Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 20 (12.5.1868)
- Date
- 1868-05-12
- Page
- Seite 397 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Mt»; ■ fern >, als «Rei aus man el ist r von )ürde, mögemehr Wie rmmden- Srderf beut arten, rühcr tshofe lppelrlicn) Wir einen r und t Geersten wert, ireigauch .'regt. " Le- :stern ^>aun 66 mrde einde Amte funncinituts, hatte. Wegen seiner gründlichen Kenntnisse, seines rechtschaffenen Characters, seiner hervorragenden Tüchtigkeit als Lehrer und seines freundlichen, gewinnenden Wesens hochgeschätzt und geliebt, wird der Dahingeschiedene bei seinen vielen Freunden und Schülern in dankbarem Andenken fortleben." Die Beerdigungsfeierlichkeit, an der auch sehr viele nicht der Gemeinde Gehörende, darunter die Vorsteher, Lehrer und Schüler des Handelsinstituts sich betheiligten, legte ein sprechendes Zeugniß davon ab, wie tief und schmerzlich es empfunden werde, daß ein rechtschaffener, wahrhaft gottesfürchtiger und von reiner Menschenliebe beseelter Mann, der noch viele Jahre hindurch segensreich hätte wirken können, dahingegaugen. Die Thränen, die an seiner Bahre und seinem Grabe vergossen wurden — Thränen, in Wahrheit vergossen livB di« b? und darum, wie unsere Alten bildreich sich auSdrücken, „von Gott gezählt und aufbewahrt" — sprachen noch eindringlicher und lauter von dem frommen und überzeugungstreuen Leben des Verklärten, als die wehmuthsvollen Worte, die sein Wesen und Wirken schildern. Wer ein solches Leben geführt, von dem gilt das schöne Wort: 121 o« n^n nvia •»■on oiBBsb. Ja er wird in unseren Herzen fortleben und sein Andenken allezeit gesegnet sein! n'a'JtYrv Amerika. New-Jork, im April. (Privatmitth.) Ein sehr ärgerlicher Streit hat sich hier zwischen den Rabbinen, dm Herren vr. M. Jastrow und Dr. S. Hirsch erhoben, der sich in Pamphleten und Streitschriften Lust macht. Er ging von der Meinungsverschiedenheit ails, ob die Gebete um die Rückkehr nach Palästina sich mit dem amerikanischen Bürgerthume vereinbaren ließen? wurde aber bald zu Persönlichkeiten herabgewürdigt. Mt den Einzelheiten will ich Ihre Leser verschonen. Weder die Sache, noch die Personen gewinnen dadurch an Achtung, wenn auch die letzteren dadurch bekannter werden. Daß gerade Rabbinen aus Deutschland diese Zanksucht nach Amerika verpflanzen, ist uns ehr ärgerlich, und da bereits früher ähnliche Vorgänge zu registriren waren, so bekommen die Gemeinden einen Degout davor. Marokko. AuS Marokko, im Februar. Die „Times" vom 18. Februar enthält folgende Nachrichten: „Briefe, welche in Gibraltar aus Safst anlangten, bringen die Nachricht, daß Hadj Dris, der Commissionär, welcher vom Sultan nach jenem Hafen gesandt worden, um eine Untersuchung der näheren Umstände bei der Ermordung und Beraubung mehrerer Juden in der Provinz Abda anzustellen, einen Brief vom Sultan bewirkt hat, welcher öffentlich den beiden Gouverneuren von Abda vorgelesen werden soll, und der den ernsten Unwillen Sr. Majestät über diese Grausamkeiten ausspricht. Der Sultan wünscht, daß die Juden vor jedem Leid beschützt und gut behandelt werden sollten, und erinnert seine Beamten daran, daß der Prophet den Mohamedanern befohlen, sie zu beschützen. Se. Majestät fügt hinzu: „Wer es auch sein mag, der einen Juden tödtet, so werden wir ihn zum Tode verurtheilen." 7500 Dols. sind den Juden als Entschädigung gegeben worden, und die Mauren, welche verdächtig waren, die Verbrechen begangen zu haben, aber gegen welche keine evidenten Beweise aufzubringen waren, um ihre Hinrichtung zu rechtfertigen, sind in Ketten nach Marokko geschickt worden, um dort nach des Sultans Belieben gefangen gehalten zu werden. Den Consularbeamten in Safst wurde aufgetragen, einem Meeting der maurischen Beamten und der angesehensten Juden der Stadt beizuwohnen, in welchem diese Satisfaction den Juden angeboten und mit Beifall von ihnen angenommen wurde. Man sagt, daß die britische, französische und andere Regierungen dem Sultan - über diese Grausamkeiten wiederholt Vorstellungen und Remonstrationen gemacht haben, welche dann dieses Verfahren bewirkten. Der Sultan gab noch eine» anderen Beweis seiner Absicht, auch praktisch sein dem Sir Moses Montefiore gegebenes Versprechen auszuführen, daß nämlich seinen mohamedanischen und jüdischen Unterthanen gleiche Gerechttgkeit widerfahren sollte. Er hat eine Belohnung von 100 Dols. (gleich 1000 Thl. in Europa) ausgesetzt für die Herbeibringung, ob todt oder lebendig, des Mörders des österreichischen Dolmetschers in Tetuan, und hat befohlen, daß jede Beherbergung oder Speisung des Mörders von maurischer Seite als Mitschuld bestraft werden soll." 20*