Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 28 (7.7.1868)
- Date
- 1868-07-07
- Page
- Seite 562 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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da s Verdienst Balassa's, daß heute ein jüdischer Operationszögling auf Staatskosten ausgebildet wird, und daß die Besetzung der Lehrkanzel auf der Universität von der Religion heute unabhängig ist. Dem allgemein verehrten Professor, an welchen auck der Gemeindesekretär Herr Barnay eine Ansprache richtete, wurde schließlich mit den herzlichsten Glückwünschen ftir die Zukunft ein prachtvoll gearbeiteter silberner Pokal mit sinnreicher hebräischer und ungarischer Inschrift als Anerkennung der Pester israel. Religionsgemeinde und Chevra Kadischa überreicht. Die Humanität und Duldsamkeit dieses berühmtesten Profeffors in Ungarn bildet einen erfreulichen und anerkennenswerthen Gegensatz zu der in Nr. 22 d. Blaus Berlin gemeldeten inhumanen Verfahrungsweise des dortigen Profeffors Virchow. Der von seinen Glaubeusgenoffen, respective von Glaubensgenoffinnen, ausgezeichnete Israelit aber ist der eben genannte verdienstvolle Obernotar der Pester Gemeinde, Herr Jgn. Barnay, welcher, wie der „P. L." erzählt, dieser Tage durch eine zarte Aufmerksamkeit überrascht wurde, indem die Damen Gans, Herzl, Munk und Rechnitz ihm in seinem Garten im Stadtwäldchen, als Zeichen der Anerkennung für seine außerordentlichen Bemühungen um den Pester wohlthätigen Frauenverein, einen reichverzierten silbernen Pokal überreichten. Der prachtvolle Pokal trägt die Inschrift: „Herrn Ignaz Baruay, dem edlen Protector unseres Vereines, als ein Zeichen der Hochachtung. 1868. Der Ausschuß des Pester israelitischen Frauenvereins." (in ungarischer Sprache) 3. Beweise der Duldsamkeit. Dieser Rubrik, zu der sich uns immer mehr Stoff darbieten möge und auch hoffentlich darbieten wird, werden wir besondere Sorgfalt zuwenden. Die Debrecziner israel. Gemeinde stellte vor Kurzem an die dortige Stadtrepräsentanz das Ansuchen um einen Beitrag aus städtischen Mitteln zur Errichtung einer vierklaffigen Hauptschule, wozu die Mittel der Gemeinde nicht ausreichen, jedoch das Bedürfniß vorhanden ist. Die Stadtvertretung, welche namentlich in der Schwurgerichtsfrage sehr engherzig sich erwies, hat nun diese Scharte durch ihren Beschluß in obiger Angelegenheit ausgewetzt. Derselbe lautet in getreuer Übersetzung: „Beschluß. Mit Freuden begrüßt die Vertretung unserer Stadt den lobenswerthen Eifer der hiesigen israel. Cultusgemeinde, womit dieselbe, nach Besitzergreifung des ihr durch die Gesetzgebung gewährte» freien Wirkungskreises, vor allem, ihrem heiligen Berufe entsprechend, die überaus wichtige Angelegenheit der Volkserziehung zu fördern gedenkt — und indem der Stadtrath über diesen patriotischen Entschluß seine lebhafte Befriedigung äußert, erklärt derselbe zugleich, daß er die Deckung des Deficits der zu organisirenden Schule, respective den unterbreiteten Antrag, mit herzlicher Bereitwilligkeit acceptire und bestimmt hiermit, daß die die städtischen Finanzen verwaltende Kaffe zur Deckung des Budgets der durch die Debrecziner isr. Gemeinde zu creirenden vierklaffigen Schule, in welcher die Unterrichtssprache die ungarische sein wird, auch beitragen solle, indem zugleich der Betrag der jährlichen Subvention, vorläufig für sechs nacheinander folgende Jahre, auf die zu Anfang eines jeden Schuljahres anticipando zu bezahlende Summe von 500 fl. festgesetzt wird. —" Wie das Journal „Szäzadunk“ (Unser Jahrhunden berichtete, versammelten sich im Berathungssaale der Stadt Kasch au auf Anregung des Domherrn Danilovitsch 200 Personen zur Bildung eines Polkserziehungsvereines nach Baron Eötvös' Plan. Der ehrwürdige Domherr eröffnete die Berathung mit einer gediegenen, beifällig aufgenommenen Rede. Plötzlich erhob sich der Stadtpfarrer Szabad, und versuchte den klerikalen Erisapfel in die Versammlung zu werfen, indem er vorschlug, daß jede Confeffion für sich einen solchen Verein bilde; doch neun Zehntel der Anwesenden erklärten sich für den confessionslosen Volkserziehungsverein. Am 24. d. M. fand die coustituirende Versammlung des ebenfalls confeffionslosen Kaposvärer Bolkserziehungsvereines — dessen früheres Jnslebentreten durch klerikale Einflüffe behindert war, statt. In den Ausschuß wurden auch zwei Israeliten gewählt. Der Volkserziehungsverein des Barany aer Comitats wählte ebenfalls zwei Israeliten, nämlich den Fünfkirchner Rabbiner Ehrlich und den dortigen Musterlehrer Seligmann zu Ausschußmitgliedern. In der Stadt I rs a constituirte sich ein solcher Verein bereits am 12. Ntarz. Das Journal „Hon" bemerkte dazu: „Wie erfreulich ist es zu sehen, daß Katholiken, Protestanten und Juden zur Förderung der Volksbildung harmonisch zusammenwirken. —“ In Altofen äußerten mehrere christliche Bürgerden Wunsch, Mitglieder des allgemeinen israel. Leichenvereincs zu werden, welchem Wunsche seitens der Generalversammlung in begeisterter Stimmung entsprochen wurde. SMääMuiäitMm