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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-28 · Heft 18 (28.4.1868) · p. Seite 355

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 18 (28.4.1868)
Date
1868-04-28
Page
Seite 355 (sequence 12)
Language
German
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limiics gigkät cklenb Un- Recht zahlen ne er zeben! über >otivt, n be „Dem Andenken deS Drrectors Kr. Sigismund S tern" welcher (geb. am 2. Juli 1812 zu Karge), nachdem er zu Berlin studirt, 1834 die Erziehungsanstalt des vr. Jost übernommen, 1845 die Berliner Reformgenossenschaft gegründet und 1855 das Directorat der israelitischen Realschule in Frankfurt übernommen hatte, am 9. Mai 1867 verstarb. In gediegener Weise würdigt der Verf. vorzugsweise die Ansichten und Leistungeu Sterns auf dem pädagogischen Gebiete. — Man wird sich erinnern, daß, als es sich darum handelte, der israelitischen Realschule in Frankfurt, nachdem dieses preußisch geworden, die Recht« einer solchen zu erwerben, besonders zur Ertheilung von Befähigungsattesten für den freiwilligen einjährigen Militärdienst, es in den Zeitungen zuerst hieß, das Cultusministerium habe als Bedingung verlangt, daß diese Realschule keine christlichen Schüler und Schülerinnen, deren sie bis dahin eine ziemliche Zahl gehabt, in Zukunft mehr annehme, der Schulrath dieses Verlangen abgelehnt und zuletzt die Realschule dennoch jene Berechtigung erhalten habe. Aus den „Schulnachrichten" ersehen wir, daß diese Ertheilung des Rechtes doch nicht ganz bedingungslos geschehen ist, indem die Anerkennung als Realschule zweiter Ordnung nur unter dem Bemerken bewilligt worden, „daß christliche Schüler auf derselben keine Berechtigung (zum einjährigen Militärdienst) erwerben können." Demungeachtet hat die Zahl der Zöglinge zugenommen, und zwar von 416 Knaben zu 429 und von 229 Mädchen zu 229. Jntereffant ist es auch, daß bereits ein jüdischer Realschullehrer sein Probejahr dort abgehalten hat. — Dreizehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Der gegenwärtige Dirigent vr. Kirschstein giebt als Einladungsschrift einen Artikel über den Unterricht im Hebräischen, in welchem er das Bedürfniß deffelben in der jüdischen, besonders in der Religionsschule nach allen seinen Motiven in umsichtiger Weise darstellt. Die Schule hatte 174 Schüler und 155 Schülerinnen. — Professor vr. M. A. L evy giebt den Bericht über die Religions-Unterrichts-Anstalt der Gemeinde zu Breslau. Diese Anstalt besteht nämlich bereits 25 Jahre, und es war daher ganz angemessen, einen gut geschriebenen Rückblick auf den verflossenen Zeitraum zu geben. Hieran schließt sich ein Aufsatz des Rabb. ve. Joel über das Bedürfniß der Confirmation. Die Zahl der Zöglinge war 229, 23 weniger als im vorigen Jahre. — Außerdem besteht noch eine Religionsunterrichtsanstalt der Shnagogengemeinde in BreSlau, geleitet von vr. Samuelsohn, dessen Jahresbericht genau den Lehrplan der Anstalt mittheilt. Die Zahl der Zöglinge beträgt 332, 63 mehr als im vorige» Schuljahre. — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Elbing, 11. April. In No. 16. dieser Zeitung wurde ausführlicher über die Debatte im Abgeordnetenhause betreffs des Elbinger Falles berichtet. Jetzt hat die Regierung zu Danzig dem Magistrat angezeigt, daß sie nichts dagegen habe, daß vr. Jaeobi seine früheren Functionen an der höheren Töchterschule wieder übernehme — vorausgesetzt, daß die Bezeichnung „Vorstand" für die genannte städtische Deputation in irgend eine andere umgewandelt werde. Königsberg, im April. Der praktische Arzt vr. Heinrich Jacobson ist zum außerordentlichen Professor in der medicinischen Facultät der Albertus-Universität zu Königsberg ernannt worden, vr. Jacobson ist somit der erste Israelit, welcher nach Abänderung der königsberger Universitäts-Statuten zu Gunsten der Nichtevangelischen eine Profeffur erhalten hat. Bonn, 16. April. (Privatmitth.) So gut wie in Wien, waren auch in Paris Juden und Judenthum Gegenstand einer Fastenpredigt, und zwar hatte in Paris der Pater Felix (ein Jesuit) in Notre Dame diese Rolle übernommen. Die Arcfa. isr. bringen «in bedeutendes Stück dieses Vortrages in extenso. Vergleichen wir dasselbe mit den Auslassungen des Pater Wiesinger in Wien, so findet sich unsere neuliche Bemerkung, als von der Abhandlung des Abbe Michaud im Lorrespon. dant die Rede war, bestätigt, daß die Franzosen, immer bei demselben Eifer, die Juden zu bekehren, doch stets die höflichste und humanste Manier beobachten, während die deutschen Missionäre sich der plumpsten Schmähsucht, der feindseligsten Gesinnung bedienen. In der Thal erscheinen hierbei die Franzosen als von einem reinen religiösen Eifer geleitet und beherrscht, den man achten muß und ruhig ertragen kann, während wahrlich bei den Deutschen nichts als die Befriedigung einer geheimen Rachsucht, eines tief wurzelnden In-

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