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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-05-19 · Heft 21 (19.5.1868) · p. Seite 412

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 21 (19.5.1868)
Date
1868-05-19
Page
Seite 412 (sequence 6)
Language
German
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412 Cultusvorstand iw Namen der Jsraeliten-Gemeinde in Brody unterm 20^ April d. I. zu dem Ende an mich gerichtet hat, um meine Aufmerksamkeit auf einen Antrag zu lenken, der in der moldau-walachischen Kammer mit der Absicht eingebracht wurde, die Israeliten in der Moldau und Walachei aus'ihren bisherigen Gerechtsamen und Verhältnissen zu verdrängen. Es hat dieser Anregung nicht bedurft, damit das k. f. Cabinet gegen Maßnahmen einer religiösen Intoleranz das Wort erhebe, die zugleich eine Verletzung der Rechte in sich schließt, welche unseren Nationalen in den Donaufürstenthümern vertragsmäßig zustehen. Ebendeßhalb habe ich auch gleich nach dem Einlangen der Kunde von den Verfolgungen der Israeliten in den Dorfgemeinden des Bezirkes Bakeu den k. k. Agenten und General-Consul in Bukarest telegraphisch aufgefordert, bei Sr. Hoheit dem Fürsten Carl sowohl, als bei dessen Ministern keinen Schritt zu unterlassen, welcher zur Wahrung der Rechte unserer Nationalen nothwendig oder zweckdienlich erscheinen sollte. Mit um so größerer Befriedigung kann ich daher dem löblichen Cultusvorstande die Mittheilung machen, daß die Anträge, welche die israelitische Bevölkerung in den Douaufürsteuthümern so sehr beängstigen und wogegen Sie im Namen Ihrer Committenten meine Vermittlung anrufen, nur wenig Aussicht haben, von den Kammern jener Länder, wenn sie überhaupt noch in Berathung kämen, angenommen zu werden, und selbst dann noch kann es kaum einem Zweifel unterliegen, daß Se. Hoheit Fürst Carl diesen Vorschlägen seine Genehmigung versagen werde. Wie ernst übrigens die Absichten dieses Fürsten sind, wollen Sie daraus entnehmen, daß er sich nach erhaltener Kunde von den Vorfällen im Districte von Bakeu in eigener Person nach der Moldau begeben hat, um den wahren Sachverhalt an Ort und Stelle kennen zu lernen, zu helfen, wo es noththut, und gutzumachen, wo ein Unrecht geschähen wäre. Dies ersuche ich allen Jenen zur Kenntniß zu bringen, in deren Interesse es gelegen ist, Befürchtungen in diesem Punkte zerstreut zu sehen, und ich kann nur beifügen, daß Freiherr v. Eder so glücklich war, aus dem Munde Sr. Hoheit des Fürsten Carl die Versicherung zu erhalten, daß in Zukunft keinem Israeliten auch nur ein Haar gekrümmt werden soll. Uebrigens dürfte es dem löblichen Cultusvorstande vielleicht mittlerweile bereits bekannt geworden sein, daß die Consuln der auswärtigen Mächte in Jassy in einer auf Einladung des Verwesers der dortigen k. k. Agentie am 15. d. erfolgten Zusammentretung erklärt haben, die in der Moldau gegen die Israeliten ergriffenen vexatorischen Maßnahmen seien nach den ihnen vorliegenden authentischen Berichten als erwiesene Thatsachen anzusehen, und daß sie das hierüber aufgenommene Protocoll ihren betreffenden Regierungen vorgelegt haben. Die neuestens hier eingegangene Nachricht von der Abberufung des Präfecten von Bakeu scheint zu dem Schlüsse zu berechtigen, daß die von der fürstlich moldau'schen Regierung über die dortigen Vorgänge eingeleiteten Erhebungen zu einem gleichen Ergebnisse geführt haben, und es darf mithin auch der zuversichtlichen Erwartung Raum gegeben werden, daß die beklagenswertheu Opfer jener Willküracte volle Genugthuung erlangen und Ihre Glaubensgenossen in den vereinigten Fürstenthümern künftighin vor ähnlichen, mit dem Geiste unserer Zeit in so grellem Widerspruche stehenden Verfolgungen bewahrt bleiben werden. Wien, 26. April 1868. Für den Minister des Aeußern der Unter-Staatssecretär Meysenbug." Wir haben noch immer nichts weiter hinzuzusügen, als: U0U8 verrons. Mittlerweile bemüht sich Bratiano, ein anderes Stückchen in Scene zu setzen. Wie die Trompetta Carzatzilor vom 28. April schreibt, hätte Bratiano an diesem Tage eine Anzahl Bukarester Israeliten zu sich konunen lassen und sie dazu vermocht, ein Collectivschreiben an die Allianz Israelite nach Paris abzufertigen, worin die Zufriedenheit der rumänischen Juden mit dem Regimente Bratianv's ausgedrückt und die Glaubensgenossen in Paris rc. ersucht würden, den von anderer Seite über die rumänische Regierung ihnen zukommenden Klagen kein Gehör zu geben. — Es ist kürzlich in einer Correspoudenz Ihres Blattes aus Bukarest auseiuandergesetzt worden, daß die Judenverfolgungen unter der jetzigen rumänischen Regierung hauptsächlich in der Moldau stattsinden, daß somit die Bukarester Israeliten weit weniger darunter zu leiden haben. Unter solchen Umständen war es Bratiano vielleicht in der That möglich, einige Individuen zu finden, die sich dazu herbeiließen, das obenerwähnte Schreiben zu unterfertigen; welchen Werth dasselbe aber im Allgemeinen haben kann, läßt sich leicht denken, und kennzeichnet dieser Vorgang nur die rumänischen Demagogen, denen kein Mittel zu schlecht und

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