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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-05-05 · Heft 19 (5.5.1868) · p. Seite 373

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 19 (5.5.1868)
Date
1868-05-05
Page
Seite 373 (sequence 7)
Language
German
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373 klge es nk an, fürst- Jahre fahren , da so vie ude zu rz sei- Aber erbach > verignisse! Fürrumätzt aus iverfcn aller re der r tau- , für Dies i Witumä- - also > Aurzigen Fürst ß ihn r sich chron onncn : Jiigebcn l und itefesines Ulld die Abschaffung des Judeneides bezieht, dem Bundeskanzler zur Berücksichtigung bei der neuen' Gerichts-Organisation zu überweisen. — Wie wir schon gemeldet, hat die Königin August« dem Berliner Unterstützungscomitü für jüdische Nothleidende in Ostpreußen 25 Friedrichsdor geschickt. Der Vorstand fühlte sich gedrungen, ein ehrerbietiges Dankschreiben zu übersenden. Ihre Majestät die Königin hat darauf vorgestern den Vorsitzenden des Ausschusses, Banquier A. H. Heymann, zu sich beschieden und demselben nochmals in huldvollster Weise ihre Theilnahme an den Bestrebungen und Zwecken des Ausschusses ausgesprochen, sich auch in eingehender und sachkundiger Weise über die Verhältnisse und Institute der hiesigen jüdischen Gemeinde unterhalten und dabei in ehrender Weise des Hingeschiedenen verdienten Rabbiners der Gemeinde, Dr. Sachs, erwähnt. Berlin, im April. (Privatmitth.) Wie Sie bereits gemeldet, ist abermals ein Jude zum außerordentlichen Professor und zwar in der medizinischen Fakultät zu Königsberg ernannt worden. In den alten Provinzen sind es nunmehr nur noch die Universitäten zu Halle und Greifswalde, welche den Vorzug genießen, keinen jüdischen Euklid oder keinen katholischen Cicero haben zu dürfen. In Berlin, Breslau, Bonn und Königsberg bekleiden Juden die außerordentliche Professur. Dagegen ist ihnen die ordentliche Professur noch verschlossen. Es ist kein Geheimniß, daß das gegenwärtige Cultusministerium noch keinen Juden zur ordentlichen Professur zuläßt, und das Beispiel von Bernays, der in Bonn an Ritschel's Stelle Oberbibliothekar und doch nur außerordentlicher Professor wurde, crtveist dies faktisch. Dunkler ist das Motiv. Denn einen Unterschied in der Lehrtätigkeit macht gegenwärtig, wo, wenn wir nicht irren, mit Ausnahme der medizinischen Fakultät, alle obligatorischen Collegien aufgehört haben, jene Unterscheidung nicht. Es ist wesentlich nichts als eine Rang- und Gehaltsverschiedcnheit. Man könnte daher nur vermuthen, daß diese Versagung der ordentlichen Professur eine Abschreckung und eine Anziehung enthalte, die erstere, daß sich nicht zu viele Juden der akademischen Laufbahn widmen mögen, die letztere, zum Uebertritt zu bewegen. Die Abschreckung ivird aber nichts helfen, denn die jüdische Jugend giebt die Hoffnung des Besserwerdens nicht auf; das zweite Motiv zieht mehr, wie es sich erwiesen hat. Jndeß nachdem der erste Schritt geschehen ist, wird auch der zweite nicht ausbleibeu, und ist Oesterreich vorangegangeu, wird Preußen nicht zurückbleiben. Doch siehe, da erinnere ich mich, daß Oesterreich schon mehr als zehn Jahre Juden zu ordentlichen Professoren gemacht hat, und Preußen ist noch immer auf dem Wege! Berlin, im April. (Privatmtth.) Herr Dr. Bärwald wird im nächsten Monat aus Berlin scheiden, um dem Rufe nach Frankfurt a/M. als Rektor der dortigen israel. Realschule zu folgen. Seit dem Herbst 1859 wirkte Bärwald in unserer jüd. Gemeinde dahier als Lehrer der Geschichte und Geographie an dem Seminar, und als Lehrer der biblischen und jüdischen Geschichte an der Religionsschule. Sein Weggang von hier erregt allgemeines Bedauern. Denn abgesehen von seiner bekannten und anerkannten historischen Gelehrsamkeit, lebte Bärwald mit aller Hingebung und Begeisterung seinem Berufe und übte durch seine ganze Persönlichkeit den segenrcichsten Einfluß auf die Bildung und Erziehung der Jugend. Sein Verlust für die beiden Anstalten seiner unermüdlichen Thätigkeit wird schwer zu ersetzen sein. Indessen wird unser Schul- und Talmud-Thora-Vorstand es an Umsicht und Eifer nicht fehlen lassen, um einen würdigen und tüchtigen Nachfolger zu finden. Auch giebt man sich der Hoffnung hin, cs werde an befähigten Lehrern dieses Faches nicht fehlen. Für einen jungen, strebsamen Gelehrten bietet unsere Gemeinde wie unsere Stadt viele Anziehungspunkte. Berlin, 22. April. (Privatmitth.) In der heutigen Sitzung des Reichstages brachte der Abg. von Berlin De. Wiggers einen Ankrag auf die bürgerliche und staatsbürgerliche Gleichberechtigung aller Confessionen in allen Ländern des norddeutschen Bundes ein. Bekanntlich hat der Reichstag schon in der vorigen Session beschlossen, den Bundeskanzler auszufordern, ein solches Gesetz einzubringen. Da dies aber bis jetzt nicht geschehen und die Beantwortung jener Interpellation Wiggers' über die bekannte mecklenburgische Verordnung so ganz ungenügend ausficl; so will er den Reichstag zu einer nochmaligen desfallsigen Resolution bringen. Der letztere hat denn auch die Erledigung des Antrages durch Schlußberathung beschlossen, und der Präsident hat den Abg. Dr. Ende-

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