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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-28 · Heft 18 (28.4.1868) · p. Seite 356

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 18 (28.4.1868)
Date
1868-04-28
Page
Seite 356 (sequence 13)
Language
German
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356 grimms bezweckt erscheint. ES ist dies kein Urtheil von uns, es ist die einfache Thatsache. Wir halten es nun nicht für nothwendig, hier die Auslassungen des Pater Felix wiederzugeben. So wohlwollend und schmeichelhaft viele seiner Sentenzen für die Juden sind, so läuft zuletzt doch Alles auf die banalen Ansichten und Ausdrücke hinaus: das Judenthum ist die Grundlage der wahren Religion, das Christenthum die Vollendung; die Juden sind die treuen Wächter des Glaubens, aber sie verschließen sich hartnäckig der höheren Offenbarung und so weiter. Nur zwei Bemerkungen wollen wir machen. Der Pater ruft mit vieler Emphase aus: „Das Christenthum ist allein die Religion des Fortschrittes!" Wie dies ein katholischer Priester behaupten kann, nachdem die katholische Kirche seit fünfzehn Jahrhunderten unerschütterlich auf demselben Standpunkte geblieben, und mit dem Syllabus des gegenwärtigen Papstes, der jeden politischen, socialen und intellektuellen Fortschritt als Werk des Satans verdammt, und der von Hunderten, zum Centenarium versammelten Bischöfen und tausenden Prälaten die unumwundene Zustimmung erhalten, ist uns unbegreiflich. Doch nein! es wäre uns unbegreiflich, wenn wir nicht wüßten, daß das Wort in unserer Zeit nichts als eine Kautschuckdecke ist, die nach dem Bedürfnis des Augenblicks über- oder hinweggezogen wird. Oder kann etwa die protestantische Kirche jenen stolzen Ausspruch thun, welche an den vor drei Jahrhunderten formulirten Glaubenssätzen, die im Grunde doch wieder nichts Anderes als Lehrsätze des Kirchenvaters Augustin sind, oder die anglikanische Kirche, die an den 39 Glaubensartikeln festhält? Wir sind die Letzten, welche diesen und allen Kirchen ihr Recht, auf ihrem eigenen Grunde fest zu verharren, bestreiten wollen — sie müssen sich aber nicht zugleich als den Fortschritt, als die menschengeschlechtliche Entwickelung des Früheren, als die continuellen Träger des Fortschrittes proklamiren wollen,- und alle anderen als dieses Verzuges entkleidet ausgeben. Nein! solche Aussprüche dürfen nicht dem Judenthume gegenüber gethan werden, das in seiner ersten, in seiner Grundphase, dem Mosaiömus, alle die Grundsätze verkündet hat, welche durch den Fortschritt der Menschheit verwirklicht werden sollen, das dann seine großen Entwickelungsphasen, den Prophetismus, Talmudismus, Rabbinismus, durchgemacht hat und jetzt mit verjüngter Kraft in eine neue Entwickelungsphase eingetreten ist, ohne in seiner Einheitlichkeit erschüttert zu werden. Dem Judenthume gilt das Christenthum als ein großer Fortschritt dem Heidenthume gegenüber, ohne jedoch den ganzen Wahrheitsinhalt des Judenthumes erreicht zu haben, und für uns ist daher der Uebertritt zum Christenthum ein Rückschritt. Wir geben zu, daß Ihr dies nicht eingestehen werdet, aber Ihr solltet Euch doch endlich überzeugen, daß Eure Sentenzen von der Vollendung der wahren Religion durch das Christenthum an uns verschwendet sind, da wir längst auf vorgerückterem Grunde zu stehen fest überzeugt sind. — Die andere Bemerkung ist die: auch Pater Felix macht es den Juden zum Vorwurf, daß in den großen Städten eine beträchtliche Zahl als Rationalisten umhergingen, sich um die Religion nicht kümmerten, die Satzungen nicht hielten. Es ist dies wahr; aber gilt dies allein von den Juden? Zeigt sich der antikirchliche Sinn, der doch geradezu noch nicht der antireligiöse ist, bei den Katholiken und Protestanten weniger, oder nicht vielmehr noch weit stärker? Liegt nicht in echt katholischen Ländern, wie Italien, Oesterreich, ein mächtiger Theil der Bevölkerung mit der Kirche in offenem Streite? Geht nicht der kirchliche JndifferentismuS in den großen protestantischen Städten auf allen Straßen umher? Diese Erscheinung hat ihre natürlichen und nothwendigen Ursachen, ihre große, welthistorische Bedeutung, die wir hier nicht näher erörtern wollen. Wir verwundern uns nur, wie man den Juden vorwirft, was in den eigenen Heerden bereits genügend vorhanden. Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, im April. Einige Stunden von Prag lebt ein Schmidt, czechischer Nationalität, welcher, von katholischen Eltern gebürtig, stets eine große Vorliebe für das Judenthum bekundet hat. Seit vielen Jahren schon besuchte er einigemale im Jahre die Prager Alt- Neu-Shnagoge und verrichtete dort seine Gebete, als wäre er ein Bekenner der mosaischen Religion. Unlängst nun ging der alte Mann im Auslande in aller Form zum Judenthume über, ließ sich — im Alter von circa 60 Jahren — beschneiden und erschien, wie die „Bohemia" erzählt, diese Woche als Jude wieder in der Alt-Neu-Shnagoge, wo ihm an den ersten beiden Osterfeiertagen viele Ehrenbezeigungen zu Theil wurden. libe biete wert! dem Gesei der - tische Bezil ligun Umb Best dal, Mas! Ritte ist. nung mehr schied vollb . I!Orde Iber (5 IMtei <s Stell Prov tus--2 teste 1 Befri Bevo ihrer Anerl

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