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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-05-19 · Heft 21 (19.5.1868) · p. Seite 416

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 21 (19.5.1868)
Date
1868-05-19
Page
Seite 416 (sequence 10)
Language
German
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3. December 1867 1827 katholische, 986 evangelische 937 (vor 1848: 1700) jüdische Einwohner. An der jüdischen Schule dieser Stadt gehört zu den Lehrobjecten außer den Elementargegenständen und den Anfangsgründen (Formenlehre! im Lateinischen auch hebräische Grammatik mit Exercitien und Uebersetzen von Gebetstücken und iwas vielleicht an keiner jüdischen Schule der Provinz sonst der Fall ist) das Polnische.— Als der an der früher combinirten Schule angestellte jüdische Lehrer auf das für die Lehrer bestimmte Gartenland Ansprüche machte, erhielt er von der Regierung den Bescheid, daß dieses von dem Könige der Stadt geschenkte Gartenland nur für die christlichen Lehrer bestimmt wäre. Aus der Provinz Posen, den 22. April. «Privatmitth.) Es dürfte wohl für die zahlreichen Leser Ihres geschätzten Blattes von Interesse sein, von der durch die in Posen erscheinende „Ostdeutsche Zeitung" vor Kurzem veröffentlichten Adresse Kcnntniß zu erhalten, welche mehrere unserer Glaubensgenossen aus Schwersenz an den-Abgeordneten für Sangcrhausen, Prediger Richter in Maricnfeld b/Berlin, für seine bei Gelegenheit der auch in diesen Blättern mehrfach besprochenen Angelegenheit über die Seitens der Kgl. Regierung verweigerte Bestätigung des Pr. Jacob: aus Elbing als Schulvorstand der dortigen höhern Töchterschule im Abgeordnetenhause gehaltene freimüthige Rede erlassen haben. Die Adresse lautet wie folgt: Schwersenz, den 11. März 1868. Hochverehrter Herr! „Ihre in der Sitzung des Abgeordnetenhauses bei der Debatte über die Petition des Magistrats und des Stadtverordneten-Collegii zu Elbing betreffs Bestätigung des 10'. Jacobi als Vorstandsmitglied der dortigen höhern Töchterschule gesprochenen trefflichen Worte haben in uns und gewiß auch in den Herzen vieler Millionen nicht allein unserer Glaubensgenossen, sondern auch aller wahrhaften, von jedem Vorurtheil freien Menschenfreunde den lebhaftesten Wiederchall gefunden. Sie haben bei dieser Gelegenheit Ihre edle Gesinnung in den beredtesten Worten dokumentirt, eine Gesinnung, von welcher zu wünschen wäre, daß alle Preußen von derselben beseelt würden! Sie sprachen das rechte Wort, zur rechten Zeit, am rechten Ort. Indem wir es als unsere angenehmste Pflicht betrachten, Ihnen für Ihr männlich freimüthiges Auftreten für. die Sache der Gerechtigkeit und Menschen liebe hierdurch unsere volle Anerkennung und unser» innigsten Dank öffentlich auszusprechen, verbinden toi, hiermit zugleich den Wunsch, daß alle Ihre Bestrebungen zur wirklichen und wahren Durchführung der beschwornen Verfassung, sowie überall, wo es gilt, dcr Gerechtigkeit und Menschenliebe zum Siege zu verhelfte stets vom besten Erfolge begleitet sein mögen! Genehmigen Sie die Versicherung unserer vorzüglichsten Hochachtung, mit welcher wir die Ehre habe» zu zeichnen Ew. Hochehrwürden ergebenste: M. Reith Michaelis Badt Ludwig Lesser Kaufmann. Kaufmann. Lehrer. Hierauf ist unterm 18. d. M. folgende Antwort erfolgt: „Geehrter Herr!" „Nach einer Zeit voll Arbeit und Unruhe drängt es mich, eine aufgeschobene Pflicht zu erfüllen und Ihnen und den andern geehrten Herren meinen verbindlichsten Dank für Ihre Worte auszusprechen. Es freut mich, gerade aus der Provinz Posen Stimmen zu vernehmen, welche aus der Schule den confessionellen Hader möglichst fern halten wollen. Nicht ohne Bedauern habe ich in der letzten Zeit wahrzunehmen geglaubt, daß die nationale Sonderung in eine confessionelle auszuarten droht, und daß insbesondere unter unfern polnischen Landsleuten der Liberalismus verstummt, sobald confessionelle Rücksichten auftreten. Ich würde es tief bedauern, wenn die Entwickelung des Schulwesens dauernd darunter leiden sollte?) Indem ich Ihnen für die ausgesprochene Gesinnung nochmals meinen Dank wiederhole, zeichne ich mich Hochachtungsvoll Richter. frei Int abg Fcd Wc hie: st. ßc, hei sie Ju Sc lur wii toi stc in A dc hi r> g' dc ec N 9 t i i d 1 ( *) Dies ist allerdings richtig. So soll jetzt auch , ein ausschließlich katholisches Gymnasium in Wongrowiec errichtet werden. Diesen Bestrebungen gegenüber ist auch die jüdische Schule genöthigt und verpflichtet, ihre Confessionalität zu stärken, weil sie sonst nur angegriffen und gar nicht vertheidigt würde. Redaction.

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