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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-05-19 · Heft 21 (19.5.1868) · p. Seite 410

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 21 (19.5.1868)
Date
1868-05-19
Page
Seite 410 (sequence 4)
Language
German
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April eine Note zugesandt,' in welcher Sie protestirten gegen die Anschuldigungen, deren Hartnäckigkeit nur ihre Ungegründetheit gleichkommt. Die Nachricht der neuen Verfolgungen der Israeliten in der Moldau war mir anfänglich nur durch den Telegraphen zugegangen. Diesen Mittheilungen, obwohl sehr bestimmt, aber in unvollständiger Weise auftretend, setzten Sie ein formelles Dementi entgegen, das sich auf Rapporte des Präfecten in Bakeu stützte. Ich habe daher die Ankunft von Briefen und Actenstücken abwarten müssen, deren Absendung man mir angezeigt hatte. Erst gestern erhielt ich durch die Post umständliche Berichte. Sie setzten mich in den Stand, die Wahrheit zu constatiren und in unwiderleglicher Weise die traurigen Einzelheiten darzuthun, welche die gegen die moldauischen Israeliten genommenen Maßregeln begleiteten. Ich habe gegenwärtig eine Anzahl von Actenstücken in Händen, welche bis zur Evidenz Nachweisen, daß der Befehl zur Vertreibung der Israeliten in fast allen ländlichen Gemeinden des bakeuer Bezirks ausgeführt worden ist. Die wenigen israelitischen Familien, welche noch daselbst geduldet werden, mußten diese Duldung durch hohe Summen Geldes erkaufen. Das Organ der fürstlichen Regierung, der Präfect Lecca, war es, der zuerst das Beispiel dieser Verfolgungen gab, indem er aus seinen eigenen Besitzungen sieben jüdische Familien vertrieb, die sich daselbst befanden. Aus dem Distrikte von Vasloiu vertrieb man 22 Familien, die alle, durch gesetzliche Verträge mit der Gemeindebehörde, Wirthshäuser, Herbergen, Mühlen, Brücken und Brantweinbrennereien in Pacht genommen hatten. In dem Bezirke von Foltitschani bedeuteten die Unter-Präfecten ihren Untergebenen, sie sollten am St. Georgentage ihre Pachtcontracte mit den Juden nicht mehr erneuern, indem sie die Grundeigenthümer einluden, sich diesem Wunsche stricte zu fügen, wenn sie sich nicht selbst Zwangsmaßnahmen aussetzen wollten. In Bakeu ging die bei Gelegenheit des Osterfestes versammelte Nationalgarde so weit, sich Excesse gegen österreichische Unterthanen mosaischer Religion zu Schulden kommen zu lassen; man begnügte sich nicht damit, die Lebenden zu insultiren, sondern man beschimpfte auch feiger Weise die Grabstätten. Die Schritte der österreichischen Starosten bei den Localbehörden blieben dem gegenüber fruchtlos. Um Sie besser zu unterrichten mit Bezug auf diese Vertreibungen und Ihnen die Beweise an die Hand zu geben, erlaube ich mir, Ihnen abschriftlich drei Ordres der Bürgermeisterei von Bereschti hier beizufügen. Gleicher Weise halte ich zu Ihrer Verfügung ein Bittgesuch, von 71 aus ländlichen Gemeinden vertriebenen Israeliten unterzeichnet, ein anderes von den Israeliten von Bakeu, ferner ein Namensverzeichniß, auf welchem eine große Zahl israelitischer Familien der ländlichen Gemeinde von Bakeu verzeichnet ist, endlich die Liste der 22 aus dem Bezirke von Vasloiu vertriebenen Familien. Ich besitze ferner die Copie eines an Herrn I. Bratianv vom ehernaligen Präfecten Herrn Cracti gerichteten Telegrammcs, welches gegen die gegen die Israeliten getroffenen Maßnahmen, welche das fürstliche Gouvernement abläugnet, reclamirt. Noch mehr, ich kann Sie davon benachrichtigen, Herr Minister, daß die Chefs der Consulate Oesterreichs, Englands, Frankreichs, Preußens, Rußlands und Griechenlands in Jassy, die sich zusammengefunden hatten, um die Aussagen der meistbetheiligten Israeliten und verschiedene officielle Berichte über die bedauerlichen Ereignisse in Bakeu entgegenzunehmen, die Falschheit der Abläuguungen dargethan haben, welche dem Ministerium durch die Organe des Gouvernements selbst zugegangen sind. Ich signalisire hier nur die wichtigsten Actenstücke, aber ich besitze noch andere, die ich unterbreiten werde, sobald Sie dies wünschen sollten. Nach Kenntnißnahme dieser Documente ist es, glaube ich, schwer, noch länger zu dementiren, daß der Gesetzvorschlag gegen die Juden nicht bereits in der Moldau seine Ausführung gefunden habe. In der Note vom 22. April (siehe Köln. Zeitung vom 3. Mai) beschuldigen Sie den österreichischen General - Consul in Jassy, sich der Propaganda -dessen, was Sie „Erfindungen" nennen und was ich „die treue Wiederholung von Thatsachen" nennen muß, die sich in sehr reeller Weise zugetragen und die heute unwiderleglicher Weise festgestellt sind, unterzogen zu haben. Es war mir peinlich, Herr Minister, daß auf Grundlage ungenauer und ohne Vorbehalt aufgenommener Informationen Sie gegen einen kaiserlichen Beamten Anklagen schleuderten, dessen Ehrenhaftigkeit nicht angezweifelt werden kann und der im gegebenen Falle Beweise eines Eifers abgelegt, der Ihre Anerkennung verdient hätte. In Wahrheit hat dieses Organ der kaiserlichen Regierung Zuerst den Anfang der Ausführung einer Gesetzvorlage

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