Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 28 (7.7.1868)
- Date
- 1868-07-07
- Page
- Seite 557 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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s der; dem che es Stoff digkeit reiht n der Wahl ihm, -: sei s, sei >. betigkeit schrift : dei- Verchen Patristik gewisse Äehnlichkeiten aufweisen. Daß man darauf nicht schon lange gekommen, hat darin seinen Grund, weil die Kenner des hebräisch-chaldäischen Midrasch von den griechischen, syrischen und lateinischen Kirchenvätern nichts wußten, und weil wieder den gelehrten Theo- und Philologen der Christen Talmud und Midrasch Bücher mit sieben Siegeln waren. Und doch stimmen diese beiden eigenthümlichen Literaturzweige in Stoff und Zweck überein: das Bibelwort als Substrat der Auslegung, Deutung, Dichtung, die religiöse Belehrung und Erbauung als Zweck und Tendenz. Nachdem nun zwei derartige Analogien constatirt sind, wird es sich darum handeln, die Unterschiede herauszufinden, die sie in der Ausführung und Methode und hauptsächlich in ihrem Werthe aufl weisen, sowol in rein wissenschaftlichem, als relativem Sinne. Was aber die Berührungspunkte betrifft, die ein aufmerksames Studium der Haggada und der Kirchenväter uns herausfinden läßt, so wird die Frage sich uns aufdrängen: sind dieselben zufällig entstanden, oder beruhen sie auf Entlehnung, und was auffällige Unterschiede in der Behandlung desselben Punktes andererseits betrifft, so wird es sich darum handeln, den Grund dieses Auseinandergehens in verschiedenen principiellen Differenzen he.auszufindcn, die hier zumeist dogmatischer Natur sind. Der Forscher und Kritiker hat also vollauf zu thun, wenn er Midrasch und Kirchenväter vor sich liegen hat. Die vorliegende Abhandlung bietet das Produkt einer derartigen vergleichenden Behandlung der Commentarien des syrischen Kirchenvaters Ephraem Syrus mit dem Midrasch. Außer Hieronymus und Origenes dürfte es wol kaum einen Kirchenvater geben, bei dem das Studium der oben angeregten Fragen ruchtbarer und interessanter sein könnte, als bei Ephraem, einem Syrer, dessen Sprache mit der hebräischen und chaldäischen stammesverwandt, blühend im 4. Jahrhundert, zu einer Zeit, wo einerseits noch der Midrasch, oder vielmehr dessen Schöpfung noch lebendig war, und wo auf der anderen Seite die schon streng ausgesprochen christlich-dogmatische Literatur zu blühen begann. Und in der Thal, die Abhandlung weist uns Uebereinsümmungen in Menge sowol äußerer als innerer Natur nach, und dieß in einer Weise, daß man auf die ausgesprochene Kenntniß der haggadischen Ausführungen und deren bewußte Entlehnung bei Ephraem schließen muß. Man ist dadurch aber keineswegs berechtigt, anzunehmen, diese Bekanntschas wäre eine rein literarische. Der haggadische Midrasch war damals noch wenig ausgezeichnet oder gar gesammelt — es sprechen vielmehr alle Umstände dafür, daß derartige traditionelle Erklärungen, sagenhafte oder allegorische Erzählungen, die damals noch allgemein bekannt waren, durch den bloßen Verkehr mit Juden zur Kenntniß unseres Kirchenschriftstellers kamen. Wird doch sogar im Verlaufe der Abhandlung nachgewiesen, daß Ephraem den hebräischen Urtext in seinen Commentarien gar nicht benutzt, und wenn er ihn citirt, es nur nach mündlicher Mittheilung des „Ebroio“ gethan. Ja selbst seine Anführungen der vulgären syrischen Uebersetzung (Peschitto) sind oft fehlerhaft, oder mit Zusätzen vermehrt. So war bei allen Kirchenvätern in erster Linie die Unkenntniß oder das mangelhafte Verständniß des Hebräischen daran Schuld, daß ihre Exegese von der klaren Richtigkeit so weit entfernt war, wie doch selbst die Leistungen des Hieronymus, der doch am meisten gelernt hatte, nur geringe echt wissenschaftliche Ausbeute geben, ganz abgesehen von den trübenden Einflüssen dogmatischer Deutelei und polemischer Verdrehungen. So hat auch die gelehrte Abhandlung unseres Verfs. zumeist nur ein negatives Resultat: sic belehrt uns zwar recht eingehend in der die allgemeinen Gesichtspunkte aufstellenden Einleitung sowol als in den 3 einzelnen Theilen über die Aufnahme der Haggada als biblische Sage bei Ephr-, über deren rein exegetische Auffassung und Anwendung, und schließlich (mit viel kritischem Aufwandes über Ephr's. Verhältniß zur Peschitto, der Septuaginta und dem Urtexte: aber der letzte Punkt „kritischer Werth seiner Exegese" bemüht sich vor Ueberschätzung zu warnen. — Die ansprechend dargestellte Schrift aber bietet so genug des Belehrenden und Interessanten. Ch—m. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Breslau, 25. Juni. Ueber einen Conflikt, von welchem wir schon früher berichteten, enthält die. „K. Z." Folgendes: Die hiesigen Stadtbehörden haben nämlich beschlossen, ein konfessionsloses Gymnasium und eine konfessionslose Realschule dergestalt zu errichten, daß die anzustellenden Lehrer nur nach wissen-