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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-07-07 · Heft 28 (7.7.1868) · p. Seite 556

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 28 (7.7.1868)
Date
1868-07-07
Page
Seite 556 (sequence 6)
Language
German
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ben werden könnte, das auf deren religiöses nnd sittliches Wohl einen bedeutenden Einfluß in allen zukünftigen Lagen und Verhältnissen des Lebens auszuüben vermöchte? Ich halte mich überzeugt, viele Eltern brauchten es nur zu kennen, um es ihren Kindern zu übergeben und ihrer dauernden Beachtung zu empfehlen. Ich meine das von Ihnen unter dem Titel vidw nar „Der Rath des Heils, eine Mitgabe für das ganze Leben an den israelitischen Confirmanden (Bar Mizwah) und die israelitische Confirmandin oder beim Austritt aus der Schule," bei Baumgärtner in Leipzig erschienene, mit einem Stahlstich, Moses wie er den Josua weiht, einem köstlichen Titelblatte und einem trefflichen Einbande gezierte Buch, so ganz geeignet, zugleich ein schönes und würdiges Geschenk für diesen wichtigen Tag des Knaben und des Mädchens zu bilden.*) Diese Schrift ist, wie von einem solchen Werke vorauszusetzen ist, von jedem religiösen Parteistandpunkte fern gehalten. Es spricht in religiöser wie sittlicher Beziehung den echten und eigentlichen Lehrinhalt des Judenthums, seiner Vorschriften,. Gebote und Ceremonien aus. Es ist in schöner, ebenso faßlicher wie eindringlicher, ebenso den Verstand wie das Herz ergreifender Sprache abgefaßt. Wer weiß nicht, daß gerade in unserer Zeit der Jüngling und die Jungfrau so vielen gegen die Religion und die Sittlichkeit streitenden und verführerischen Einflüffen ausgesetzt sind, daß selbst die religiöseste Erziehung, wenn sie nicht auch nach den Schuljahren genügend unterstützt und immer wieder aufgefrischt wird, sich nach und nach abschwächt und ihre Herrschaft verliert. Und dabei ist diese religiöse Erziehung, ist der Religionsunterricht noch so häufig und vielfach höchst mangelhaft. Ich gestehe es offen, daß ich es darum für eine Pflicht aller Eltern halte, zur Bar Mizwah oder Cvnfirmation oder beim Schulabgang ihren Kindern dieses Buch und zwar mit der eindringlichsten Empfehlung zu übergeben. Sehen wir uns einen Augenblick den Inhalt an. Das Buch zerfällt in 15 Kapitel, von denen jedes mit einer Anzahl auserwählter Bibelftellen, die auf den Inhalt Bezug haben, beginnt. Das 1. Kapitel wirst auf und beantwortet die Frage: Fühlst du dich glücklich, ein Israelit zu sein? Die Vorzüge unserer Religion, die Einwände, die gegen ein solches Gefühl gerichtet werden könnten, werden mit Wärme und Klarheit erörtert. Die *) Das Werk kann durch alle Buchhandlungen bezogen werden, Preis 1 Thlr. 20 Ngr. folgenden 4 Kap. stellen dar: was lernst du aus der Geschichte deiner Religion, deines Stammes, aus dem Ceremonialgesetz des Judenthums? Und ich brauche es wohl kaum hinzuzufügen, daß hier dieser große Stoff mit Sinnigkeit, Gewandtheit, Geistesschärfe, Lebendigkeit und in schöner Form behandelt wird, und daran reiht das 6. Kap. den Aufruf: so halte vor Allem fest an der Religion Israels! Das 7. Kap. bespricht die Wahl eines Berufes und das unermüdliche Streben in ihm, und hieran reihen sich in den drei folgenden Kap.: fei arbeitssam und sparsam, gehe immer gerade aus, sei mäßig, und vor Allem sei keusch. Das 11. Kap. bespricht das gesellschaftliche Leben, das 12. Mildthätigkeit und Gemeinnützigkeit. Ich brauche nur die Ueberschrift des 13. Kap. zu nennen: „Beuge dein Haupt vor deinen Eltern! Halte die Hand deiner Geschwister und Verwandten fest! O das Heiligthum der Familie!" — um die tiefe Anregung der Ehrfurcht, Liebe und Treue, die hier zum Ausdruck kommt, anzudeuten. Die kurzen Titel der beiden letzten Kap. „In Freud' und Leid" und „Diesseits und Jenseits" umschließen der Lehren der Religion und der Erfahrung eine reiche Fülle. Einen Anhang bietet eine kleine Anzahl von Gedichten. Hervorheben möchte ich noch, daß hier überall nicht blos die Lehre, nicht blos der theoretisirende Verstand, sondern Pch eine reiche Erfahrung, eine mannigfaltige Beobachtung des Lebens sich ausspricht, und es um so wünschenswerther ist, daß die jungen Leute, wohl auch Männer und Frauen reiferen Alters, dann und wann ein Kapitel dieses Buches lesen. Sie werden dadurch immer wieder angeregt, vielleicht nicht selten zurecht geführt, immer aber im Besten und Edelsten gestärkt und befestigt werden. Gewiß, sie werden darin einen wahren „Rath des Heils" finden. Dabei ist auch die äußere Ausstattung überall geschmackvoll und würdig. Möchte diese kurze Empfehlung nicht unbeachtet an Rabbinen, Predigern, Schulvorstehern und Lehrern, vor Allem jedoch an den Eltern selbst vorübergehen. —». Breslau, im Juni. Die Commentarien des Ephraem Shrus im Verhältniß zur jüdichen Exe gese. Ein Beitrag zur Geschichte der Exegese. Von Dr. D. Oerfon. Breslau 1868 Skutsch (46 S. 8«.) Es liegt ziemlich nahe, daß die zwei Literaturkreise des haggadischen Midrasch und der exegetisch-homileti-

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