Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 27 (30.6.1868)
- Date
- 1868-06-30
- Page
- Seite 532 (sequence 2)
- Language
- German
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532 So droht int Hintergründe nur noch die orientalische Frage. Sie besteht bekanntlich aus zwei Momenten: die Existenz des türkischen Staates in Europa, und die Stellung der Christen unter dem mohammedanischen Scepter. So reicht diese Frage, allgemein gefaßt, bis in das graueste Alterthum. Das Verhältniß zwischen Orient und Occident verursachte eine Reihe von Kämpfen, die durch die Jahrtausende geht.*) Seitdem aber die Türkei ihre militärische Spannkraft verloren, und vom Angriff zur Vertheidigung herabgesunken, seitdem Rußland ein Stück nach dem anderen von den nördlichen Besitzungen der Türkei abriß, trat diese welthistorische Frage in eine neue Phase. Diese wurde eine europäische, d. h. die Mächte von Mittel- und Westeuropa sahen sich genöthigt, der wachsenden Ausdehnung der russischen Herrschaft nach Süden Schranken zu setzen, Rußland, das um so mehr nach Byzanz strebte, als es die Mehrzahl der christlichen Unterthanen der Türkei als Angehörige seiner Kirche nicht blos unter sein Sceptyc, sondern auch unter seinen Krummstab zu bringen gedachte. Seitdem verdankt die Türkei ihr europäisches Dasein der aus dem europäischen Gleichgewicht entspringenden Rivalität der christlichen Mächte selbst. Der Krimkrieg (1855) belehrte Rußland, daß die Westmächte nicht blos ihr Wort, sondern auch ihr Schwert für den Bestand der Türkei in die Waagschale zu legen bereit seien. Rußland hatte sich geirrt, wenn es Europa so zu seinen Füßen liegend glaubte, daß es den Umsturz des Divan zu hindern sich nicht erheben würde. Es kann daher uin so weniger gegenwärtig darüber in Zweifel sein; und da Rußland jetzt den Weg der Reformen betreten hat, also innerlich schwer und zugleich in Jnnerasien, beschäftigt und schließlich in Finanznöthen ist, kann von dieser Seite her die orientalische Frage keine Furcht einflößen. Ein Anderes ist es um die Stellung der Christen im türkischen Reiche. Es haben bekanntlich desfallsige Loslösungen von der Türkei stattgefunden. Griechenland ist ein selbständiger Staat geworden, und streckt immerfort seine lüsterne Hand nach den türkischen Grenzprovinzen aus; Rumänien und Serbien sind so gut wie selbständig, aber sie sind innerlich verkommen und verworren, und sie drohen jeden Augen- *) S. Orient und Occident in unseren „Weltbewegende Fragen" Bd. I. S. 43. (Leipzig, 1868. Baumgärtner.) blick, in revolutionäre Zuckungen zu verfallen; Bosnien und Montenegro sind halbfrei und halbwild; endlich sind die Verhältnisse der Christen in der eigentlichen Türkei in der Umgestaltung begriffen, zu welcher sie in diesem Augenblicke durch den Sultan selbst Schritte gethan haben. Aber man wird leicht einsehen, daß, so schwierig diese Lage der Dinge ist, sie für den europäischen Frieden nichts Bedrohliches hat. Man beginnt keinen Kampf um einen Spahn, wenn man damit beschäftigt ist, den Balken friedlich aus dem Raume zu schaffen. Die Beschaffenheit dieser christlichen Völkerschaften ist an sich zu zweideutig, zu unzuverlässig, als daß mau sie anders als zu einem langsamen Fortgange gebrauchen könnte. — Freilich existirt eine orientalische Frage auch in Mittelasien. Das rasche Vordringen der Russen bis in das Herz der Bucharei bringt sie den Grenzen der englischen Herrschaft in Ostindien immer näher und könnte wohl zu einem Kampfe führen. Allein die Russen werden sich wohl zehnmal besinnen, ehe sie mit ihren detachjrten Corps die Marksteine der englischen Herrschaft überschreiten. England aber befolgt das System, die Ruffen in Mittelasien ruhig gewähren zu lassen. So weit man es aus der Ferne zu beurtheilen vermag, thut England hieran sehr weise, so weise wie an seinem Rückzuge aus Abyssinien. England hat nur gezwungener Maßen seine Herrschaft in Ostindien so weit ausgedehnt, und hat genug daran zu thun, wie der letzte Aufstand erwiesen hat, um sie zu erhalten. Eine Niederlage vor den Ruffen könnte sie um den größten Theil Ostindiens durch die Eingeborenen bringen; ein Sieg würde sie nöthigen, ihre Truppen weit über das Maß hinauszuschieben. Man darf nie vergessen, daß die englische Colonie vom Mutterlaude aus immerfort mit neuen Truppen versehen werden muß, da die europäischen Familien, wenn sie sich mit Eingeborenen nicht kreuzen, in Indien sich nicht fortzupflanzen vermögen. Auch hat England wohl schwerlich Veranlaffung, Rußland um seine ungeheuerliche Ausdehnung in Asien zu beneiden. Es kann diese nur eine Schwächung der russischen Macht herbeiführen, und immerhin ist nicht zu übersehen, daß die russische Herrschaft in diese mittelasiatischen Länder einige Segnungen der Cultur, und wäre es nur einige größere Sicherheit des Lebens, Eigenthums und Verkehrs bringt. Nach dieser Betrachtung kann uns der Schluß nur folgerichtig erscheinen, daß unvorhergesehene, außerordentliche Erreigniffe abgesehen, der Krieg in Europa für längere Zeit nicht zu befürchten steht, da die vorhandenen drei in müssen Jö zu hal Zustär so oft geben, stitutic suchen, ein eu consoli Forten fast al ausges heit ar sich sei gewalt diese n Gähru die fro wem a; franzöl welches folge 1 Städje gemein wenig Paris verlöre gewonr mehr dem de und ar ist es couserv Compr stehen - Ir gegenw und dc uimmt Einschr Zeit ei Do d. h. t Verhäl und A