Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 29 (14.7.1868)
- Date
- 1868-07-14
- Page
- Seite 587 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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kademie I Benny ,/W. Uten zu lkademie -n jährge Leute r Aus- 'ürftiger -mesters wieder Januar el, Geres Dit, daßrgehenjen den >u dem Mangel Vorzug, Landst sind, haben, frößere nlische )tipennach- Pro- Gymneten einzu n: mre. gen: ig"; be.") Nar- VtV (OWVMMI/MWW. Feuilleton-Beilage zu Ar. ZS. Leipzig, den 14. Juli 1868. Der Abend. VI. Steh' ich noch da, wo ich geboren ward?!Da ich so rüstig meines Weges zog,! Bewegt' ich dennoch nur im Kreise mich, Heimkehrend stets, von wannen ich gezogen? Sind doch so viele Fäden nicht gerissen, Die mich umspannen in der Kindheit Zeit; Es weht die Lust, die alte, um mich her, Und stendig saugt sie meine Seele ein; Der Schatten viele steigen vor mir auf — Ich kenn' Euch wohl, mit Namen nenn' ich Euch: Seid mir gegrüßt zu freundlichem Willkommen, Ihr wurdet mir, ich Euch nicht ungetreu, Ich brauche nicht den vorwurfsvollen Blick, Unholder Scheu Geberde nicht zu fürchten . .. Des Jünglings Träume wachen wieder auf Und reihen sich zu lebensvollen Bildern — Nur Traumgesichte? Schau, sie tragen noch Dieselben Züge, die Dein Antlitz trägt, An Feuer wohl, doch nicht an Licht gemindert — Was spricht ihr Mund, der bebende, der bleiche? „Sind wir geblieben, was wir waren, Träume? Der Schattenwelt verdämmernde Genossen? Goß sich kein Blut in unsre leeren Adern? Zuckt keine Muskel, zuckt kein Nerv' in uns? Hebt sich die Brust voll Lebensodems nicht? Wenn wir Dich ewig nur umflattern sollen, Gestalten, hingezeichnet, inhaltsbaar, Was hast Du denn geschaffen und gethan? Was schrittest, eiltest Du und rangst und kämpftest, Und stehst noch heute, wo Du ehmals standest, Und kraftlos wir und wesenlose Schatten?" . . . Des Abends Licht fällt schräg wie Licht des Morgens, Des Abends Strahl ist rosig wie des Morgens, Des Abends Glanz ist dämmrig wie des Morgens, Des Abends Schatten langgestreckt wie Morgens — Gewechselt ward nur Licht- und Schattenseite: Am Morgen fällt das Licht auf meine Wiege, Des Abendö Strahl beleuchtet mir — das Grab, Heine von Adolf Strodtmann. ^Fortsetzung.) Heine war von Berlin nach Lüneburg, wo jetzt seine Eltern wohnten, und endlich zum zweiten Male nach Götüngen gegangen, um sich dort zur juristischen Doktorpromotion vorzubereiten, was sein Onkel Salomon Heine durchaus verlangte. In Göttingen war es, wo er den „Rabbi von Bacharach" entwarf und so weit niederschrieb, als er vorhanden, und wo er sich taufen ließ. Beides der Zeit nach unmittelbar auf einander folgend, ist so eigenthümlicher Art, daß wir Ausführliches auch hier mitzutheilen nicht anstehen. Wir bedienen uns dabei auf's Genaueste der Worte Strodtmann's selbst, so daß wir also die Schilderung und das Urtheil nicht aus jüdischer, sondern aus christlicher Feder geben. Die Hauptarbeit, mit welcher sich Heine im Sommer 1824 neben seinen juridischen Fachstudien beschäftigte, war ein Roman, „Der Rabbi von Bacharach", in welchem der Dichter, angeregt durch die Bestrebungen des Berliner Vereins für Kultirr und Wissenschaft der Juden, die zweitausendjährige Verfolgung und Unterdrückung des Judenthums mit aller Schmerzensgewalt der Poesie verkörpern wollte. Den ersten Gedanken zu diesem Werke scheint er bereits 1823 in Berlin gefaßt zu haben; denn er ließ sich die Geschichte der Juden von Basnage sofort durch Moser nach Lüneburg senden, und am 25. Juni 1824 schrieb er dem Freunde: „Ich treibe viel Chronikenstudium, und ganz besonders viel liistoria judaica. Letztere wegen der Berührung mit dem „Rabbi" und vielleicht auch wegen inneren Bedürfnisses. Ganz eigene Gefühle bewegen mich, wenn ich jene traurigen Annalen durchblättere; eine Fülle der Belehrung und des Schmerzes. Der Geist der jüdischen Geschichte offenbart sich mir immer mehr und mehr, und diese geistige Rüstung wird mir gewiß in der Folge sehr zu Statten kommen. An meinem „Rabbi" habe ich erst ein Drittel geschrieben, und Gott weiß, ob ich ihn bald und gut vollende. Bei dieser Gelegenheit merkte ich auch, daß mir das Talent des Erzählens ganz fehlt; vielleicht thue ich mir auch Unrecht und es ist blos die Sprödigkeit des Stoffes. Die Paschaseier ist mir gelungen, ich bin Dir für die