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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-07-07 · Heft 28 (7.7.1868) · p. Seite 561

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 28 (7.7.1868)
Date
1868-07-07
Page
Seite 561 (sequence 11)
Language
German
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losen Mühe für die Sache des Rechtes. Denn der unter Ihrer Aegioe zu Stande gekommene Collectivbericht der hier residirenden Consuln hat nicht allein dazu gedient, die respectiven hohen Regierungen über unsere wahre Lage aufzuklären, sondern veranlaßte auch die Herreise Sr. Hoheit des regierenden Fürsten, der hier hinreichend Gelegenheit hatte, sich zu überzeugen, daß in seinem Lande das Gesetz für einen großen Theil seiner treuergebenen Unterthanen, die kein anderes Verbrechen begehen, als die Religion der Väter zu wahren, aufgehört hatte zu existiren. Darum halten wir es für unsere heiligste und angenehmste Pflicht, Euer Hochwohlgeboren unseren tiefgefühltesten Dank für Ihre muthige Beharrlichkeit und männliche Auf« opferung in der Vertheidigung unserer gerechten Sache im Namen unserer Glaubensbrüder auszudrücken. Genehmigen Euer Hochwohlgeboren den Ausdruck dieses Dankes nebst der Versicherung tiefster Verehrung und wahrhafter Hochachtung, mit der wir die Ehre haben zu zeichnen Euer Hochwohlgeboren rc. —. Dennoch können wir mit großer Befriedigung sagen, daß die Verfolgungen gegenwärtig aufgehört haben, wenn auch an eine Entschädigung oder auch nur an die Erlaubniß, nach ihren früheren Wohnsitzen zurückzukehren, nicht gedacht wird. Jndeß hat eine Bekanntmachung des Ministeriums den Ausschluß der Juden von Licitationen wieder zurückgenommen. Die Thatsachen haben diese Leutchen doch zu fühlbax überzeugt, daß sie damit den öffentlichen Vortheil zu sehr aus den Augen ließen. Die Juden bekamen die Lieferungen doch, weil kein Anderer da ist, der sie bewerkstelligen kann, und die öffentlichen Lassen hatten den christlichen Mittelspersonen nur große Profite zu zahlen. Es ist dies ein kleiner Schritt, aber doch ein Schritt vorwärts, nicht rückwärts, und das ist bei den Bratianos schon viel. Correfpondenz. Monatsberichte aus Ungarn IX. Neu-Verbaß, Ende Mai 1808. (Fortsetzung.) Die gerühmte kostümirte Soiröe, welche unsere reiche Glaubensgenossin, Frau Dianora Herz selber in Pest gab, beehrten, außer sonstigen Notabilitäten, auch der Minister des Innern Baron Wenk heim und der berühmte General Türr mit ihrer Anwesenheit. Die Debrecziner israel. Jugend veranstaltete zu Gunsten des Honvödvereins und einer daselbst zu errichtenden israel. Volksschule einen Ball, dessen Reinerträgniß 1100 fl. betrug. Den Glanz dieser Festlichkeit erhöhte die Anwesenheit des populären Generals Perczel, welcher, der Einladung des Comitö's entsprechend, direct zu diesem Zwecke nach Debreczin reiste. Der gefeierte Patriot wurde, wie der „Pester Lloyd" meldete, im Bahnhofe unter dem Zujauchzen der Menge von dem jüd. Juristen B. Scheer begrüßt, welcher im Namen des Ballcomitö's den Dank für diese seltene Ehre ausdrückte. Die k. Universität der Wissenschaften vertheilte an zwei isr. Jünglinge einen Preis, u. z. an Herrn Jgn.G oldzieh er für seine Abhandlung über die Ursachen der geschichtlichen Entwickelung der Sprache und an Herrn Joh. Weiß für seine Dissertation über das System der Begriffe. Der k. statistische Landesrath sprach in seiner Sitzung vom 13. d. M. unseren Glaubensgenossen, dem Advokaten Dr. L. Brode in Pest und dem Industriellen Poßner daselbst, seinen Dank aus für ihr eifriges Wirken im Gebiete der Jndustriestatistik. Nun seien noch zwei Ehrengeschenke erwähnt, die von Israeliten zweien um die Judenschaft Ungarns vielverdienten Männern, einem Christen und einem Israeliten ertheilt wurden. Am 28. d. M. begab sich nämlich, wie der „Ungarische Lloyd" mittheilt, eine zahlreiche Deputation der Pester israelitischen Gemeinde, der Chevra Kadischa und die Spitalkommission zu Professor Balassa, um demselben zu seinem 25jährigen Jubiläum zu gratuliren. Der Sprecher der Deputation, Primararzt Di-. Rüzsay, hob die uneigennützigen und wesentlichen Dienste hervor, welche Balassa durch 25 Jahre als Operateur der Pester israel. Spitäler geleistet, er wies auf die uneigennützige Hilfe hin, die der menschenfreundliche Arzt den aus allen Theilen des Landes herbeigeströmten kranken armen Israeliten zu Theil werden ließ. Hauptsächlich habe der auf geklärte Ge ist des Pro fessors schon frühzeitig jene Schranken wegzuräumen versucht, welche die religiöse Unduldsamkeit den Israeliten im Lehrsache entgegenstellt, indem er den jüdischen Operateurs im Laude schon vor einem Jahrzehent die Bahn geebnet; so sei es zuerst 28*

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