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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-07-28 · Heft 31 (28.7.1868) · p. Seite 619

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 31 (28.7.1868)
Date
1868-07-28
Page
Seite 619 (sequence 9)
Language
German
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orten Artikel über deutsche jüdische Industrielle, Dormitzer, Pribram, Porges, weil drei Arbeiter entlassen worden waren. <Also beginnt wieder die Hetze gegen die Juden? Die Red.) Pest, 15. Juli. Die Unghvarer Congregation hat den Beschluß, die Juden zu vertreiben, trotz des ministeriellen Protestes aufrechterhalten, Die einzige Modistcation, zu welcher sich die Congregation verstand, besteht darin, daß die Ausweisung auf die seit dem Jahre 1861 eiugewanderten Juden beschränkt werden soll. (Wer wird nun das Regiment führen — die Landesregierung oder das Comitat? Red. d. A. Z. d. I.) Donaufürstenthümer. Bukarest, im Juli. Da die rumänische Regierung die Entschädigungs-Forderungen, welche das österreichische Cabinct für seine durch die Excesse gegen die Juden beeinträchtigten Unterchanen gestellt hat, nun principiell anerkennt, wurde, wie die Corr. Gen. Autrichienne schreibt, eine Commission niedergesetzt, welche die Entschädigungssumme feststellen soll. Der Bukarester Berichterstatter der „Ungarischen Correspondenz" bringt die Nachgiebigkeit, welche das rumänische Cabinet jetzt den östetreichischen Forderungen gegenüber zeigt, mit dem Besuche des Prinzen Napoleon in Beziehung. „Fürst Karl und seine Minister" — schreibt er — „sind durchden Prinzen überzeugt worden, daß die guten Beziehungen zwischen Frankreich und Oesterreich keineswegs blos oberflächlicher Natur seien, und zeigen sich nunmehr gefügig." Thatsache ist, daß gleich nach der Abreise des Prinzen der Minister Bratiano sich endlich zu der lange vergebens geforderten schriftlichen Erklärung bereit zeigte, daß die aus den Districten vertriebenen Juden wieder an ihren Heerd zurückkehren können. Frankreich. Paris, im Juli (Privatmitth.) Was bis jetzt noch niemals geschehen, der gegenwärtige Großrabbiner des Centralconsistoriums Herr Isidor, macht eine Rundreise durch die Gemeinden, setzt sich von ihren Zuständen in Kenntniß, predigt u. s. w. Zunächst bereist er die östlichen Provinzen und wird überall mit großer Zuvorkommenheit und Achtung empfangen. Wir lesen sogar Verse in den öffentlichen Blättern als Willkommengruß z. B. in den „Basler Nachrichten" vom Rabbiner Nordmann zu Haegenheim. Jedenfalls wirkt diese Reise anregend und belebend, giebt Gelegenheit zu Ausgleich und Versöhnung tt. s. w., und es ist daher zu wünschen, daß sie von Zeit zu Zeit wiederholt würde. Leider wurde Herr Isidor in Colmar auf der Kanzel unwohl und konnte die Predigt nicht beenden Er ist aber wieder ganz hergestellt. Paris, 15. Juli. (Arch. isr.) In nächster Zeit wird die Wahl des Großrabbiners von Paris vor sich gehen. Das Consistoriunt hat die Candidatenliste festgestellt. — Nach dem Moniteur hat die jüngste Hinrichtung des Briganten Agfa in Marokko, der insonders gegen die Juden so viele Grausamkeiteu ausgeübt, einen sehr guten Eindruck auf die Bevölkerung gemacht. — Die medizinische Fakultät von Paris hat den vr. Marc See zum Leiter der anatomischen Arbeiten ernannt. Gro ßbritannien. London, im Juli. Zu den bevorstehenden Wahlen eines neuen Unterhauses auf Grund der Reformbill schicken sich dies Mal wieder verhältnißmäßig viele Israeliten an. Die Barone Lionel v. Rothschild, N. M. v. Rothschild und Meyer v. Rothschild, so wie Sir Francis Goldsmid werden sich zur Wiederwahl in ihren bisherigen Bezirken anfstellen lassen, während die anderen bisherigen drei Mitglieder des Unterhauses Julian Goldsmid, Alderman Salomons und Sir Benjamin S. Phillipps für neue Bezirke auftreten werden. Amerika. San Francisco, im Mai. Hier wie in allen anderen Ländern, ist man propogandasüchtig, und man wird nicht erstaunen, daß im eigentlichen Vaterlande des Humbug recht oft artige Geschichten aufgetischt werden, um das Publikum zu obigem Zwecke hinter's Licht zu führen. Jüngst machte so eilt Vorgang viel 31

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