedeberg. M. S. Kaufmann. Zur Situation. Nachdem in den meisten europäischen Staaten die Gleichberechtigung zum Gesetz, ja zu einem Staatsgrundrecht geworden, fällt den Wächtern und Wortführern im Judenthume die Pflicht zu, vielmehr im Allgemeinen auf die großen Strömungen des politisch-socialen Lebens zu achten, welche die Grundlagen des modernen Staatslebens entweder zu befestigen oder zu bekämpfen die Richtung nehmen. Denn in der That ist der Kampf noch lange nicht zu Ende, und aus den vielfachen Siegen des freisinnigen Inhalts der modernen Gesellschaft geht mit einer gewissen Nothwendigkeit hervor, daß die gegnerischen Elemente sich noch einmal sainmeln und mit einer äußersten Kraftanstrengung die Herrschaft wieder zu gewinnen und jene Principien zu beseitigen sich aufgeregt fühlen. Da hat denn das Judenthum in die vorderste Schlachtreihe mit einzutreten den Beruf und die Verpflichtung. Wir sagen mit Bedacht: das Judcnthum, nicht die Juden. Als der Kampf um die Gleichberechtigung begann, kam die eigenthümliche Erscheinung zu Tage, daß mit geringen Ausnahmen die sämnitlichen Juden für die Gleichberechtigung eintraten. Es war eine seltene Ausnahme, wenn Juden diesen Bemühungen 32*