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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-07-14 · Heft 29 (14.7.1868) · p. Seite 579

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 29 (14.7.1868)
Date
1868-07-14
Page
Seite 579 (sequence 9)
Language
German
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fff 579 gemeinde ihren Vorstand Herrn Moritz Spitzer und in dessen Verhinderungsfälle Herrn Julius Gomperz als Delegirten gewählt. Aus Galizien, im Juni. Wenn die ganze Welt sich ändert, der Lemberger Stadtrath thut dies nicht. Welche Staatsgrundgesetze und welche Spezialgesetze auch aus Ministerium, Reichsrath und kaiserlicher Sanktion erfließen, es hat keinen Einfluß auf die Beschlüsse des Stadtraths zu Lemberg, der sich wahrscheinlich omnipotent dünkt. Das wiederholt wegen unzulässiger intoleranter Bestimmungen zurückgewiesene Gemeindestatut der Stadt Lemberg unterstand einer neuen Berathung, und die Sektion trug auf Streichung der §8 26 und 21 an: der Gemeinderath der Stadt Lemberg besteht aus 80 Christen und 20 Israeliten und der Bürgermeister müßte ein Christ sein, weil angesichts des Art. VI der Grundgesetze diese Beschränkungen ungesetzlich sind. Dennoch entschied sich eine große Majorität für Beibehaltung jener Beschränkungen, trotzdem das Schicksal auch dieses Statuts hierdurch gewiß ist. — In Krakau hat sich ein „Verein zur Unterstützung' armer jüdischer Knaben" gebildet mit dem Zwecke, armen jüdischen Knaben die Ausbildung im Handwerke, im Handel und Gewerbe, oder in anderen Fächern, für die sie besondere Fähigkesten an den Tag legen würden, zu ermöglichen. Die Statuten des Vereins sind bereits obrigkeitlich genehmigt und seine Wirksamkeit beginnt. Mögen die hochherzigen Gründer die Mittel finden, Bedeutendes zu leisten, an Veranlassung dazu fehltl es hier nicht. Donaufürstenthümer. Bonn, 1. Juli. Mst wahrer Befriedigung bemerken wir, daß wir aus Rumänien nichts zu berichten haben. Es ist dort ein Stillstand eingetreten, der nach den vorangegangenen Stürmen wohlthut. Eine Correspondenz in der Köln. Zeit., wahrscheinlich über Düsseldorf, die sich über die letzten Vorgänge in Rumänien sehr befriedigt ausspricht, will wissen, daß den in Rumänien geborenen Jsraelsten die vollen bürgerlichen Rechte zugestanden werden sollen. Wer das bisherige Treihxn der Rumänischen Machthaber im Gedächtniß hat, wird hinter solchen Auslassungen etwas anderes vermuthen. Uebrigens fügt die Redaktion der K. Z. selbst hinzu, daß sie die Verantwortlichkeit für diese Correspondenz nicht übernehme. Wien, 1. Juli. Die Debatte meldet, daß die österreichisch-rumänische Differenz wegen der Judensache definitiv beigelegt ist. Die Regierung zu Bukarest entsprach den österreichischen Ansprüchen in positiver Form; übrig bleibt' nunmehr nur noch die administrative Schlichtung der Entschädigungs-Ansprüche, wofür das rumänische Cabinet eine geeignete Intervention bereitwilligst zusagte. (Auf Entschädigung wird man wohl lange warten müssen!) Frankreich. Paris, 1. Juli. (Arch. isr.) Der Unterrichtsminister Duruy besuchte in diesen Tagen die hies. Arbeitsschulen und so auch die israelitische „Schule der Meisterzöglinge" (Escole des eleves-maitres), welche die Alliance israelite gegründet hat und deren Zöglinge aus verschiedenen Theilen des Orients und Marokkos gekommen. Er erstaunte über die Leichtigkeit, mit welcher die jungen Leute sich in der französischen Sprache auszudrücken verstanden. Er erkundigte sich über alle Details und sprach zuletzt: „Es ist gut, meine Herren, sagen Sie überall Ihren Glaubensgenossen, daß unser schönes Vaterland für sie das erste Land gewesen, welches ihnen die absolute Gleichheit aller Civil- und politischen Rechte gegeben hat. Frankreich ist es,welches zuerst sie aus dem Zustande der Erniedrigung und Infamie emporgezogen, in den sie eine so langjährige und barbarische Verfolgung versetzt hatte; wenn ich Infamie sage, so bezieht sich dieses Wort nicht auf die Verfolgten, sondern auf uns, die Verfolger, die allein dafür verantwortlich waren." Großbritannien. London, im Juni. In Nr. 23 d. Bl. sprachen wir den Wunsch aus, über die „Jüdische Auswande- 29

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