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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-07-14 · Heft 29 (14.7.1868) · p. Seite 580

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 29 (14.7.1868)
Date
1868-07-14
Page
Seite 580 (sequence 10)
Language
German
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5MNWWHWWMMWRWW 580 rungsgesellschaft" in London etwas Näheres zu erfahren, und die Redaktion des Jewish Chronicle hat die Güte gehabt, uns den veröffentlichten Jahresbericht der Gesellschaft zu übersenden, welchem wir folgende Daten entnehmen. Die Gesellschaft hat jetzt ihren fünfzehnten Jahresbericht bekannt gemacht. In den früheren vierzehn hat sie 1343 Personen durch Unterstützung zur Auswanderung verhelfen, indem sie denjenigen Personen, welche einige Mittel zur Auswanderung besitzen, diese mit angemessenen Summen ergänzt. Im verflossenen fünfzehnten Jahre beförderte wieder die Gesellschaft 118 Personen, die sie mit 2 75 L. St. unterstützte. Es sind dies Männer, Frauen und Kinder (55 Kinder darunter). Die Gesellschaft hat die Genugthuung, hervorheben zu können, daß die bei weitem meisten dieser Auswanderer in Amerika und Australien bald in eine bessere Lage gekommen seien und nicht selten Geld nach London sandten, um arme Verwandte Nachkommen zu lassen. Wie viele demnach, welche bereits der Armuth und dem Elend in die Arme und den Gemeinden zur Last gefallen waren, fleißige und nützliche Mitglieder der Gesellschaft geworden sind, läßt sich hieraus entnehmen. In diesem Jahre sind bereits über 400 Gesuche an das Comits der Gesellschaft gelangt, und so ist dasselbe gezwungen, um den größeren Anforderungen genügen zu können, einen besonderen Aufruf an die Wohlthätigkeit der Glaubensgenossen in London zu richten. Auch wir hoffen, daß dieser Ruf gehört werde und hegen zugleich den lebhaften Wunsch, daß sich ähnliche Gesellschaften an geeigneten Orten, namentlich in Hafenplätzen,^ von denen die Auswanderung auszugehen Pflegt, bilden mögen! Aus der mitgetheilten Äste des vorigen Jahres entnehmen wir noch, daß die Unterstützten nur mit einer einzigen Ausnahme Handwerker und Handwerkerinnen, besonders Cigarrenmacher und Schneider, aber auch Glaser, Böttcher, Graveure und Haarkünstler waren. Sie gingen allesammt nach Amerika oder Australien, nur der einzige Kaufmann nach Bombay. Rußland. Von der polnischen Grenze, 21. Juni. Privatmitth.) Nachdem die unerhörte Gewaltthat, die der Natschalnik von Wladyslawow (der, beiläufig gesagt, über Nacht von der Flotte, wo er als Marineoffizier gedient, ohne die mindeste Ahnung von Administtations- und Rechtskunde zu haben, auf den Präsidentenstuhl des, seit einem halben Jahre erledigten Landrathsamt gestiegengegen den Gemeindevorsteher Herrn Silbermann sich anmaßte, in den ausländischen Zeitungen >K. H. Z., die Zukunft, A. Z. d. Jud. Nr. 22) veröffentlicht wurde, und nachdem der Gemißhandelte zwei mit den rührendsten Schilderungen verfaßte Beschwerdeschriften an den Gouverneur in Suwalki und an die Central-Verwaltende-Behörde der bäuerlichen Angelegenheiten in Warschau abgesendet hatte, trafen am 9. d. M. in Wladyslawow zwei von Suwalki gesendete Untersuchungsbeamte ein; der Eine hatte wider den Natschalnik, der Andere wider den Commissair eine strenge Untersuchung zu führen; der Erstere kehrte bei seinem Collegen dem Natschalnik, der Andere bei seinem Collegen dem Commissair ein. Nach zweistündiger Rast, nachdem sie gemittagt und ihre Gedanken und Meinungen wechselseitig ausgetauscht hatten, fuhren die Untersuchungsbeamten nach Schach weg; jedoch unerwarteter Weise kehrten sie heimlich in mitternächtlicher Stunde nach Wladyslawow zu ihren Collegen zurück; und nachdem sie von denselben die nöthigen speziellen Auskünfte eingeholt hatten, fuhren sie unversäumt mit der Equipage des Commissairs nach Schacky zurück und am 10. d. M. erfolgte dort die ersehnte Untersuchung; jedoch anstatt den Herrn Silbermann und seine Zeugen protocollarisch zu vernehmen, ließen die Untersuchungsbeamten zwei ihnen von Wladyslawow her schon bekannte Zeugen rufen, welche gemäß einer vorherigen Verabredung gegen den Herrn Silbermann bezeugten, der Wahrheit ins Gesicht schlagend, daß er den Commissair brutal behandelt, nämlich mit „Du!" angeredet habe, und gegen den russischen Schreiber, welchen als Schriftführer seitens der Gemeinde anzunehmen der Commissair sich weigerte, und ihm mit Arretirung drohete — daß er vor ihnen sich rühmte den ganzen Skandal in den ausländischen Zeitungen zu veröffentlichen, worauf die Arretirung seines Passes anbefohlen wurde. Nachher wurde ein gewisser junger Israelit, Herr Gerstein aus Wilna, der in der dortigen Rabbinerschule sein Lehrerexamen abgelegt, und seit einem Jahre in Schacky eine Pcivatschule zum Segen der dorttgen Jugend', besonders Unterricht der russischen Sprache zu verbreiten gegründet hatte, vorgeladen, und beschuldigt, daß er ^er Verfasser eines ihm vorgezeigten, den Skandal bettes-

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